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Museums-Förderverein kritisiert Stadt Potsdam

Streit um Zugang zu sozialen Netzwerken Museums-Förderverein kritisiert Stadt Potsdam

Der Förderverein des Potsdam-Museums kritisiert eine Dienstanweisung der Stadt, nach der das städtische Museum keine eigene Facebook-Seite oder einen eigenen Twitter-Account haben darf. Damit schwäche die Stadt das eigene Museum im Wettbewerb, so Vereinschef Markus Wicke.

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Auf Facebook existiert nur eine inoffizielle Seite des Museums.

Quelle: Volker Oelschläger

Potsdam. Der Förderverein des Potsdam-Museums hat eine Dienstanweisung der Stadt kritisiert, nach der das städtische Museum keine eigene Facebook-Seite oder einen eigenen Twitter-Account haben dürfe. „Mit dieser völlig unzeitgemäßen und starren Regelung schwächt die Landeshauptstadt das eigene Museum im hoch flexiblen Wettbewerb der Potsdamer und Berliner Museumslandschaft“, so der Vereinsvorsitzende Markus Wicke einer Stellungnahme.

Wie berichtet, dürfen das Potsdam-Museum und das Naturkundemuseum als städtische Einrichtungen für ihre Kommunikation in den sozialen Netzwerken bisher lediglich die offiziellen Accounts der Landeshauptstadt nutzen. Ein offiziell wirkender Facebook-Account des Potsdam-Museums hatte sich auf Nachfrage als Fake erwiesen, auf den die Stadt laut Rathaussprecher Markus Klier keinen Zugriff hat.

Klier betonte auf MAZ-Anfrage hingegen, die Zusammenarbeit dem Museen mit dem zuständigen Marketing-Fachbereich des Rathauses funktioniere „sehr gut“. Das Aufsetzen eigener Seiten für die Museen sei „derzeit nicht in Planung, da zunächst der Facebook-Auftritt der Landeshauptstadt“ evaluiert werde.

Der Vereinsvorsitzende Markus Wicke kritisiert die Stadt

Der Vereinsvorsitzende Markus Wicke kritisiert die Stadt.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Den Museums-Förderverein sieht dem gegenüber dringenden Handlungsbedarf. Er erwarte von der Landeshauptstadt, dass das Potsdam-Museum „sofort in die Lage versetzt werde, sein Social-Media-Marketing selbst in die Hand zu nehmen und nicht auf den Facebook-Auftritt der Stadt angewiesen zu sein“, so Vereinschef Wicke. Das koste kein Geld und sei in „vergleichbaren Städten absoluter Standard“. So hätten etwa die Stadtmuseen in Rostock, München, Stuttgart, Berlin, Düsseldorf, Riesa oder Halle selbstverständlich eigene Facebook-Seiten.

Darüber hinaus verlange der Förderverein, dass das Potsdam-Museum künftig auch mit einem eigenen Logo nach außen tritt, in dem das Alte Rathaus mit seinem markanten Atlas sofort als Standort erkennbar sein sollte. Dass das Museum bislang das Sanssouci-Stadtlogo benutzen müsse, sei für einen Touristen völlig verwirrend. „Dem Besucher ist es egal, wer der Träger eines Museums ist, und das Potsdam-Museum ist doch kein Amt“, sagte Wicke.

Linke-Kreischef Sascha Krämer veröffentlichte am Freitag in Reaktion auf den MAZ-Artikel einen Fragenkatalog an die Potsdamer Verwaltung. Über eine kleine Anfrage wolle er als Stadtverordneter unter anderem wissen: Warum dürfen die Biosphäre und die Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße eine Facebook-Seite haben, die städtischen Museen aber nicht? Ist es nicht rückschrittlich, wenn sich eigenständige Akteure der Stadt nicht selbst in den sozialen Medien vermarkten können – zumal es kostenneutral für die Stadt und in anderen Städten und ihre Museen wie Rostock, Halle, Düsseldorf und Stuttgart alltäglich ist. Wann ist mit den Ergebnissen der Evaluation der städtische Facebook-Seite zu rechnen und mit wem werden diese diskutiert?

Von Volker Oelschläger

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