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Potsdam Günther Jauch lässt Wasser in Neptungrotte wieder fließen
Lokales Potsdam Günther Jauch lässt Wasser in Neptungrotte wieder fließen
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00:22 13.10.2018
Sichtlich erfreut zeigte sich TV-Star Günther Jauch, der eine sechsstellige Summe für die Grotte gespendet hat. Quelle: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild
Potsdam

Die Sanierungsarbeiten an der Neptungrotte im Park Sanssouci sind endgültig abgeschlossen: Endlich fließt wieder Wasser in die Muschelbecken am Rand des Bauwerks. Die Grotte ist die letzte Schöpfung des Baumeisters Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. Sie wurde in den 1750er-Jahren errichtet und hatte im Lauf der Jahrhunderte durch Witterungseinflüsse, Vandalismus und falsch ausgeführte Instandsetzungsmaßnahmen schwerden Schaden genommen. Seit 2013 arbeitete die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) an der historisch korrekten Aufarbeitung des einzigartigen Bauwerks.

Was für ein Kunstwerk: Die mehr als 250 Jahre alte Neptungrotte im Potsdamer Park Sanssouci ist vollständig wiederhergestellt. Viele Tausend Muscheln, echter italienischer Marmor und ein bezauberndes Wasserspiel laden dazu ein, sich mal richtig königlich zu fühlen. Hier sehen Sie die schönsten Bilder von der Einweihung.

Finanziert hat die Stiftung die Sanierung durch Spenden – die größte Summe kam dabei von TV-Moderator Günther Jauch, der seit langem in Potsdam lebt und immer wieder als Gönner von Bauprojekten auftritt. Dies blieb in der Vergangenheit nicht ohne Kritik. „Es wird immer wieder gesagt, dass es auch genügend marode Schultoiletten und Kitas gibt und dass diese Sachen wichtiger seien“, sagte Günther Jauch. „Aber ich finde, man darf Kultur nicht gegen Schultoiletten aufwiegen.“ Er habe die Hoffnung, so Jauch weiter, dass auch seine Spende ein Bauwerk „möglichst für Jahrhunderte“ ermöglicht habe.

Schmerzhafte Prioritäten

Auch innerhalb der Stiftung habe es durchaus nachdenkliche Stimmen gegeben, sagte der kommissarische Generaldirektor der SPSG, Heinz Berg. Deren Sonderinvestitionsprogramm umfasse schließlich mehrere hundert Millionen Euro. Eine vergleichsweise kleine Summe wie die 3,5 Millionen, die in die Neptungrotte geflossen sind, sei dennoch nicht aus diesem Topf zu finanzieren gewesen. „Der Investitionsstau ist auch 28 Jahre nach der Wende noch so gewaltig, dass wir schmerzhafte Prioritäten setzen müssen“, sagte Heinz Berg. Zunächst sei noch immer die Sicherung des Grundbestandes das oberste Ziel der SPSG. „So kommt es auch, dass wir beispielsweise die Römischen Bäder und das Schlösschen auf der Pfaueninsel erst jetzt angehen können.“ Die Aufarbeitung vermeintlicher Kleinigkeiten wie der Grotte im Park Sanssouci sei daher ohne bürgerliches Engagements nicht möglich.

Doch eigentlich soll an diesem Tag gar nicht das Geld im Vordergrund stehen –und auch nicht dessen Geber. Der Star ist das Bauwerk selbst: Oben thront Neptun mit seinem Dreizack, gehauen aus einem riesigen Block edelsten Carrara-Marmors. Flankiert wird er von zwei Najaden, also Wassernymphen, die Krüge tragen, aus denen sich schließlich das Wasser in die darunterliegenden Muscheln ergießt. Die Grotte selbst ist ein triumphbogenartiger Bau mit meterhohen Marmorsäulen.

Innen bilden 15.000 Muscheln ein Mosaik. „Die Muscheln sind allesamt echt, hier ist nichts aus Gips“, betont Dirk Dorsemagen. Er hat das Projekt Neptungrotte innerhalb der Stiftung geleitet – auch für einen erfahrenen Architekten kein alltägliches Vorhaben. Fledermauspopulationen verzögerten die Arbeiten, auch das Bauwerk selbst macht es den beteiligten nicht leicht. „Das Gewölbe war zwischendurch einsturzgefährdet“, sagte Dirk Dorsemagen. Erst ein Stahlbetonring konnte es stützen.Wohl auch wegen dieser Schwierigkeiten ist die nun erfolgte Wiedereröffnung der Grotte inklusive der aufsehenerregenden Wasserkaskade für Heinz Berg etwas ganz Besonderes: „Hier ist heute wirklich ein Wunder geschehen.“

Von Saskia Kirf

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