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Nachwuchsreporter trainieren in Babelsberg

M100 in Potsdam Nachwuchsreporter trainieren in Babelsberg

In dieser Woche sind 26 Nachwuchsjournalisten aus ganz Europa bei einen Workshop in Potsdam. Das Training ist Teil des M100 Sanssouci Colloquiums, das am Donnerstag in der Orangerie des Park Sanssoucis stattfindet, und bildet die jungen Journalisten zum Thema „Investigativer Journalismus“ weiter. Einige der Teilnehmer arbeiten an beeindruckenden Projekten.

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Junge Reporter aus ganz Europa lernen beim M100-Workshop.

Quelle: Kerstin Gärtner

Babelsberg. Sara hat Dutzende dieser Geschichten gehört. Über Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, weil dort der Krieg tobt und über Menschen, die keine Perspektive und keinen Halt mehr sehen. Die 26-jährige Slowakin kann kaum über die Schicksale reden, ohne selbst emotional zu werden. Sie arbeitet an einem Dokumentarfilm über Flüchtlinge und musste dabei lernen, dass sie als Reporterin alles andere als frei und uneingeschränkt arbeiten kann. Für eine Woche ist sie nun in Potsdam und nimmt am „M100 Young European Journalists Workshop“ im Medieninnovationszentrum (MIZ) in Babelsberg teil.

Sara ist eine von 26 Nachwuchsjournalisten aus Russland, der Ukraine, Georgien, der Slowakei, Armenien, Aserbaidschan, Ungarn, Tschechien, der Schweiz, Großbritannien, Dänemark, Frankreich, Italien und Spanien. Sie wurden von Sabine Sasse und Isabel Gahren vom Verein Potsdam Media International für den Workshop ausgesucht und sind teilweise zum ersten Mal in Deutschland. „Wir haben sehr gute Partner gefunden, die den Teilnehmern Handwerkszeug vermitteln und ihnen wichtige Hinweise für ihre journalistische Arbeit geben können“, sagt Sabine Sasse.

Das Thema des diesjährigen Workshops lautet „Investigativer Journalismus“. Alle Teilnehmer haben in ihren Ländern bereits investigativ an größeren Projekten gearbeitet, wie etwa Sara oder auch Anna (25) aus der Ukraine. Sie hat eine Arbeit über Kraftwerke im Kosovo geschrieben und ist während der Recherche vor Ort sogar von Polizisten gestellt worden. Immer wieder erlebten die jungen Journalisten die Schranken der Pressefreiheit, wenn sie etwa kritisch über die Regierung oder die Gesetze schreiben.

Ob Saras Film im Internet irgendwann für jeden zugänglich sein soll, weiß sie noch nicht. Sie fürchtet Konsequenzen für die Menschen, die als Protagonisten in der Dokumentation auftreten. „Es ist so ein sensibles Thema. Die Leute weinen viel und es sind wirklich starke Geschichten“, sagt sie. Sara will ihre Arbeit auf Menschenrechtsfestivals zeigen und hofft, dass sie dadurch nicht noch mehr in den Fokus der Propaganda-Webseiten gerät. In der Slowakei wurde der Film bereits einmal ausgestrahlt.

Fünf Tage lang kommen verschiedene Referenten ins MIZ Babelsberg und trainieren die Reporter auf verschiedenen Gebieten. Am ersten Tag sprach Daniel Drepper vom Recherchezentrum „Correct!v“ in Berlin über Themenfindung, Quellen und Techniken des investigativen Journalismus. Albrecht Ude vom Netzwerk Recherche informierte am zweiten Tag über Online-Recherche und Sicherheit für Journalisten. Auch ein Ausflug zum Haus der Bundespressekonferenz in Berlin stand auf der Agenda. Der Workshop findet sein Finale im Sanssouci Colloquium am Donnerstag, bei dem die jungen Journalisten die Chance haben, renommierte Medienmacher und Chefredakteure aus ganz Europa zu treffen.

Sperrungen rund um den M100

Nach dem OSZE-Treffen vor zwei Wochen steht der Polizei am Donnerstag der nächste Großeinsatz in Potsdam ins Haus.

In der Orangerie im Park Sanssouci findet am Donnerstag der Mediengipfel M 100 Colloquium Sanssouci statt – mit prominenter Beteiligung. Am Abend wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Hauptrede bei dem Treffen halten, zu dem rund 60 Medienschaffende, Historiker und Politiker aus mehreren Ländern erwartet werden.

Hohe Sicherheitsvorkehrungen herrschen auch wegen des diesjährigen Preisträgers des M 100 Media Awards: der italienische Journalist und Schriftsteller Roberto Saviano, der den Roman „Gomorrha“ über die Camorra, die neapolitanische Mafia, veröffentlicht hat, steht unter Personenschutz.

Der Einsatz zum M100-Treffen sei gut vorbereitet, so Polizeisprecherin Daiana Sawatzki-Koppe. Die Dimension des OSZE-Einsatzes – des größten Einsatzes in der Geschichte der Brandenburger Polizei – wird dieser Donnerstag aber nicht erreichen. Man werde „lageangepasst“ mit Beamten vor Ort sein.

Größere Verkehrseinschränkungen seien dementsprechend nicht zu erwarten. Kurzzeitige Sperrungen – etwa für die Anreise Merkels und Savianos – könnten jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Im Park Sanssouci gibt es Teilabsperrungen für Fußgänger im Bereich der Orangerie. Die Orangerie selbst ist für Besucher den ganzen Tag gesperrt. Auch die Neuen Kammern, in denen am Abend die Preisverleihung stattfindet, sollen ab 14.30 Uhr gesperrt werden. Die anderen Parkbereiche sollen für Spaziergänger frei zugänglich bleiben.

 

Von Luise Fröhlich

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