Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Hilfe als Dolmetscher und Seelsorger

Potsdamer Muslime unterstützen Flüchtlinge Hilfe als Dolmetscher und Seelsorger

Die muslimische Gemeinde Potsdam engagiert sich für die neu angekommenen Flüchtlinge in der Potsdamer Heinrich-Mann-Allee und hilft insbesondere mit ihren Sprachkenntnissen. Zum gemeinsamen Gebet mit muslimischen Flüchtlingen kam es aber noch nicht.

Potsdam 52.398085349136 13.064761161804
Google Map of 52.398085349136,13.064761161804
Potsdam Mehr Infos
Nächster Artikel
Massen-Kinderchor erstmals in Potsdam

Das Freitagsgebet in der Potsdamer Al-Farouk-Moschee

Quelle: Peter Degener

Potsdam. Wie viele aktive Muslime unter den knapp 500 Menschen im Aufnahmelager Heinrich-Mann-Allee tatsächlich sind, weiß keiner. Die Religion wird bei der Registrierung vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) zwar erfasst, um bei der Belegung etwaige Konflikte zu vermeiden, aber eine Statistik wird daraus nicht erstellt. Für den Potsdamer Muslim-Verein ist eine Unterstützung der Flüchtlinge jedoch selbstverständlich, viele Kleider- und Geldspenden wurden bereits gesammelt.

Die Gemeinde hat Sach- und Geldspenden gesammelt

„Mitglieder unserer Gemeinde sind vom ersten Tag an dort gewesen und haben geholfen, vor allem als Dolmetscher und Seelsorger“, sagt Kamal Mohamad Abdallah. Er ist der Vorsitzende des Potsdamer Muslim-Vereins und Imam der Al-Farouk-Moschee in der Straße am Kanal. Mit seinen Kindern hat Abdallah auch selbst das Aufnahmelager in der Heinrich-Mann-Allee besucht. „Wir haben Spielzeug und Spenden mitgebracht“, sagt der Imam. Muslime aus Potsdam helfen als Dolmetscher und begleiten die Flüchtlinge ins Bergmann-Klinikum zur ärztlichen Untersuchung.

Zum Freitagsgebet sind noch keine der neuen Flüchtlinge erschienen

Eigentlich hatte Abdallah auch neue Gesichter beim Freitagsgebet erwartet. Stattdessen fehlten einige der Muslime, die regelmäßig kommen – sie helfen vielleicht gerade in der Heinrich-Mann-Allee, vermutet Schiftführer Issmaail Mouliji. Weit über einhundert Gläubige beten jede Woche in den Räumen der Moschee, einige aus Platzmangel sogar draußen auf der Straße. „Seit etwa drei Monaten reicht der Platz kaum noch aus“, sagt Mouliji, denn viele Flüchtlinge, die dauerhaft in Potsdam untergebracht werden, besuchen das Freitagsgebet. Einer davon ist Abdul Rahman, der im April 2015 nach Potsdam kam und derzeit in einer Flüchtlingsunterkunft in Groß Glienicke wohnt. „Ich komme hier in die Moschee, seitdem ich von ihrer Existenz erfahren habe. Ich denke, viele Flüchtlinge wissen gar nicht, dass es in Potsdam eine Moschee gibt“, sagt der 23-jährige Syrer.

Der Imam ruft erneut zur Unterstützung auf

Imam Abdallah rief die Gläubigen noch einmal zur Hilfe für die gerade angekommenen Flüchtlinge auf: „Viele Brüder sind aus Syrien und Afghanistan in Potsdam angekommen. Sie brauchen unsere Unterstützung. Vor allem Dolmetscher werden gebraucht, insbesondere Frauen sind für sprachliche Unterstützung bei den ärztlichen Untersuchungen erwünscht“, sagte er den Gläubigen.

Brandenburgs DRK-Vorsitzender Hubertus Diemer kündigte an, dass in der Heinrich-Mann-Allee einen überkonfessioneller „Raum der Stille“ eingerichtet werde. „Dieser Raum steht allen Menschen offen. Viele Menschen beten individuell. Ein großer Teil der Flüchtlinge lebt aber säkular, was oft ein Motiv für die Flucht war“, sagt Diemer.

Das islamische Opferfest in der nächsten Woche

Das Opferfest ist das höchste islamische Fest und findet in diesem Jahr vom 23. bis 26. September statt.

Die Stadt Potsdam unterstützt die muslimische Gemeinde der Al-Farouk-Moschee, indem sie Räume in der Flüchtlingsunterkunft im Staudenhof zur Verfügung stellt.

Für den Imam Kamal Abdallah ist der vergrößerte Raum an diesem Tag besonders wichtig, damit Männer, Frauen und Kinder gleichzeitig an dem Gottesdienst teilnehmen können. Außerdem bleibe so auch Platz für Nicht-Muslime, die ausdrücklich eingeladen sind.

In der Flüchtlingsunterkunft in der Heinrich-Mann-Allee soll das Opferfest ebenfalls gefeiert werden, ein Termin steht aber noch nicht fest. Das Deutsche Rote Kreuz stellt dafür das Catering-Zelt des Lagers zur Verfügung und kümmert sich um entsprechendes Essen, zudem beispielsweise Lammfleisch gehört.

Von Peter Degener

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg