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Potsdam Nazi-Parolen in der Innenstadt und am Heiligen See
Lokales Potsdam Nazi-Parolen in der Innenstadt und am Heiligen See
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08:00 10.05.2013
Potsdam

Nach Zeugenaussagen riefen die Männer lautstark ,Sieg Heil’“, sagte ein Polizeisprecher gestern Abend der MAZ. Zwölf Teilnehmer dieser Herrentags-Gruppe, die sich auf dem Luisenplatz gesammelt hätte, seien in Gewahrsam genommen worden. Gegen sie werde nun wegen des Vedachts der Volksverhetzung und der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole ermittelt, so der Polizeisprecher. Die jungen Männer seien teilweise stark alkoholisiert gewesen. Insgesamt, so der Sprecher, habe der Herrentag die Polizei sehr in Anspruch genommen. Zahlreiche Beamte waren im Einsatz.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich am Heiligen See. Zeugen beobachteten am Nachmittag eine 27-köpfige Gruppe, die im Neuen Garten einen Pavillon aufgestellt und einen Musik-Bollerwagen dabei hatte. Drei bis vier Mal sollen die Worte "Sieg Heil" gerufen worden sein. Dazu soll Musik mit rechtsgerichtetem Hintergrund gespielt worden sein. Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie Volksverhetzung ein. Die Personen im Alter zwischen 19 und 29 Jahren kommen aus Potsdam und dem Umland. Um zu klären, welche Musik abgespielt wurde, stellten die Polizisten ein Netbook und einen USB-Stick sicher. Platzverweise wurden erteilt. Die Ermittlungen dauern an.

Die bunten Bilder vom „Herrentag“ sagen also nicht die ganze Wahrheit. Dennoch gab es hauptsächlich friedliche Aktionen. Auf Schritt und Tritt konnte man Männer-Gruppen in der Stadt antreffen, die ausstaffiert mit Hüten und dem obligatorischen Kasten Bier im Gepäck auf Rädern unterwegs waren und lautstark auf sich aufmerksam machten. Auch viele Familien nutzten das schöne Wetter – ab und an durchmischt von Regen –, um sich in und um Potsdam zu amüsieren. So zog es zahlreiche Radler auch ins mittelmärkische Stücken, wo im „Fliederhof“ Bogenschießen angeboten wurde. Andere verbanden den „Herrentag“ mit der „Spargelzeit“ und statteten dem Syring-Hof in Zauchwitz einen Besuch ab. Dort war man mit einem Preiskegeln auf die Pedalritter bestens eingestellt. (sti/bit)

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