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Potsdam Neue Runde im Streit um Karl-Liebknecht
Lokales Potsdam Neue Runde im Streit um Karl-Liebknecht
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13:31 22.02.2018
Gedenktafel für Karl Liebknecht an der Fassade des Hauses in der Hegelallee 38. Quelle: Foto: Joachim Liebe
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Potsdam-Golm

In der Diskussion um eine Umbenennung der Karl-Liebknecht-Straße in Golm gibt es einen neuen Vorschlag. Laut Grünen-Fraktionschefin Janny Armbruster schlägt der Senat der Universität Potsdam die Umbenennung in Clara-Immerwahr-Straße vor. Die potenzielle Namenspatin (1870-1915) war als Chemikerin eine der ersten deutschen Frauen mit Doktorgrad, Menschen- und Frauenrechtlerin. Die Grünen hatten mit Marie Curie (1867-1934) und Sofja Kowalewskaja (1850-1891) zuvor bereits zwei andere Namensvorschläge unterbreitet. Die Umbenennung wurde allerdings in einer ersten Abstimmungsrunde vom Ortsbeirat Golm abgelehnt, auch im Kulturausschuss gab es mehrheitlich Kritik, ein Votum wurde in diesem Gremium bisher aber aufgeschoben.

Die Initiative der Grünen auf Umbenennung wird nicht mit der Person Liebknechts (1871-1919) begründet, als linker SPD-Politiker Protagonist der Novemberrevolution 1918, später Mitgründer der KPD, am 15. Januar 1919 wie Rosa Luxemburg von Freikorps-Offizieren ermordet. Begründet haben die Grünen ihren Antrag mit einer Namensdoppelung.

Seit der Eingemeindung 2003 gibt es in Potsdam zwei Karl-Liebknecht-Straßen: in Babelsberg und in Golm. Das führe insbesondere bei neuen Studierenden, aber auch bei Gästen der Wissenschaftseinrichtungen in Golm „regelmäßig zu Verwirrungen“, so die Grünen. Einen ersten Antrag der Universität Potsdam auf Umbenennung gabes bereits 2005. