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Nähen für Frühchen und Sternenkinder

Besondere Sachen für besondere Babys aus Marquardt Nähen für Frühchen und Sternenkinder

Auch wenn der Wecker morgen wieder um 5 Uhr klingelt – Nancy van der Meer sitzt bis Mitternacht an ihrer Nähmaschine. Die 37-jährige Marquardterin hat sich der deutschlandweit aktiven Initiative „Sternschnuppen“ angeschlossen und näht Kleider und Kuscheltücher für Frühchen und Sternenkinder. Mitstreiterinnen und Stoffspenden sind ihr stets willkommen.

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Nancy van der Meer aus Marquardt näht für Frühchen und Sternenkinder. Mitstreiterinnen sind ihr jederzeit willkommen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Marquardt. So groß wie vier Hände ist das Deckchen, das Nancy van der Meer für ein verletzliches Glück näht. Schon bald werden eine Mutter und ein Vater ihr Kind, das um sein Leben kämpft, das krank oder zu früh geboren wurde, in das bunte Tuch hüllen. 40 mal 40 Zentimeter Behaglichkeit für den Brutkasten. Ein farbenfroher Fleck im bleichen Klinikalltag.

Nancy van der Meer näht für Frühchen und für Sternenkinder. Auch wenn der Wecker morgen wieder um 5 Uhr klingelt – die 37-jährige Marquardterin sitzt bis Mitternacht an ihrer Maschine. „Diese Aufgabe“, sagt sie, „macht mich unheimlich glücklich.“

Auf der Neonatologie kamen ihr die Tränen

Ein paar Wochen ist es her, dass sie sich und ihr Angebot im städtischen Bergmann-Klinikum vorgestellt hat. „Auf der Neonatologie sind mir erst einmal die Tränen gekommen“, sagt Nancy van der Meer. „All die Gerüche und Geräusche – das hat so viele Erinnerungen geweckt.“ Nancy van der Meer hat selbst ein Frühchen zur Welt gebracht und weiß, wie groß die Aufregung und die Sorgen sind, wenn sich ein Kind nicht bis zum errechneten Entbindungstermin gedulden kann. Ihre Tochter ist heute acht Jahre alt, Schulkind und wohlauf. „Aber ich weiß noch gut, wie schwer es in den ersten Tagen und Wochen war. Ich hätte mich damals gefreut, wenn ich für meine Kleine so etwas Schönes und Persönliches bekommen hätte.“

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Mehr als 800 Sternschnuppen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nähen, häkeln und stricken für zu früh oder tot geborenen Babys. Was Nancy van der Meer und ihre Mitstreiter in liebevoller Heimarbeit so alles zaubern, sehen Sie hier.

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Auf die Idee, für Früh- und Stillgeborene zu nähen, ist Nancy van der Meer im Internet gestoßen. „Ich war schon länger auf der Suche, wie ich anderen Menschen helfen kann“, erzählt sie. Bei einem ihrer Online-Streifzüge entdeckte sie die „Sternschnuppen“ – eine Gruppe von Frauen und Männern, die für Frühchen und Sternenkinder nähen, basteln, stricken und häkeln. Nancy van der Meer war sofort Feuer und Flamme, nahm Kontakt zu den Schnuppen auf und legte los. Seither näht sie im Akkord und hat auch ihre Mutter und eine Nachbarin für die Sache begeistert. „Näherinnen sind bei uns immer herzlich willkommen“, sagt Nancy van der Meer. Mehr als 800 Schnuppen in ganz Deutschland, in Österreich und in der Schweiz sind im Einsatz.

Der Kuschelfaktor allein genügt nicht, die Hygiene ist wichtig

Nicht nur fleißige Hände, auch Stoffe sind stets gefragt. Wer ein paar Bahnen spendieren möchte, muss aber einige Dinge beachten. So sind Baumwolle und Jersey zwar geeignet – der Kuschelfaktor allein genügt aber nicht, denn die Stoffe müssen der Hygiene wegen bei 60 Grad gewaschen werden können. Nancy van der Meer und die anderen Schnuppen freuen sich aber auch über andere Stoffe – vor allem über ausgediente Braut- und Ballkleider, aus denen sie festliche Outfits für Taufkinder zaubern. Aus Wollresten stricken und häkeln sie Söckchen, Mützen und kleine Erinnerungsstücke wie Herzchen-Paare, von denen die Eltern ihrem Sternenkind ein Herzchen mit auf die letzte Reise geben und das andere für sich behalten können. An so einer kleinen, liebevollen Arbeit hat sich auch Nancy van der Meers Tochter schon einmal versucht.

Sie hat sich das Nähen nach der Geburt ihrer Tochter selbst beigebracht

Versierte Näherinnen nehmen sich indes Sets vor, die Frühchen-Eltern als Erstausstattung geschenkt bekommen: winzige Bodys, Jäckchen und Strampler. „Bei uns macht jeder, was er kann und was er schafft“, sagt Nancy van der Meer. Sie hat sich das Nähen nach der Geburt ihrer Tochter selbst beigebracht. „Ich habe mir nur zeigen lassen, wie man den Faden einfädelt – und los ging’s.“ Heute muss sie Bänder, Schnittmuster, Garne und Stoffe beiseite schieben, wenn sie es sich mal auf der Couch bequem machen möchte. „Das Schöne ist: Wir tüfteln immer wieder etwas Neues aus. Wir möchten alles so machen, wie die Eltern es für ihre Kinder wollen.“

Stoffe für Sternschnuppen

Wer die Sternschnuppen unterstützen möchte, kann sich bei Facebook an „Organisation Sternschnuppen Nähen für Frühchen und Sternenkinder“ oder per E-Mail an steffibrokmann@outlook.de wenden.

Gerade arbeitet die deutschlandweite Initiative daran, sich als Verein eintragen zu lassen. nf

Von Nadine Fabian

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