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Potsdam Neue Details zum geplanten Klinik-Verbund
Lokales Potsdam Neue Details zum geplanten Klinik-Verbund
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00:21 11.01.2019
Im Spätsommer 2018 hat die Oberlinklinik zwei neue OP-Säle in Betrieb genommen. Ein Klinik-Verbund könnte solche Investitionen leichter machen. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Die Alexianer und das Oberlinhaus haben nun auch offiziell bekanntgegeben, drei ihrer Einrichtungen zu einem Klinik-Verbund zusammenschließen zu wollen: das St. Josefs-Krankenhaus, die Oberlinklinik und das Evangelische Zentrum für Altersmedizin (EZA). Laut Andreas Koch, Geschäftsführer der Oberlinklinik und kaufmännischer Vorstand des Vereins Oberlinhaus, handelt es sich bundesweit um „eine einmalige Kooperation eines katholischen und eines evangelischen Trägers in dieser Form“, denn beide Partner sollen gleichwertig beteiligt sein. Oliver Pommerenke, Geschäftsführer des St. Josefs-Krankenhauses und des EZA, betont, das neue Angebot werde „weder Konkurrenz noch Kannibalismus“ unter den beiden Träger fördere und auch keine Konkurrenz zum städtischen Bergmann-Klinikum sein. „Wir werden das Bergmann-Klinikum weiterhin brauchen“, so Pommerenke. „Wir sehen uns als Partner. Potsdam braucht alle Einrichtungen, um eine gute Versorgung sicherstellen zu können.“

Was ist wann geplant?

Geplant ist der Zusammenschluss des St. Josefs-Krankenhauses, der Oberlinklinik und des EZA mit allen ambulanten, stationären und teilstationären Leistungsbereichen, mit ihren Medizinischen Versorgungszentren und mit den Senioren- und Pflegeeinrichtungen. Dazu wird die Holding „Christliche Kliniken Potsdam“ (CKP) gegründet, eine gGmbH. Die beiden Träger Alexianer und Oberlinhaus werden jeweils einen Gesellschafteranteil von 50 Prozent halten. Der Zusammenschluss soll im dritten Quartal 2019 erfolgen. Dabei ändert sich die Zugehörigkeit der einzelnen Häuser zu den Trägern nicht, sie sollen zudem „maximale Selbstständigkeit und Freiheit“ behalten. Auch die Namen der drei Häuser bleiben bestehen, da sie etablierte Marken sind. Designierte Geschäftsführer der CKP sind Oliver Pommerenke und Andreas Koch.

Weshalb wollen die drei Häuser enger zusammenarbeiten?

Sowohl Alexianer als auch Oberlinhaus betonen, dass man nicht aus wirtschaftlichem Zwang handelt. „Alle Häuser sind gesund“, sagt Oliver Pommerenke. „Niemand ist in Not geraten, niemand muss den anderen überfallen, niemand muss gerettet werden.“ Dennoch erfolge der Zusammenschluss aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Investitionssicherheit. Man müsse in der boomenden Region Potsdam und in direkter Nachbarschaft zu Berlin sein Leistungsspektrum stabilisieren und ausbauen. Angebote wie orthopädische und neurologische Geriatrie oder ein ambulantes OP-Zentrum lassen sich demnach leichter in einer Partnerschaft realisieren und wirtschaftlich betreiben.

Welchen Vorteil bringt der Verbund den Patienten?

Der Verbund ermöglicht ein abgestimmtes Vorgehen der drei Häuser in der medizinischen Versorgung und Weiterbehandlung von Patienten jedes Alters. „Es ist ein riesiger Luxus, dass wir Versorgungsbrüche vermeiden und alles aus einer Hand leisten können“, so Pommerenke. „Wir ergänzen uns perfekt und niemand nimmt dem anderen etwas weg.“ Man sei zudem den christlichen Werten gleichermaßen verpflichtet, was sich in einer den Menschen zugewandten Pflege im Sinne von Diakonie und Caritas zeige.

Welchen Vorteil haben die Unternehmen?

Die drei Kliniken können sich die Patienten gegenseitig zuweisen. Es ergeben zudem sich Einsparungen bei kostspieligen Anschaffungen etwa in der Medizintechnik. Fort- und Weiterbildung können koordiniert, standortübergreifende Ausbildungskonzepte erarbeitet werden. Man hofft auch, seine Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen und so Fachkräfte zu binden.

Was bedeutet der Verbund für die Mitarbeiter?

Alexianer und Oberliner betonen, dass derzeit kein Personalabbau geplant ist. „Es wird durch den Zusammenschluss keine betriebsbedingten Kündigungen geben“, versichert Andreas Barthold, Hauptgeschäftsführer der Alexianer. Da sich aber einige Arbeitsbereiche überschneiden (man unterhält zum Beispiel fünf Küchen), ist aber durchaus mit Einsparungen zu rechnen. So könnten Stellen nicht nachbesetzt werden, wenn Mitarbeiter in Rente gehen. „Uns drängt aber nichts“, betont Barthold. „Wir werden das mit Augenmaß angehen“, versichert Andreas Koch.

Welche medizinischen Bereiche deckt der neue Verbund ab?

Das Angebot umfasst die Bereiche Chirurgie, Innere Medizin, Neurologie, Frauenheilkunde, Geburtshilfe, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin, allgemeine Orthopädie, Kinder- und Neuroorthopädie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Akutgeriatrie. Zudem verfügt der Verbund über ein radiologisches Institut, eine Notaufnahme und ein Endoprothesen-Zentrum sowie über Tageskliniken, Reha-Angebote und Angebote in der Altenhilfe.

Die drei Häuser des neuen Verbunds im Überblick

Das St. Josefs-Krankenhaus der Alexianer verfügt über 244 Betten und 542 Mitarbeiter. Es behandelt jährlich 12000 Patienten stationär und 18000 Patienten ambulant.

Die Oberlinklinik verfügt über 160 Betten und 360 Mitarbeiter. Dort werden jährlich 5000 Patienten stationär und teilstationär behandelt und 17200 Patienten amublant.

Das Evangelische Zentrum für Altersmedizin, das seit August 2018 ebenfalls zu den Alexianern gehört, verfügt über 423 Betten/Plätze und 367 Mitarbeiter. Dort werden jährlich 2100 Patienten stationär und teilstationär behandelt.

Von Nadine Fabian

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