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Potsdam Bombendrohung im Potsdamer Justizzentrum: Staatsschutz ermittelt
Lokales Potsdam Bombendrohung im Potsdamer Justizzentrum: Staatsschutz ermittelt
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17:54 11.01.2019
Bombendrohung im Justizzentrum, das abgesperrt ist. Quelle: Rainer Schüler
Potsdam

Das Potsdamer Justizzentrum ist am Freitagmorgen wegen einer Bombendrohung gesperrt worden. Das Einsatz- und Lagezentrum der Polizei hatte um 7.30Uhr eine Mitteilung des Justizzentrums erhalten, wonach schon am Vorabend eine E-Mail im Zentrum aufgelaufen war, die ankündigte, am Freitag werde „ein Sprengsatz hochgehen“.

Gleichlautende Mails gingen laut Polizeisprecher Torsten Herbst am selben Abend auch in vier anderen deutschen Gerichten ein. Der Verfasser sei unbekannt. Man gehe aber von einer Ernsthaftigkeit der Drohung aus.

Das Gebäude in der Jägerallee wurde geräumt; 200 Mitarbeiter mussten laut Polizei das weitläufige Gebäude verlassen, das ringsum abgesperrt ist. Verletzt wurde bei der Evakuierung niemand. Um 12.47 Uhr wurde die Absuchung für beendet erklärt, ohne dass etwas gefunden wurde.

An der Suche waren etwa 40 Polizisten beteiligt. Außerdem waren fünf Sprengstoffhunde im Einsatz. Bis auf den Zigarettenschmuggel-Prozess, der in seinem 76. Verhandlungstag steht und nun im alten Amtsgerichtsgebäude stattfindet, waren alle Prozesse ausgesetzt worden.

Insgesamt rund 160 Räume durchsucht

Zuerst wurde der Altbau mit seinen drei Etagen und etwa 60 Räumen durchsucht, dann folgte der siebenstöckige Neubau mit seinen rund 100 Räumen. Für den Fall, dass ein Sprengsatz gefunden werden sollte, waren Entschärfer vom Landeskriminalamt vor Ort.

Landgerichts-Präsidentin Ellen Chwolik-Lanfermann hatte gegen acht von der Drohung erfahren, als sie noch zu Hause war; die Vizepräsidentin hatte sie angerufen. Am Vormittag schenkte Chwolik-Lanfermann vor dem Justizzentrum Kaffee für die Journalisten aus, die im Regen standen. Das Hotel am Jägertor hatte Kaffee und Tee spendiert.

Im Potsdamer Justizzentrum ist am Freitag eine Bombendrohung eingegangen. Das Gebäude wurde geräumt. Die Bilder vom Einsatz.

Die evakuierten Mitarbeiter kamen zunächst in nahe gelegenen Gebäuden der Potsdamer Stadtverwaltung unter, wurden dann aber in eine unbestimmte Freizeit entlassen

Die Droh-Mail war am Donnerstagabend etwa um 21 Uhr und lange nach Dienstschluss im zentralen Maileingang des Landgerichtspräsidiums eingegangen, sodass am selben Tage keine Maßnahmen mehr ergriffen werden konnten.

Auch andere Gerichte betroffen

Wie die Sicherheitsdezernentin Anja Königsmann der MAZ sagte, hatte eine Mitarbeiterin im Vorzimmer der Vizepräsidentin am Morgen die Mail als erste gelesen und die Alarmkette in Gang gesetzt. Laut Königsmann wäre es „grob fahrlässig“ gewesen, „nicht von einer Ernsthaftigkeit der Drohung auszugehen. Deshalb wurde sofort evakuiert.“

Das Justizzentrum in Potsdam ist nicht das einzige Gericht in Deutschland, das an diesem Morgen bedroht wurde. Auch in den Gerichten weiterer deutscher Großstädte waren Bombendrohungen eingegangen. Betroffen waren die Landgerichte in Kiel, Saarbrücken, Hamburg, Erfurt, Magdeburg und Wiesbaden. Auch hier gibt es inzwischen Entwarnung.

Teils Neonazi-Unterzeichnung

In allen Fällen sei die Drohung per E-Mail eingegangen, bestätigte die Polizei. Laut Polizei Brandenburg und Magdeburg wurde in der Mail mit einem Anschlag auf bundesweiter Ebene gedroht. Der Absender sei anonym, hieß es weiter. In Kiel war die Bombendrohung an das Landgericht mit „nationalsozialistische Offensive“ unterschrieben. Zuvor hatten die „Kieler Nachrichten“ darüber berichtet. 

Eine Einschätzung, wie real ein rechtsextremistischer Hintergrund sein könnte, ist laut Polizei bisher nicht möglich. Auch eine in Hamburg eingegangene Drohmail enthielt rechtsextreme Bezüge, bestätigte ein Gerichtssprecher. Der Polizeisprecher in Potsdam sprach nur von einer „gleich lautenden Mail“ zur selben Uhrzeit. Hier hat inzwischen der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen, der für politisch motivierte Kriminalität zuständig ist.

Von Rainer Schüler und Jan Russezki

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