Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Mysteriöse Tote nach Explosion in Potsdam
Lokales Potsdam Mysteriöse Tote nach Explosion in Potsdam
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:03 06.03.2018
Carla Maria Heinze lebt in Stahnsdorf, wo sie ihren dritten Regionalkrimi „Brandenburger Gold“ schrieb. Quelle: Christin Iffert
Anzeige
Stahnsdorf

Beobachtung ist eine Gabe. Bewusst oder unbewusst – Carla Maria Heinze ist gut darin. „Das ist einfach in mir. Manchmal ist es, als gäbe es in meinem Kopf eine Festplatte, die tausende Begegnungen abspeichert“, sagt sie. Die Stahnsdorferin ist Krimiautorin. Wenn sie schreibt, dann spielt sie die Begegnungen ab, lässt sie in ihre Worte, vor allem in die Entwicklung von Charakteren einfließen. Mit „Brandenburger Gold“ veröffentlicht sie nun ihren dritten Ermittler-Krimi. Die Premierenlesung ist Dienstag – dort, wo auch die Handlung spielt: in Potsdam.

In der Pirschheide wird ein Mann durch eine Weltkriegsbombe getötet. Doch es wäre kein Krimi, wenn es nicht weitere, mysteriöse Tote gäbe. Der Potsdamer Kriminalhauptkommissar Maik von Lilienthal hat eine Spur, die ihn zurück in die Zeit des Zweiten Weltkriegs führt – und zu drei Männern, die im Tod durch eine vor mehr als 70 Jahren getroffene Entscheidung vereint sind.

Grenzerfahrung für die Familie

Lilienthal ist aber nicht allein: Seine Mutter Enne, Ermittlungskoryphäe im Ruhestand, mischt sich ein – so wie in den vergangenen Romanen. Ein Team wider Willen also? „Es geht an die Grenzen und die Überlegung, ob gemeinsame Ermittlungen weiter funktionieren können, sind nicht fern“, verrät die Autorin. Denn wenn der eigene Chef die Mutter begehrt, die ihre Kompetenzen überschreitet und letztlich noch in Lebensgefahr gerät, dann kann es mal „krachen“, wie Heinze sagt.

Die Schriftstellerin bezeichnet Brandenburg als Heimat. In Kleinmachnow wurde sie geboren, wann, verrät sie nicht. Nur so viel: Sie ist in etwa so alt wie die 65-jährige Ermittlerin ihrer Bücher. „Wir Frauen sind eben manchmal etwas eitel“, sagt sie. In Potsdam-Mittelmark verbrachte sie einen Teil ihrer Jugend. Später reiste sie durch die halbe Welt mit dem Rucksack und kaum Geld in den Taschen, lebte dann im Rhein-Main-Gebiet, war Speditionsfrau und irgendwann EU-Beraterin. Erst als sie 2004 zurück in der Mark war, wo sie stets ihre Wurzeln verortete, fand sie Zeit und Ideen zum Schreiben. Denn Brandenburg habe so viele Geschichten, die erzählt werden wollen – und Heinze wollte immer Autorin sein.

Potsdam ist ein Leuchtturm

Die Mark ist für Carla Maria Heinze durch Ruhe, Weite und viele kleine Dörfer geprägt. Dort lebten Menschen, die offen sind und doch manchmal verschlossen oder mürrisch in ihrer Art wirken. „Solange man sie nicht kennt“, fügt sie an. Und Potsdam? Das sei nicht typisch Brandenburg, sagt sie. „Potsdam ist eine Stadt, die aus dem Vollen schöpfen kann und wie ein Leuchtturm rundherum nach Brandenburg ausstrahlt“, sagt Heinze. Das sei durch Kunst, Kultur, den Zuzug und den Sitz der Landesregierung bedingt. Lebendig und voller Geschichte, fügt die Stahnsdorferin hinzu. Das ist für die Autorin wichtig, denn sie verbindet Historie mit der Gegenwart und verwebt darin die Charaktere ihrer Figuren. Die will sie nicht in Schubladen stecken, sondern ihnen Alleinstellungsmerkmale verleihen.

„Kein Mensch ist gut oder böse, es gibt immer Ambivalenzen“, sagt die Schreiberin. Sie mag sie nicht, die heruntergekommenen Ermittler, die als „einsame Wölfe unterwegs sind.“ Also schuf sie mit den Lilienthals im Buch eine bodenständige Familie, die ihr ans Herz gewachsen sei. „Manchmal rede ich von den Figuren, als würde es sie wirklich geben“, sagt sie. Vielleicht liegt das am engen Zeitplan ihres neuen Krimis. Gut 15 Monate gab ihr der Verlag für die Fortsetzung, die in sich eine abgeschlossene Geschichte ist. „Es war ein intensiver Schreibprozess“, sagt sie. In der letzten Halbzeit arbeitete sie ständig daran, machte lediglich ein paar Pausen, um mit ihrem Hund eine Runde zu gehen und durchzuatmen. „Mir ist wichtig, die richtigen Worte zu finden.“

Spannung ohne Blutrunst

Denn die seien entscheidend für Spannung. Es brauche keine blutrünstigen Morde, findet die Stahnsdorferin. Heinze mag es, wenn die Spannung durch die Handlungsstränge oder durch die Beschreibungen eines Gefühls bei einem Mord entstehen.

