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Naturkundemuseum soll Biosphäre retten

Potsdams CDU kämpft um die Tropenhalle Naturkundemuseum soll Biosphäre retten

Schon einmal wurde über eine Fusion des Naturkundemuseums Potsdam mit der Biosphärenhalle diskutiert. Damals hatte man das Projekt nicht zuletzt aus Kostengründen verworfen. Die CDU will eine erneute Prüfung – alternativ zur Einrichtung einer Gesamtschule in der Tropenhalle, die im Frühjahr beschlossen werden könnte.

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Mitarbeiter des Naturkundemuseums mit einem präparierten Rothirsch.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Wenige Wochen vor der Abstimmung über die Errichtung einer Gesamtschule in der Biosphärenhalle will die CDU das Verfahren noch einmal öffnen. Wie berichtet, haben die Christdemokraten für die nächste Stadtverordnetenversammlung einen Antrag auf Umzug des Naturkundemuseums in die Tropenhalle angekündigt.

Ziel wären die „kombinierte Einrichtung als zentrales Museum für Naturkunde und Nachhaltigkeit“ als gemeinsame Einrichtung von Stadt und Land sowie der „Erhalt der Tropenhalle als außerschulische Bildungseinrichtung“. Die bisherigen Museumsgebäude in der Breiten Straße 10/11 könnten laut CDU „verwertet“ und beispielsweise als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden.

Überlegungen zur Kooperation von Naturkundemuseum und Biosphäre gab es schon. 2010/11 diskutierten die Stadtverordneten über einen Antrag der Rathauskooperation, nach dem ein Konzept zur „Verknüpfung des Bildungsauftrages Naturkundemuseum mit Biosphäre und Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)“ erstellt werden sollte. Beauftragt wurde schließlich die Prüfung einer Kooperation von Naturkundemuseum und PIK. Von der Biosphäre war keine Rede mehr.

Kernidee dieses Konzeptes war schließlich die Einrichtung eines Wissenschaftsschaufensters zur Klimageschichte Brandenburgs, in dem auch große Exponate wie das Präparat eines Mammuts oder eines Wollnashorns Platz finden sollten. Nötig wäre dafür ein Erweiterungsbau. Im April 2014 beschlossen die Stadtverordneten auf Antrag der Linken, dass für diesen Bau ein Grundstück nahe dem Museum frei gehalten wird. Seither ruht dieses Projekt.

Auf Antrag von CDU und Grünen beschlossen die Stadtverordneten im April 2014 die Aufnahme von Verhandlungen mit dem Land zum gemeinsamen Betrieb des Naturkundemuseums. Im Januar 2015 kam die Absage der Kulturministerin.

In die Sanierung des Naturkundemuseums flossen zuletzt 2,5 Millionen Euro für das 2001 wieder eröffnete Haupthaus in der Breiten Straße 10 und 1,75 Millionen Euro für die Einrichtung des 2010 in Betrieb genommenen Funktionsgebäudes im Nachbarhaus.

Bürgerinitiative: Naturkundemuseum gehört in die Innenstadt

Kritik an Überlegungen zur Verlagerung des Naturkundemuseums äußert die Initiative Freies Tor. Gerade in Zeiten zunehmenden ökologischen Bewusstseins sollte eine so wichtige Einrichtung an einem zentralem Ort in der Stadtmitte verbleiben, so am Donnerstag die Vorsitzende Ellen Chwolik-Lanfermann.

Eine Verlegung widerspreche zudem der Entwicklung der Breiten Straße und der Straße Am Kanal zur Kunst- und Wissenschaftsmeile. Als Adressen nannte Chwolik-Lanfermann das Naturkundemuseum, das Bildungsforum und das Extavium, das Potsdam-Museum/Forum für Bildende Kunst und das künftige Kunstmuseum Barberini, sowie das Kunsthaus im alten Rechenzentrum.

Weitere namhafte Einrichtungen an dieser Strecke sind das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte und das Filmmuseums.

Zu einer lebendigen Innenstadt , so Chwolik-Lanfermann, „gehören nicht nur Möglichkeiten zum Shopping, sondern sie wird gerade auch durch solche Einrichtungen attraktiv“.

Der bereits 2010 diskutierte Umzug des Museums in die Biosphäre wurde unter anderem auch deshalb verworfen, weil deren hohe Luftfeuchtigkeit die Präparatensammlung ruinieren würde. Für den Einbau eines Museumshauses in die Tropenhalle mit eigener Klimatisierung wurden nach MAZ-Informationen mindestens 20 Millionen Euro angesetzt.

Von Volker Oelschläger

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