Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Neue Asylunterkunft während andere schließen

Weniger Asylsuchende in Potsdam Neue Asylunterkunft während andere schließen

Der Zustrom ebbt stark ab. Dennoch baut die Landeshauptstadt vor – im wahrsten Wortsinne. Eine neue Unterkunft für Flüchtlinge soll ab 2017 in Marquardt eröffnen. Anderswo schließen die Quartiere allerdings ihre Pforten wieder. So sind die zwei geplanten Unterkünfte inzwischen wieder vom Tisch.

Voriger Artikel
Fast 80 Bewerber für vakante Dezernentenstellen
Nächster Artikel
Im Katastrophenfall hilft das Landeskommando

Gute Stimmung, auch wenn der Alltag für Flüchtlinge oft schwer ist.

Quelle: Archiv

Potsdam. Auch wenn der Zustrom an Flüchtlingen in den vergangenen Wochen deutlich nachgelassen hat, trifft die Landeshauptstadt dennoch Vorkehrungen, um weiterhin die Unterbringung von Flüchtlingen sicherzustellen. Eine neue Gemeinschaftsunterkunft ist in Marquardt geplant an der Marquardter Chaussee 102 in der Nähe der Schiffbau-Versuchsanstalt. Hier soll ein Wohnblock aus DDR-Zeiten, den die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) der Stadt zur Nutzung überlässt, in den nächsten Monaten zur Gemeinschaftsunterkunft umgebaut werden. Ab 2017 können dann etwa 80 Menschen dort wohnen.

In den letzten Tagen fanden die Bewohner im Umfeld der Marquardter Chaussee 102 in ihren Briefkästen Post von der Stadtverwaltung vor mit der Einladung zu einer Informationsveranstaltung am 12. April ab 18 Uhr in der Kulturscheune Marquardt. Die Einrichtung der Unterkunft sei notwendig, „um weiterhin eine Schließung von Turnhallen und Veranstaltungsräumen zu vermeiden“, schreibt Frank Thomann, Fachbereichsleiter Soziales und Gesundheit, in der Einladung.

Freiwillige Helfer bringen Bettwäsche in einer Flüchtlingsunterkunft

Freiwillige Helfer bringen Bettwäsche in einer Flüchtlingsunterkunft.

Quelle: Archiv

Seit Januar hat Potsdam zwar nur 160 Flüchtlinge aufgenommen. Aber: „Wir wissen derzeit nicht, wie viele Menschen in diesem Jahr kommen – deshalb haben wir lieber eine Unterkunft mehr als eine zuwenig“, erklärte Stadtsprecher Jan Brunzlow am Freitag. Außerdem können in den nächsten Monaten möglicherweise nicht mehr so viele Menschen aus den Gemeinschaftsunterkünften in Wohnungen ziehen wie bisher, weil wegen des Familiennachzugs der Wohnraum knapper würde.

Auch auf Landesebene will man lieber vorausschauend gerüstet sein, obwohl sich die Situation in den Erstaufnahmeeinrichtungen deutlich entspannt hat – unter anderem wegen der Schließung der Balkan-Route und der winterlichen Witterung. Von den 5600 belegbaren Plätzen in den 13 Erstaufnahme-Standorten sind derzeit nur 1817 belegt.

Heinrich-Mann-Allee: nur 86 von 900 Plätzen belegt

Besonders krass fällt das zahlenmäßige Missverhältnis in der Potsdamer Zweigstelle der Erstaufnahmeeinrichtung in der Heinrich-Mann-Allee aus, die im Herbst unter Hochdruck binnen weniger Tage eingerichtet wurde. Von den knapp 900 Plätzen sind derzeit aber nur 86 belegt. Dennoch plant das Land nicht, die Erstaufnahmeeinrichtungen massiv zurückzufahren Man will an den bisherigen Planungen vielmehr festhalten. Das Problem: Es fehlt eine neue Prognose des Bundes zu den Flüchtlingszahlen. „Der Bund ist bislang nicht in der Lage gewesen, uns zu sagen, wohin die Reise geht. Deshalb können wir auch den Landkreisen und den kreisfreien Städten derzeit keine Prognose geben“, sagte der Vizesprecher des Innenministeriums, Wolfgang Brandt, am Freitag.

Haeckelstraße schließt – woanders bläst man gleich alles ab

Zu Jahresbeginn war man in Potsdam noch davon ausgegangen, dass bis zu 1500 Personen im Jahr 2016 aufgenommen werden müssten. Darauf will man nach wie vor vorbereitet sein. Derzeit gibt es in der Stadt zwölf Gemeinschaftsunterkünfte mit tausend Plätzen, die alle belegt sind. Ungenutzt sollen hingegen die Notunterkünfte in den Leichtbauhallen in Drewitz und Neu Fahrland bleiben. Die Unterkunft im Wohnungsverbund Haeckelstraße in Potsdam-West – hier leben etwa 70 Menschen – wird wegen der bevorstehenden Sanierung im Sommer seine Türen schließen. Auch in Kartzow, wo etwa 20 Plätze zur Verfügung standen, werden keine Flüchtlinge mehr untergebracht. Außerdem fallen ungefähr 50 Plätze weg, die in Pensionen angemietet wurden.

In dieser Villa in der Berliner Straße 79 sollten ursprünglich bis zu hundert Flüchtlinge untergebracht werden

In dieser Villa in der Berliner Straße 79 sollten ursprünglich bis zu hundert Flüchtlinge untergebracht werden.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Komplett vom Tisch sind dem Vernehmen nach zwei geplante Unterkünfte in der Berliner Straße. Im Haus Nummer 79 wollte man eigentlich bis zu hundert Flüchtlinge unterbringen. Das Vorhaben soll gescheitert sein, weil der Vermieter das Quartier nicht rechtzeitig zur Verfügung stellen konnte. Auch für den ursprünglich eingeplanten Standort Berliner Straße 139 will die Stadt den Vertrag kündigen.

Von Ildiko Röd

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg