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NABU bangt um die Nachtigall in Potsdam

Auffälliger Rückgang NABU bangt um die Nachtigall in Potsdam

Der Bestand der Nachtigallen in Potsdam geht kontinuierlich zurück – der NABU ist besorgt. Durch starken Baumschnitt verlieren die Vögel in der Landeshauptstadt immer mehr Rückzugsreviere.

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Nachtigallen hört man eher, als das sie gesehen werden.

Quelle: Petite Camargue Alsacienne

Potsdam. Der Bestand der Potsdamer Nachtigallen im Stadtgebiet geht kontinuierlich zurück. Das stellt die Fachgruppe Ornithologie des NABU Kreisverbandes Potsdam fest. Die Daten der Nachtigallenzählungen umfassen die Jahre 1965/1966, 2003, 2010 und 2015. Besonders die Erfassungen der beliebten Sänger in den letzten drei Zählungen sind gut vergleichbar und zeichnen diesen Negativtrend deutlich ab. So sind 2003 - 378, 2010 - 368 und 2015 - 313 Reviere dieser relativ leicht zu erfassenden Vogelart ermittelt worden. Die Ursachen sind offensichtlich: vielerorts werden immer wieder Gebüsche beseitigt oder stark zurückgeschnitten. Auch sogenannter „Wildwuchs“ wird gerodet, Grundstücke in Ufernähe der Havel werden immer mehr ausgelichtet. Auffällige Rückgänge sind auch an den Gewässerufern von Hermannswerder und Potsdam West festgestellt worden.

Außerdem wird mit Beginn des Frühlings eifrig auch unter den dichtesten Sträuchern, das Laub geharkt und beseitigt. Ebenso wie großflächige Gebüschrodungen oder extreme Rückschnitte in den Parkanlagen. Mitunter auch notwendige Verjüngungsschnitte an älteren Sträuchern sollten bestenfalls mosaikartig erfolgen. Im Babelsberger Park wurden 2003 - 25, 2010 – 23 und 2015 – 14 Reviere festgestellt, in denen der Singvogel Rückzugsplätze findet. Noch deutlicher ist der Rückgang im Park Sanssouci zu beobachten. 2015 wurden nur noch sechs Reviere gezählt. 2003 waren es noch 27 und 2010 noch elf. Verwunderlich ist auch, dass in den großflächigen Kleingartenanlagen von Potsdam West, nur an den Rändern an den Bahndämmen mit Gebüschgruppen noch Nachtigallen singen.

An dieser Stelle ist das Bundesnaturschutzgesetz zu beachten. Dies besagt dass ab dem 1. März jeden Jahres die Rodung und der starke Rückschnitt (auf den Stock setzen) bis zum 30. September von Gehölzen unzulässig ist (§ 39 Abs. 5 Nr. 2). Damit sollen direkte Störungen geschützter Arten verhindert werden. Doch sind winterlichen Holzungsaktionen dadurch nicht formell verboten. Der NABU (Naturschutzbund Deutschland) appellierte kürzlich an alle Kleingärtner, Hauseigentümer, das Grünflächenamt, die Parkverwaltungen und alle Bürger, die mit dem Frühjahrsputz im heimischen Garten beginnen möchte, es nicht zu übertreiben und die dichten Gebüsche in Ruhe gedeihen zu lassen. Für die Nachtigallen ist in diesem Fall weniger – mehr.

Von Lisa Neumann

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