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Potsdam Neu Fahrlands Einwohner fürchten Flüchtlinge
Lokales Potsdam Neu Fahrlands Einwohner fürchten Flüchtlinge
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15:15 21.10.2015
Schon im Sommer 2013 gab es Protest gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in Neu Fahrland. Quelle: Christel Köster
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Neu Fahrland

Anfang November sollen auch in Neu Fahrland zwei Leichtbauhallen errichtet werden, um bis zu 96 Flüchtlinge unterzubringen. Die Stadtverwaltung lädt deshalb am heutigen Mittwochabend ab 18 Uhr alle Einwohner des Ortsteils zu einer Informationsveranstaltung in den Bürgertreff (Am Kirchberg 51). Potsdams Sozialbeigeordnete Elona Müller-Preinesberger und der städtische Flüchtlingskoordinator Frank Thomann werden dort die Flüchtlingsunterbringung im gesamten Stadtbereich und im Ortsteil erläutern. Fest steht, dass die zwei Hallen in Neu Fahrland in unmittelbarer Nähe des Bürgertreffs und eines Kindergartens in der Straße „An der Birnenplantage“ errichtet werden und etwa zwei bis drei Jahre dort bestehen sollen.

Zwei Leichtbauhallen werden in Neu Fahrland errichtet

Kurz vor der Einwohnerversammlung zur Flüchtlingsunterbringung kursiert ein offener Brief, in dem die Errichtung der Leichtbauhallen nahe der Kita Kinderland abgelehnt wird. Darin heißt es: „Die Entscheidung für einen Ort darf aus unserer Sicht jedoch nicht auf Kosten der Sicherheit von Kindern geschehen.“ Anschließend wird den Flüchtlingen eine Gefahr für die Kinder unterstellt: „Die Errichtung von zwei Leichtbauhallen für 96 männliche Flüchtlinge unterschiedlicher Herkunft, Ethnie und Religionen nur wenige Meter in direkter Nachbarschaft zu einem Kindergarten und einem stark frequentieren Kinderspielplatz stellt ein unverantwortlich hohes Sicherheitsrisiko dar.“

Ein offener Brief sieht darin ein „Sicherheitsrisiko“ für Kinder

Der Brief ist nicht namentlich unterzeichnet, sondern inklusive Flüchtigkeitsfehlern nur mit „die Anwohner Neu Farhlands und die Eltern des Kindergartens Kinderland“ unterschrieben. Der Urheber ist unbekannt. Dem Kita-Träger, der Fröbel-Gruppe ist der Brief bekannt, die Kita-Leitung sei allerdings derzeit im Urlaub. Man könne daher nicht einschätzen, inwiefern tatsächlich Eltern der Einrichtung an dem Schreiben mitgewirkt haben.

Die Stadt weist die Vorwürfe zurück. Manche Unterkünfte in Potsdam existieren seit Jahren und befinden sich in der Nähe von Kindergärten und Schulen. Bisher habe es keinen einzigen Vorfall in diesem Zusammenhang gegeben.

Schon 2013 haben die Einwohner gegen Flüchtlinge protestiert

Die Bürger in Neu Fahrland haben sich bereits in der Vergangenheit einmal erfolgreich gegen die Unterbringung von Flüchtlingen gewehrt. Im Sommer 2013 wurde dafür ein Plattenbau neben der Villa Adlon am Lehnitzsee ins Auge gefasst. Das führte damals zu Bürgerprotesten und Kritik von der noch immer amtierenden Ortsvorsteherin Carmen Klockow (damals CDU, heute Bürgerbündnis). „Die Bürger fühlen sich übergangen, weil das Haus zweckentfremdet wird“, sagte sie damals der MAZ. Sie wies darauf hin, dass der Abriss des Plattenbaus schon in den neunziger Jahren geplant gewesen sei. Zudem sei die Kita ausgelastet, Freizeiteinrichtungen würden fehlen und die Anwohner würden sich um „Hab und Gut“ sorgen. Auch habe man „Angst, dass man Rechtsradikale anzieht“. Wenig später hatte sich die Angelegenheit von selbst erledigt, weil in dem Haus Asbest festgestellt worden war.

Von Peter Degener

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