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Neue Gärten für die Stadt

Urban Gardening in der Potsdamer City Neue Gärten für die Stadt

Lebenskünstler Jürgen „Lupo“ Rohne will entlang der Brandenburger Straße kleine Gärten entstehen lassen und damit den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Er ist nicht der Einzige, der sich um Potsdams Schönheit kümmert.

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Jürgen „Lupo“ Rohne beim Gärtnern.

Quelle: Saskia Popp

Potsdam. Die Luft flirrt in der Potsdamer Innenstadt, so heiß ist es. Eis tropft auf die Straße, eine Schülergruppe drängt sich am schmalen Schattenstreifen einer Hauswand entlang, doch Jürgen „Lupo“ Rohne lässt sich nicht beirren. Er trägt bei dieser Hitze Anzug, Krawatte – und Gießkanne.

In der Dortustraße entsteht der Luisengarten, das neueste Projekt des Lebenskünstlers und ehemaligen Bürgermeisterkandidaten Rohne und seines Vereins „Lupo – wer sonst!“. Potsdam begrünen wolle er, sagt Rohne, es zu einer ökologischen, freundlichen, selbstbestimmten Landeshauptstadt machen. Dafür ist er unter die „Urban Gardener“ gegangen. Die Bewegung hat sich der Begrünung und Nutzbarmachung von Innenstadtflächen verschrieben, ihre Tätigkeiten reichen vom Gemüseaufbau auf den Dächern von Innenstadtgebäuden bis hin zur attraktiven Bepflanzung von Grünstreifen an Straßen. Rohne hat sich die Innenstadt vorgenommen, genauer gesagt die Kreuzungen an der Brandenburger Straße. Nach seinem Willen sollen dort überall kleine Stadtgärten entstehen, die zum Verweilen einladen und einen weiteren positiven Effekt haben: „Die Gärten können den CO-Ausstoß der Autos binden und damit das stadtökologische Klima verbessern“, sagt Rohne.

Er ist bei weitem nicht der einzige, der in Potsdam Spaten und Pflanzen zur Hand nimmt, um die Umwelt zu verschönern. Im Holländischen Viertel hat die Bepflanzung der Baumscheiben rund um die Straßenbäume eine lange Tradition. Anwohner und Geschäftsinhaber kümmern sich oft schon seit Jahren um die Grünflächen vor ihren Fenstern, allerdings sehen sie selbst das zum Teil zwiespältig: „Eigentlich wäre das die Aufgabe der Stadt“, findet Katja Wascher vom Garnatelier. Doch da sich diese nicht kümmert, haben Wascher und ihre Geschäftspartnerin die Sache selbst in die Hand genommen. „Den Müll auf dem Gehweg müssen wir ja auch selbst wegmachen, da wollten wir uns wenigstens auch eine schöne Ausgabe gönnen.“

Wenige Kilometer weiter auf dem Luisenplatz sorgt die von allen „Elli“ genannte Aktivistin seit einiger Zeit für opulente Bepflanzung und ausgeklügelte Dekorationselemente. Jan Brunzlow, Sprecher der Stadt Potsdam, hat grundsätzlich nichts gegen die umtriebigen Aktivitäten der Blumenfreunde: „Wir freuen uns über jeden Anwohner oder Geschäftsinhaber, der sich um die Grünflächenpflege kümmert“, sagt er, „solange der eigentliche Baumbestand nicht angegangen wird.“

„Lupo“ Rohne hat, so sagt er, sogar eine schriftliche Erlaubnis des Grünflächenamtes für seine Pflanzarbeiten. Ihm ist der ökologische Aspekt seines Engagements besonders wichtig: „Wir müssen ururenkeltaugliche Lösungen für die Stadt finden“. Momentan versorgt er seine Pflanzen mit Trinkwasser, welches ihm Buchhändler Carsten Wist zur Verfügung stellt, doch Rohne hofft auf die baldige Freilegung einer alten Wasserpumpe in der Dortustraße. „Ich bin ganz sicher“, so der 63-Jährige, „dass die zur Eröffnung der Gärten am 31. August wieder stehen wird“.

„Lupo“ ist fertig, die Rose im Luisengarten eingepflanzt, die Pflanzen gegossen, er selbst verschwitzt. Drei Touristen aus dem gegenüberliegenden Café sprechen ihn an, was er denn da gerade gemacht habe, ob er ihnen das erklären könne? Jürgen „Lupo“ Rohne setzt sich sofort zu ihnen. Er kann.

Von Saskia Popp

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