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Neue Betonrampen für Rollsportler

Lindenpark Potsdam Neue Betonrampen für Rollsportler

Am Wochenende treffen sich Skateboarder und BMX-Radler im Lindenpark zum „10/20 Weekend“. Zwei neue Betonrampen werden eröffnet. Außerdem gibt es gute Musik und Deftiges vom Grill.

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Sozialarbeiter Tinko Jäckel vom Jugendhaus j.w.d. lädt zum „10/20 Weekend“.

Quelle: christel köster

Babelsberg. Ein schwungvolles Geburtstagsgeschenk aus Beton – wer freut sich denn über so etwas? Antwort: Alle die, die auf rollenden Brettern stehen. Am Wochenende wird im Familien- und Kulturzentrum Lindenpark das „10/20 Weekend“ gefeiert. Hinter den Zahlen verbergen sich zwei Jubiläen: 1996 fand der erste „Summer Slam“ statt – ein offener Wettbewerb für Skateboarder. Zehn Jahre später haben sich BMX-Radler beim „Simple Jam“ mit tollkühnen Sprüngen gemessen. Die Pedaleure fahren am Sonnabend, die Skateboarder rollen am Sonntag.

Erstmals kann man nicht nur über mobile (und immer wieder neu kombinierbare) Hindernisse brettern, sondern über zwei neue, stationäre Betonrampen in 90 und 135 Zentimetern Höhe. In hunderten Stunden freiwilliger Arbeit haben rund 25 Skateboarder ihre neue Attraktion im Lindenpark gestaltet. Seit März haben die jungen Leute unter fachkundiger Aufsicht von Sozialpädagoge Tinko Jäckel an den geschwungenen Attraktionen gewerkelt. Der 46-Jährige arbeitet seit mehr als 20 Jahren im Lindenpark-Jugendclub j.w.d. („janz weit draußen“), kümmert sich dort um die Rollsportler. Jäckel war selbst ein Skaterboy, fährt selbst nur noch gelegentlich. Fürs Foto hat Jäckel die Betonrampen aber ausprobiert. Fazit: Rollt gut!

Das ist vor allem drei – im Rampenbau erfahrenen – Jungs zu verdanken, die in Handarbeit den Beton derart geglättet haben, dass kein Huckelchen das Rollvergnügen stört. Zwischen den mit Karobändern abgesetzten Betonrampen ist außerdem eine Zufahrt für Rollstuhlfahrer entstanden. Sie nutzen das Skater-Areal gelegentlich für Kunststücke, haben aber nun auch eine direkte Zufahrt bekommen. Mehrere Tonnen Beton sind für die Roller-Neuheit verbaut, außerdem Bauschutt wiederverwertet worden. Die „mittlere vierstellige Summe“ fürs Material hat die Allianz Versicherung spendiert.

Momentan besteht die Rollsport-Szene in Potsdam aus etwa 60 Aktiven. „Zum Glück ist die Szene wieder größer geworden. Es gab schon mal trübere Zeiten“, erzählt Jäckel.

In die Vergangenheit dürfen die Besucher am Wochenende rollen. Eine Mini-Ausstellung mit Plakaten und Zeitungsausschnitten sowie ein paar Skater-Videos erinnern daran, wie alles anfing mit den Summer Slams. Lustige Wiedererkennungserlebnisse sind garantiert. Brettsportler der ersten Stunde, Profis, Rookies (Anfänger) und Talente von morgen werden erwartet. „Und natürlich dürfen gute Musik und gutes Essen nicht fehlen“, sagt Jäckel.

An den Wochenenden müssen die Skater Ruhezeiten einhalten: Von 12 bis 15 Uhr sowie ab 20 Uhr dürfen Rollen oder Räder nicht über den Asphalt scratchen. Der Lindenpark befindet sich in einem inzwischen dicht bebauten Wohngebiet. Dabei bedauern Nachbarn mit Kindern diese Einschränkungen durchaus, wie es heißt. Sie würden gern mit ihrem Nachwuchs in der Mittagszeit gern mal rumkommen.

Von Ricarda Nowak

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