Dass Carla Maria Heinze eine Faszination für Geschichte hat, zeigte sich bereits in ihren zuvor veröffentlichten Büchern „Potsdamer Morde“ und „Brandenburger Geheimnisse“. Zwischen Vergangenheit und Gegenwart gäbe es oft spannende Bezüge, sagt sie. In ihrem dritten Buch befasst sie sich mit den Sarkophagen der Preußenkönige und der Kriegszeit während des Naziregimes. Die Recherche ist für Carla Maria Heinze elementar. Sie wolle sich nicht mit dem Lesen eines Wikipedia-Artikels begnügen, deshalb fahre sie raus.

Das Herzstück ist die Geschichte

Gemeinsam mit ihrem Mann durchstreifte sie die preußischen Orte, die Geschichte schrieben. Sie fuhren mehrfach nach Polen, um mit Menschen zu sprechen und Führungen mitzumachen. Zeitzeugen fand sie nach der langen Zeit kaum. Schreiben und Recherche – das ging Hand in Hand. „Anfangs wollte ich aus dem Thema noch einen historischen Roman schreiben“, erinnert sie sich. Doch die Leser würden eine Fortsetzung der Ermittlerreihe erwarten, der Verlag ebenfalls. Also packte sie all die kleinteilig recherchierte Vergangenheit in die Mitte ihres in drei Teile aufgeteilten Buches. „Das ist jetzt das Herzstück, was mich beim Schreiben selbst am meisten berührte“, sagt sie.

Dass Geschichte aufgeschrieben wird, hält Heinze für wichtig. Irgendwann sei in jeder Generation niemand mehr da, der das könnte. Ein Krimi ist dabei ein Format, das viele Menschen erreicht. Denn laut Studie aus dem Jahr 2017 ist es das beliebteste Literatur-Genre, das die Hälfte aller Deutschen häufig lesen. Danach folgen Thriller und Sachbücher. Wenn Carla Maria Heinze Dienstag in der Spielbank Premiere liest, dann gegenüber vom Polizeirevier. „Passend“, sagt die Krimiautorin.

Die wichtigsten Infos zu Buch und Lesung

Veröffentlicht wurde der Krimi „Brandenburger Gold“ mit 349 Seiten um das Ermittlerteam bereits Ende Februar 2018.

Die Handlung spielt nicht nur in Potsdam, sondern auch im benachbarten Ausland, etwa in Polen und der Schweiz – unter anderem soll es laut Autorin um echte Schätze gehen.

Das Buch gibt es in einer Auflage von 3000 Exemplaren beim Emons Verlag und kostet 11,90 Euro.

Die Lesung mit Carla Maria Heinze ist heute um 19.30 Uhr in der Spielbank Potsdam. Einlass ist eine Stunde eher.

Vorbesteller erwartet ein Sektempfang und Tapas. 0331/2 90 93 00 ist die Telefonnummer für Infos und Vorbestellungen.

Von Christin Iffert

Potsdam Westkurve Potsdam kurz vor dem Baubeginn - Streit um Flutlicht am Park Sanssouci

Die Sportanlage Westkurve am Schlosspark Sanssouci soll in Kürze saniert werden und eine Flutlichtanlage bekommen. Das hat die Potsdamer Stadtverwaltung auf Anfrage des Stadtverordneten Peter Schultheiß mitgeteilt. Die 2007 für die Ertüchtigung der Sportanlage gegründete Bürgerinitiative kritisiert die Beleuchtungspläne als überdimensioniert.

05.03.2018

Die Oscar-Jury war begeistert von den Spezialeffekten von Gerd Nefzer in dem Science-Fiction-Film „Blade Runner 2049“. Der Wahlpotsdamer und gebürtige Schwabe sorgte mit seinen Effekten für düstere Stimmung in dem Film. Außerdem gewann die Medienboard-geförderte chilenisch-deutsch-amerikanischen Koproduktion „Eine fantastische Frau“.

05.03.2018

Er ist der auf den internationalen Kunstmärkten am höchsten gehandelte Maler. Im Sommer werden seine Bilder im Museum Barberini in Potsdam zu sehen sein. Am Montag diskutierten Experten bei einem Symposium sein Werk.

05.03.2018
Anzeige