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Potsdam Musik von Nyman und Schostakowitsch
Lokales Potsdam Musik von Nyman und Schostakowitsch
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13:12 22.03.2017
Der künstlerische Leiter Knut Andreas. Quelle: Collegium musicum/Isabella Senatore
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Potsdam-Babelsberg

Eigentlich wollte das Collegium musicum am kommenden Wochenende in der Orangerie der Biosphärenhalle Eduard Künnekes Operette „Der Vetter aus Dingsda“ geben. Das aufwendige Projekt wurde abgesagt, unter anderem, weil erst seit der Verabschiedung des städtischen Haushalts vor drei Wochen bekannt ist, mit welcher Förderung das Orchester in diesem Jahr überhaupt rechnen kann.

Ersatzweise präsentiert Potsdams traditionsreiches Laienorchester am Sonnabend in der Friedrichskirche am Weberplatz ein Sinfoniekonzert ausschließlich mit Musik des 20. Jahrhunderts. Die Suite aus der Filmmusik für „Das Ende einer Affäre“ von Michael Nyman, der mit seiner Musik für den Film „Das Piano“ berühmt wurde, kommt nach Angaben von Orchesterleiter Knut Andreas erstmals in Deutschland zur Aufführung.

Aufführung von „Hänsel und Gretel“ im Dezember 2016 in der Biosphärenhalle. Quelle: Bernd Gartenschläger

Es folgen „Old American Songs“ von Aaron Copland. Für das Publikum des Collegiums musicum gibt es dabei ein Wiedersehen mit dem Bariton Till Schulze, der im Dezember 2016 in der Biosphäre als Vater in der Märchenoper „Hänsel und Gretel“ zu erleben war. Komplettiert wird das Programm mit der 9. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch. Das Konzert am Sonnabend in Babelsberg beginnt um 19.30 Uhr, am Sonntag gibt es um 17 Uhr eine Wiederholung in der Zehlendorfer Herz-Jesu-Kirche.

Höhepunkt des Konzertjahres der Collegiaten soll auch in diesem Jahr das Open-Air-Konzert „Klassik am Weberplatz“ sein. Die neunte Folge am 8. Juli steht unter dem Motto „Trompetissimo“ ganz im Zeichen der Trompete.

Zur „Klassik am Weberplatz“ kommen alljährlich bis zu 2000 Musikfreund nach Babelsberg. Quelle: Christel Köster

Solisten sind der Brasilianer Paulo Ronqui, der bereits mit dem Collegium musizierte, und Philipp Hutter, Solotrompeter beim ältesten Orchester der Schweiz in Potsdams Partnerstadt Luzern. Der Eintritt zu diesem Konzert ist wie immer frei.

Was im März nicht zustande kam, soll nun im November zu erleben sein. Zweimal will das Collegium musicum im November „Die schöne Galathèe“ von Franz von Suppé zur Aufführung bringen. Andreas nimmt an, dass diese 1865 in Berlin uraufgeführte Operette in Potsdam noch nie zu erleben war. Zu den bekannteren Nummern zählt der Walzer aus der Ouvertüre, der als Titelmusik der Fernsehserie „Kir Royal“ Verwendung fand.

Kabarettistin Gretel Schulze arbeitet erstmals mit dem Collegium musicum zusammen. Quelle: Christel Köster

Die Geschichte um eine traumhaft geratene Statue, die sich nach der Belebung durch Venus als Biest entpuppt, ist laut Andreas „eine echte Klamotte.“ Aber „genau so muss es sein“. Regie führt Gretel Schulze vom Kabarett „Obelisk“, die erstmals mit dem Collegium musicum zusammenarbeitet.

Mit Blick auf den Ort bekommt die Veranstaltung einen besonderen Rang. Es kann sein, dass mit den Aufführungen am 18. und 19. November Abschied von der Biosphäre genommen wird, die nach aktuellen Plänen zum 30. November geschlossen werden soll. Es könne aber auch sein, „dass wir feiern, dass es doch weitergeht“, sagt Andreas.

Das älteste Orchester der Landeshauptstadt

Das nach dem Zweiten Weltkrieg von Hans Chemin-Petit gegründete Collegium musicum ist die älteste Musikervereinigung der Landeshauptstadt. Seit 1998 wird das Orchester von Knut Andreas geleitet.

Mittlerweile musizieren im Collegium mehr als 75 Musiker auf ehrenamtlicher Basis. Die Arbeit des Klangkörpers wird von der Stadt in diesem Jahr mit 40 000 Euro gefördert, das ist mehr als in früheren Jahren.

Zu den speziellen Angeboten des Collegiums zählen Konzerte für Senioren und für Menschen mit Demenz.

Für die Collegiaten ist das Musikjahr dann aber längst noch nicht vorbei. Denn mit dem Konzert „Harfenklänge im Advent“ am 10. Dezember in der Friedrichskirche steht ein weiterer sehr ambitionierter Programmpunkt an: Das Werk für den Abend wird von dem in Berlin lebenden Hector Marroquin als Auftragswerk eigens für Jessyca Flemming, die Harfenistin des Collegiums musicum, komponiert.

Von Volker Oelschläger

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