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Wetterdienst-Neubau teurer als geplant

Regionalzentrale des Deutschen Wetterdienstes in Potsdam Wetterdienst-Neubau teurer als geplant

Für 31,5 Millionen Euro soll eine neue Regionalzentrale des Deutschen Wetterdienstes in Potsdam entstehen. Doch die Planungen für den Neubau sind wesentlich teurer als geplant. Am Sonnabend hatten die Wetterfrösche das letzte Mal zum Tag der offenen Tür in die alten Gebäude an der Michendorfer Chaussee eingeladen.

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DWD-Mitarbeiter Jürgen Tremmel präsentiert eine „englische Wetterhütte“, in der verschiedene Messinstrumente untergebracht sind.

Quelle: Christel Köster

Potsdamer Forst. Ein paar Wolken mischen sich in die sonnigen Aussichten der Potsdamer Wetterfrösche: Ab 2016 soll an der Michendorfer Chaussee 23 anstellte der nicht mehr sanierungswerten Gebäude ein Neubau für die Regionalzentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) entstehen. Die explodierenden Kosten verzögern das Vorhaben. Der Etat für Baumaßnahmen und technische Ausstattung sollte 31,5 Millionen Euro nicht überschreiten, inzwischen gehen Planungen von zusätzlich sechseinhalb Millionen Euro aus. Das sagte DWD-Niederlassungschefin Ursula Behrens am Sonnabend beim Tag der offenen Tür. Jetzt will das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur – Aufsichtsbehörde des DWD – prüfen lassen, wo Kosten reduziert werden können. Das verzögert Aus- und Umzug.

Der Baustart wurde in der Vergangenheit wegen Sparmaßnahmen des Bundes immer wieder verschoben.

Bereits im Januar 2014 hatte das Berliner Büro TRU Architekten und Generalplaner GmbH den ersten Preis im nicht offenen Realisierungswettbewerb für den DWD-Neubau gewonnen. Sie haben für eine Nutzfläche von 7000 Quadratmetern einen gestaffelten Komplex entworfen, der aus einem dreigeschossigen, einem zwei- sowie einem eingeschossigen Gebäude besteht. Im Erdgeschoss sieht das Konzept des sechsköpfigen Architektenteams einen „Wetterboulevard“ vor, der Kommunikationszentrum für Mitarbeiter wie Besucher sein soll, alle Nutzungen verbindet und sie mit dem Außenraum verknüpft. Die Fassade wird in Naturtönen gehalten, um sich in die Umgebung des Potsdamer Forstes einzufügen.

Ursula Behrens hofft, dass 2016 der Startschuss für den Neubau fällt. Zuvor müssen die maroden Häuser, das älteste stammt von 1957, mit dem unübersehbaren Charme von DDR-Funktionsarchitektur abgerissen werden. Gebäude oder Teile davon zu erhalten, lohnt sich nicht: „Der Sanierungsaufwand wäre zu hoch.“

Außer Wettervorhersage, Klimatologie, Wetterstationsbetreuung, Forschung und Entwicklung und Verwaltung soll im Neubau das „Back-up-Rechenzentrum“ untergebracht werden. Zum Einsatz käme der Potsdamer Superrechner – mit dessen Hilfe die Meteorologen komplexe Wetter- und Unwettervorhersagen erstellen –, wenn das „Mutterschiff“ in der Offenbacher DWD-Zentrale mal ausfiele.

Bis das neue Gebäude steht, muss die DWD-Regionalzentrale mit ihren 170 Beschäftigten umziehen. Wohin, sei noch unklar. „Aber wir haben schon ein paar Optionen im Auge und sind optimistisch, einen Standort zu finden“, sagte die Meteorologin. In jedem Fall will man in Potsdam bleiben.

Das Haus 3 ist wegen des undichten Daches und dem von der Decke fallenden Putzes bereits leer gezogen, 30 Kollegen sind im einstigen Telekom-Domizil an der Michendorfer Chaussee untergekommen.

Ende des vergangenen Jahres hat die Kantine dicht gemacht. Die Pächterin hat bei einem anderen Angebot zugegriffen. „Wir versorgen uns jetzt selbst, bringen Essen für die Mikrowelle mit“, erzählt Ursula Behrens.

Sechs Regionalzentren

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) wurde 1952 in Offenbach am Main gegründet, darin zusammengeführt die Wetterdienste der westlichen Besatzungszonen. Bereits 1950 entstand der Meteorologische Dienst der DDR. „Hauptwetterdienststelle“ war Potsdam. 1990 wurde der Meteorologische Dienst in den DWD integriert.

Zu den Aufgaben und Dienstleistungen gehören unter anderem Wettervorhersagen, die meteorologische Sicherung der Luft- und Seeschifffahrt und das Warnen vor Wetter-Ereignissen, die die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährden könnten sowie das Überwachen und Dokumentieren des Klimas in Deutschland.

Außer der Zentrale in Offenbach am Main gibt es sechs Regionalzentren: Potsdam, Leipzig, Hamburg, Essen, Stuttgart und München. Potsdam ist für Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zuständig.

Zu den wichtigen Aufgaben des DWD gehört die Koordination der meteorologischen Interessen Deutschlands in Abstimmung mit der Bundesregierung auf nationaler Ebene. Die Regierung wird in zwischenstaatlichen und internationalen Organisationen wie zum Beispiel der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) vertreten.

Der DWD erfasst, bewertet und überwacht die physikalischen und chemischen Prozesse in der Atmosphäre. Er hält Informationen zum gesamten meteorologischen Geschehen bereit, bietet eine reichhaltige Palette von Dienstleistungen für die Allgemeinheit an und betreibt das nationale Klimaarchiv.

Mehr als 50 000 Kunden nutzen die Leistungen des Deutschen Wetterdienstes.

Von Ricarda Nowak

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