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Potsdam Nächste Runde für Soko-Dreh in Potsdam
Lokales Potsdam Nächste Runde für Soko-Dreh in Potsdam
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02:22 19.04.2018
Das Ermittler-Duo (v.l.) Luna Kunath (Caroline Erikson) und Sophie Pohlmann (Katrin Jaehne) im Büro. Quelle: Friedrich Bungert
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Innenstadt

„Das ist ja wie beim Online-Dating hier“, sagt Charmeur David Grünbaum flapsig zu seinem Kollegen Christoph Westermann, der daraufhin kontert: „Du sollst dich nicht verlieben, du sollst das Opfer suchen.“

Die beiden Ermittler klicken sich durch die Landesdatenbank der Polizei auf der Suche nach vermissten Personen. Im Hintergrund hängen Karten, Notizen – und Fotos eines toten Mannes, der mit blutüberströmtem Shirt am Fluss-Ufer liegt. Offenbar stammte er aus Werder, Jahrgang 1971 – das verrät eine angepinnte Notiz .

In der Potsdamer Innenstadt gingen am Montag die Dreharbeiten für die ZDF-Krimiserie „Soko Potsdam“ in die nächste Runde. Täuschend echt war das Gebäude auf der Ecke Gutenbergstraße/Hebbelstraße als Polizeipräsidium ausgestattet. Auf dem Schild direkt in der Eingangshalle hieß es „Polizeiinspektion Potsdam“. Interessierte, die einen Blick nach Innen erhaschten, hätten schon verwundert das Filmteam gefragt, ob hier wirklich das Polizeipräsidium sei, erzählt Produzent Lasse Scharpen.

Im Zentrum des Geschehens stehen die beiden Kommissarinnen Luna Kunath (Caroline Erikson) und Sophie Pohlmann (Katrin Jaehne). Zwei unterschiedliche Freundinnen, die sich aus Kindertagen kennen und ihre Karriere gleich ausgerichtet haben. Chef des Teams ist Bernhard Henschel (Michael Lott).

Katrin Jaehne, die Kommissarin Sophie Pohlmann verkörpert, ist dankbar über das weibliche Power-Duo. „Es sind zwei starke Frauen, die ihre Gefühle haben und wo das Geschlecht am Ende aber keine Rolle spielen wird“, sagt sie. Vielleicht eröffne es auch neue Denkweisen.

60 Motive wurden gesucht

Der Potsdamer Soko Ableger sei „gänzlich anders,“ erklärt Scharpen. Besonders sei beispielsweise, dass die bekannten Größen Hanno Hackfort, Richard Kropf und Bob Konrad den Stoff für die Geschichte lieferten. Die Drehbuchautoren hatten in den letzten Jahren mit den erfolgreichen Serien „4 Blocks“ und „You are wanted“ auf sich aufmerksam gemacht.

„Es soll glaubhaft und natürlich sein – so wie das Revier hier“, erzählt Produzent Scharpen. Schon vor zwei Jahren sei das Format „Soko Potsdam“ vorgeschlagen worden, erzählt der 32-Jährige. Letztes Jahr gab es dann endlich das Go. Scharpen hat in Potsdam studiert, kennt die Stadt gut und bezeichnet sich selbst als Fan. Hier in der Landeshauptstadt zu drehen, sei ein großer Wunsch von ihm gewesen. Schauspielerin Caroline Erikson, die Luna Kunath spielt, überlege sogar von Berlin nach Potsdam zu ziehen.

Über 60 Motive hätte man für die Serie hier ausgesucht. „Potsdam ist sehr facettenreich und bietet für uns großes Potenzial,“ so Regisseur Stefan Bühling. „Das Prunkvolle und gleichzeitig noch die alten DDR-Bauten bilden einen tollen Kontrast und sind sehr hilfreich, Geschichten zu erzählen.“

Seit im März die erste Klappe fiel, wurden bereits Szenen im Holländischen Viertel, in Potsdam-West in der Geschwister-Scholl-Straße, an der Glienicker-Brücke, im Belvedere auf dem Pfingstberg und an einer Tankstelle in Babelsberg gedreht. Auch ein Asia-Imbiss am Johannes-Kepler-Platz wird zu sehen sein.

Schönes Potsdam

Die Landeshauptstadt Brandenburgs sollte vor allem schön und positiv dargestellt werden. Die Räume sind freundlich, es scheint oft die Sonne, die roten Backsteingebäude vom Holländischen Viertel leuchten im Hintergrund, so Scharpen. „Potsdamer sollten ihre Stadt wiedererkennen – das war ein wichtiger Punkt“. Viele Szenen würden in der Innenstadt entstehen – in Cafés, Praxisräumen, Grafikerbüros. Ermittlerin Sophie Pohlmann lebt in einem Einfamilienhaus nördlich der Innenstadt.

Dennoch gibt es auch Welten, jenseits des Sonnenscheins, die man zeigen wolle. „Wir scheuen keine Milieus – und schmücken natürlich auch aus,“ so der Produzent. So würde es zum Beispiel auch um Drogen gehen, verriet er.

Viel mehr wollte man von der Handlung bei der Pressekonferenz am Montag aber nicht verraten. „Es geht um Eifersicht, Gier – wir lassen nichts aus,“ so Scharpen. Gedreht werden soll nicht nur an den Touristen-Magneten, sondern auch in Wohngegenden am Stern, in der Waldstadt und in Schrebergärten im Umland. In Folge sechs, so viel verrät der Produzent, werde eine Folge im Schlaatz spielen.

Blitzlichtgewitter bei den Dreharbeiten In der Gutenbergstraße 67 Quelle: Friedrich Bungert

Am Montag sei das Bergfest gewesen. 21 von 42 Drehtagen habe man nun absolviert. Der erste Block ist geschafft, in dem Stefan Bühling, der 2016 für den Film „Die Weiße Schlange“ mit dem Metropolis-Filmpreis ausgezeichnet wurde, Regie führte. In einer Woche sollen die Dreharbeiten mit Regisseurin Isabel Braak dann planmäßig weitergehen. Die Filmarbeiten finden noch bis zum 20. Mai 2018 in Potsdam und Umgebung sowie in Berlin statt.

Ab Herbst wird die Serie im ZDF ausgestrahlt. Ob es danach eine zweite Staffel geben wird, entscheiden letztlich die Zuschauer, so die Filmemacher.

Von Anne Knappe

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