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Potsdam Naturschutzprojekt um Aradosse ausgezeichnet
Lokales Potsdam Naturschutzprojekt um Aradosse ausgezeichnet
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17:40 09.10.2017
Idyllisch und doch so naturschutzbedürftig: der Aradosee in Babelsberg. Quelle: Stiftung Naturschutzfonds
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Babelsberg

Die Natur schützen und das in der eigenen Nachbarschaft. Seit sechs Jahren macht das das Bertha-von-Suttner Gymnasium in Babelsberg. Der Aradosee hat es sowohl Lehrern als auch Schülern angetan. Seit 2011 beschäftigen sie sich in dem Projekt „Der Aradosee – ein spannendes Ökosystem in Potsdam-Babelsberg“ mit dem See. Am Montag hat die Schule dafür den Landesnaturschutzpreis der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg erhalten. Überreicht hat ihn der Landesumweltminister, Jörg Vogelsänger, persönlich.

Im Sommer kippt der Aradosee regelmäßig um. Dann ist der Sauerstoffgehalt des Wassers so niedrig, dass Fische tot auf der Oberfläche treiben. Wie geht es dem See also tatsächlich? Und wie lässt sich die Wasserqualität verbessern? Chemie- und Biologielehrer Jochen Woller rief das Langzeitprojekt 2011 ins Leben. Das Jahr, in dem auch das Gymnasium gegründet wurde. Seitdem setzen sich die Schüler in Seminargruppen, Arbeitsgemeinschaften (AG) und im Zuge ihres regulären Unterrichtes, etwa in Biologie, Chemie oder Physik, mit dem Aradosee auseinander. „Fast jeder unserer Schüler ist schon mit dem See in Berührung gekommen“, sagt der 53-jährige Woller. Und die Schüler seien sehr interessiert. Die AGs und Seminargruppen seien stets gut gefüllt. „Ich vermute, die Kurse sind deshalb so beliebt, weil man den Naturschutz direkt vor der Haustür machen kann. Das ist ein toller Ansatz“, so Wollter weiter. Die Nähe zur Realität und das Vermitteln relevanter Kompetenzen hat die Jury des Naturschutzfonds überzeugt.

„Wir hatten viele vorbildliche Bewerbungen aus dem ganzen Land“, erzählt Marc Thiele von der Stiftung. „Das Projekt des Bertha-von-Suttner Gymnasiums ragte allerdings schon heraus, weil hier praktischer Naturschutz mit Aspekten der Umweltbildung unglaublich zeitgemäß kombiniert wird.“ Zudem werden die Schüler mit Methoden konfrontiert, die sie später womöglich im Studium und Arbeit nutzen werden, so Thiele weiter. „Auch das war für uns ausschlaggebend.“ Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert.

Die Schüler des Seminarkurses, die am Montag den Preis entgegennahmen, präsentierten an Stationen Methoden und Ergebnisse ihrer Arbeit. Da war zum Beispiel Malte Ranglak. Der 18-Jährige beschäftigt sich mit dem Wasser des Sees. „Ich habe in einem Modell den Nitratgehalt des Wasser künstlich erhöht und dann in Abhängigkeit von Zeit und Materialien geschaut, wie der Nitratgehalt sich verändert“, erzählt er. So kam heraus, dass besonders Schilf und Gartenerde sich sehr gut als Filter eignen würden, um den Gehalt zu senken. Auch Sidney Szilleweit (17) hat bereits Ideen, wie sich das Ökosystem des Aradosees verbessern ließe. „Es bräuchte einen zweiten Durchstich zur Nuthe und in Fließrichtung des Flusses, damit das Wasser besser zirkulieren kann und dadurch mehr Sauerstoff in den See gelangt.“ Allerdings müssten davor Untersuchungen angestellt werden, so der Szilleweit. „Es gibt knapp zwei Meter Faulschlamm im See. Der ist für viele Tiere und Mikroorganismen toxisch. Er könnte in die Nuthe gelangen und dort für Schaden sorgen. Welche Auswirkungen dieser zweite Durchstich haben könnte, muss geprüft werden.“

In den vergangenen fünf Jahren habe sich das Bewusstsein um den See geändert, so Jochen Woller. „Früher war der Aradosee ein Stiefkind Potsdams. Er war nur noch ein stinkender Tümpel“, erinnert sich Woller. „Mir tat es weh, zu sehen, dass sich niemand kümmerte.“ Die Stadtverordnetenversammlung hat derweil beschlossen, Maßnahmen zur Erhaltung des See zu ergreifen - etwa die Reinigung des bereits vorhandenen Durchstiches. „Ich denke, schon dass wir ein kleiner Baustein in diesem Umdenken sind“, sagt Woller. Doch es müsse jetzt weitergehen. „An der Idee des zweiten Durchstiches war der Umweltminister schon mal sehr interessiert.“

Der Aradosee in Babelsberg

Zwischen der Nutheschnellstraße, den Gebäuden der Märkischen Allgemeinen Zeitung und der Kolonie Daheim, der ältesten Wohnungsbaugenossenschaft Potsdams, entstand der Aradosee vor knapp 250 Jahren um Zuge der Nuthebegradigung.

Benannt ist er nach den Arado-Werken, dem Flugzeughersteller aus NS-Zeiten. Während der DDR-Zeit nutzten einige Potsdamer den See zum Baden. Aber vor allem war er bei Anglern beliebt. Zu diesem Zweck setzten Bürger zahlreiche verschiedene Fischarten aus – etwa Aal, Hecht, Zander, Plötze, Güster oder Karpfen. Heute ist der See offizielles Pachtgewässer des Deutschen Anglerverbandes.

Besonders im Sommer, wenn das Wasser warm ist und die Algen blühen und somit kaum Sauerstoff in den See gelangen kann, kommt es immer wieder vor, dass der See umkippt. In solchen Fällen ersticken die Fische an dem niedrigen Sauerstoffgehalt und treiben tot an der Wasseroberfläche. Zu Besserung des Sees braucht er also vor allem mehr Sauerstoff.

Von Annika Jensen

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