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Nachschub fürs Nomadenland

Potsdamer reist nach Kirgistan Nachschub fürs Nomadenland

Weide, Wolle und ganz viel Gemütlichkeit – so eine Jurte ist einfach eine runde Sache. Das weiß Matthias Michel, der Betreiber des Nomadenlandes im Volkspark Potsdam, seit er im Jahr 2008 das erste Mal zum Bergsteigen in Kirgistan war. Nun reist er wieder in das Land der Gipfel und Steppen, denn er hat dort eine besondere Bestellung aufgegeben.

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Die derzeit größte Potsdamer Jurte fasst 40 Gäste. Gut zu erkennen: Der Dachkranz von dem aus die Dachstangen zum Scherengitter verlaufen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Das Land, in das Matthias Michel am Sonntag aufbricht, hat viele Namen. Die einen nennen es Kirgisien, andere sagen Kirgisistan, Kirgistan oder Kirgisische Republik. Welch Name auch immer: Fern ist uns dieses Land der Gipfel, Gletscher und Hochgebirgsseen, der Steppen, grünen Täler und Wasserfälle. Das Land, in dem Tschingis Aitmatows „Djamila“ spielt, von dem viele sagen, es sei die schönste Liebesgeschichte der Welt.

Eine extra fürs Nomadenland angefertigte Jurte

Matthias Michel nennt das Land Kirgistan. Vor ein paar Jahren war er schon einmal dort zum Bergsteigen. Als gebürtiger Lausitzer kennt er natürlich „Djamila“ und spricht auch ein wenig Russisch. Das Wörterbuch packt er dieses Mal aber doch lieber ein, denn womöglich wird’s bei seinem Besuch fachlich gut zur Sache gehen. Matthias Michel, Herr über das Nomadenland im Volkspark Potsdam, besichtigt eine Jurte, die extra für ihn angefertigt wurde. Mit neun Metern Durchmesser und einer Fläche von 63 Quadratmetern wird sie die größte Jurte im Nomadenland sein. „Der Palast der Republik“, scherzt Matthias Michel. Etwa 100 Erwachsene passen in das Zelt, wenn sie es sich wie in Kirgistan üblich auf dicken Matten bequem machen. Wenn die Jurte möbliert ist, bietet sie noch 60 Gästen Platz.

Matthias Michel ist der Chef des Nomadenlandes im Potsdamer Volkspark

Matthias Michel ist der Chef des Nomadenlandes im Potsdamer Volkspark.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Matthias Michel freut sich auf den Test-Aufbau, darauf, die Scherengitter zum ersten Mal ineinander zu stecken und kreisrund aufzustellen. „Da ist das Wichtigste – und das Schwierigste“, sagt er. Steht die Gitter-Wand, wird die Tür eingehängt. Es folgt der Dachkranz, den Helfer mit einer langen Stange hoch über die Köpfe der Jurtenbauer heben und dort halten, bis alle 85 Dachstangen eingehakt und mit dem Gitter verbunden sind. „Früher haben die kirgisischen Nomaden das Weidenholz für dieses Grundgerüst mit Pferdeblut und Fluss-Ton gefärbt“, sagt Matthias Michel. „Deshalb ist die Konstruktion traditionell rot.“ Heute verwende man freilich Farbe.

Nur auf ein Bauteil verzichtet Matthias Michel

Obwohl sich das Konstruktionsprinzip der Jurte über Jahrhunderte hinweg bewährt hat, verzichtet Matthias Michel auf eine Sache – auf das Stroh, das die Kirgisen und auch die Mongolen zur Dämmung zwischen das Gitter und die Plane aus Schafswollfilz schieben. „Dazu ist es in unseren Breiten einfach zu feucht“, sagt Matthias Michel. Wer will schon Schimmel in der Bude haben?

Zweieinhalb Wochen hat sich Matthias Michel vom Alltag im Potsdamer Nomadenland frei genommen, um im wahren Land der Nomaden „neuen Spirit“ zu tanken. Wenn er die Jurte in Augenschein genommen hat, wird er weiter ziehen. Er möchte mit Kraxe, Zelt und Schlafsack auf dem Rücken herumreisen, Einheimische besuchen, sich mit Händen und Füßen unterhalten, mit dem Fotoapparat das Leben in einfachsten Verhältnissen dokumentieren. Und natürlich möchte er sich Anregungen holen für die Zeit, da er wieder selbst Gäste empfängt und nach zentralasiatischer Manier bewirtet – mit Schaschlik, Palav und Hammelsuppe.

Die Jurte kommt im Herbst mit dem Lkw nach Potsdam

Bis es soweit ist, müssen sich Matthias Michel und die Potsdamer aber noch gedulden. Die Jurte kommt erst im Herbst mit dem Lkw nach Potsdam. Das Winterlager des Nomadenlandes an der Biosphärenhalle wird der erste Standort der neuen Jurte sein. Ein Bauwerk aus 100 Prozent Naturmaterial. Ein kleines Abenteuer am Rande der Stadt. Eine runde Sache.

Das Nomadenland

Das Nomadenland im Volkspark Potsdam ist Partner für Teamtrainings, Teamevents, Familienfeste, Kinderfeiern und Freizeitangebote.

Einige der nächsten Veranstaltungen sind: Märchen am Samowar für Ausgewachsene mit „Die Geschichte von Amor und Psyche“ (26. August, 20 Uhr), Märchen aus der Wunderlampe empfohlen ab 6 Jahren mit „Das Märchen von den Myrtenfräulein“ (28. August, 16 Uhr).

Wer eine Jurte mieten möchte, in einer original kirgisischen Jurte Geburtstag oder Weihnachten feiern oder gar eine romantische Nacht erleben möchte, kann unter der Nummer 0176/30005151 reservieren oder per E-Mail an info@nomadenland.de

 

Von Nadine Fabian

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