Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Film-Uni-Neubau wird Problembaustelle
Lokales Potsdam Film-Uni-Neubau wird Problembaustelle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:45 05.11.2018
Erweiterungsbau neben der Fillmhochschule in der Marlene-Dietrich-Allee Foto:Bernd Gartenschläger. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
Babelsberg

Zwei Jahre Zeitverzug und einen Kostensprung um mehrere Millionen Euro gibt es auf der Baustelle für einen Ergänzungsbau der Filmuniversität Babelsberg. Nach früheren Plänen sollte das sogenannte Haus 6 im Frühsommer dieses Jahres fertig sein. Aktuell rechnet der zuständige Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen mit zwei Jahren Verspätung: „Der Ergänzungsbau Haus 6 für die Filmuniversität wird nach heutigem Kenntnisstand in der ersten Hälfte 2020 fertiggestellt sein“, sagte Sprecherin Ulrike Rehberg auf MAZ-Anfrage. Haus 6 ist die erste Erweiterung des 1999/2000 errichteten Neubaus für die damalige Filmhochschule. Die ersten fünf Häuser der Filmuniversität „Konrad Wolf“ sind durch überdachte Atrien miteinander verbunden.

„Wachsende Studierendenzahlen und neue Studienangebote“ machten eine „Erweiterung des Gebäudes notwendig“, heißt es auf der Internetseite der Filmuniversität. Haus 6 biete auf 3600 Quadratmetern in drei Geschossen Platz für eine Mensa mit Vollküche und 100 Sitzplätze sowie einem kleinen Veranstaltungsbereich, für Büros und Seminarräume sowie fachspezifische Räume für die Studiengänge Sound, Filmmusik, Montage, Schauspiel, Animation und Szenografie. Der Erweiterungsbau werde über eine Brücke mit dem Hauptgebäude verbunden.

Baubeginn für das Gebäude an der Marlene-Dietrich-Allee war im Sommer 2015. Im Dezember 2016 wurde im Beisein von Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) und Finanzminister Christian Görke (Linke) das Richtfest gefeiert. Damals stand als Ziel noch die Eröffnung im Frühsommer 2018. Diskutiert wurde aber schon über die Kosten. „Mit den Kosten kämpfen wir noch“, sagte Norbert John, Technischer Geschäftsführer des Landesbetriebes für Liegenschaften und Bauen. 13,6 Millionen waren damals veranschlagt, Finanzminister Görke prognostizierte, dass die Summe von 14 Millionen Euro nicht überschritten wird. Von einer „Kostenexplosion“ könne nicht die Rede sein, sagte er.

Aktuell stehen mindestens fünf Millionen Euro mehr zur Debatte: „Im Haushaltsplanentwurf 2019/20 ist ein Investitionsvolumen von 18,5 Millionen Euro vorgesehen“, sagt Sprecherin Rehberg. Doch wahrscheinlich wird es noch teurer. Ursache dafür wäre der Zeitverzug auf der Baustelle, den Rehberg mit Problemen bei der Auftragsvergabe begründet: „Aufgrund des anhaltenden enormen Baubooms mussten wesentliche Ausschreibungen aufgehoben werden. Die dadurch notwendigen Vergabeverfahren führten zu zeitlichen Verzögerungen. Der Bauablauf wurde dadurch derart verschoben, dass die Fassade nicht mehr vor dem Winter geschlossen werden kann.“ Damit, so die Sprecherin ergäben sich Verzögerungen auch für die nachfolgenden Gewerke: „Der Innenausbau und der Einbau der Technik können erst ab dem nächsten Frühjahr realisiert werden.“

Offen ist noch, wie teuer Zeitverzug und Neuausschreibungen tatsächlich werden: „In welcher Höhe die beschriebenen notwendigen wiederholten Vergabeverfahren zu höheren Kosten führen, kann gegenwärtig noch nicht abschließend eingeschätzt werden“, sagt Rehberg.

Die Filmuniversität plant mittlerweile mit einer Übernahme des Gebäudes zum Wintersemester 2020/21. „Wir rechnen mit einer Fertigstellung bis Sommer 2020“, sagt Sprecherin Susanne Kern, „so dass wir das Gebäude zum Wintersemester 2020/21 übernehmen können.“

Filmuniversität Babelsberg

Die Filmuniversität „Konrad Wolf“ wurde 1954 als Deutsche Hochschule für Filmkunst gegründet. Sie ist Brandenburgs einzige Kunsthochschule sowie die älteste und größte Filmhochschule der Bundesrepublik.

Bis in die 1990er Jahre war die Filmhochschule über diverse Villen und andere Grundstücke in Babelsberg verteilt. 2000 wurde der Neubau an der Marlene-Dietrich-Allee eröffnet.

Das Hauptgebäude der Filmuniversität vereint unter einem Atrium fünf Einzelhäuser mit einer Gesamtnutzfläche von 10 285 Quadratmetern. Mit dem Haus 6 kommen weitere 3600 Quadratmeter hinzu. Mit dem Neubau soll die Filmuniversität endlich eine richtige Mensa bekommen.

An der Filmuniversität waren im Oktober rund 820 Studenten eingeschrieben. Zum Vergleich: Zum Richtfest für das Haus 6 im Dezember hatte die Filmuniversität offiziell 550 Studierende.

Die Studienplatzkapazitäten erhöhten sich laut Filmuniversität zuletzt unter anderem durch die neuen Studiengänge Creative Technologies und Filmkulturerbe.

Von Volker Oelschläger

Die Polizei musste eine Gruppe Raser auf der A115 stoppen. Zeugen hatten sechs Autos gemeldet, die wild über die Autobahn fuhren, drängelten und hupten. Vier Autos mit 17 Insassen wurden erwischt.

05.11.2018

Der neue Siebdruck-Kalender des Kollektivs „Studio114“ rückt Gebäude in den Focus, deren Herkunft fast schon in Vergessenheit geraten ist. „Potsdam 2019 – Zwischenmoderne“ ist seit Montag in ausgewählten Buchläden zu haben.

05.11.2018
Potsdam Überfall auf Jungfernsee-Villa - Täter schieben sich einander die Schuld zu

Vor dem Landgericht Potsdam ist der Prozess gegen die vier Männer, die im Juli 2017 eine Familie im Nobel-Viertel am Jungfernsee überfallen haben, fortgesetzt worden. Drei der Täter haben nun ausgesagt – der Vierte im Bunde schweigt. Aus gutem Grund.

05.11.2018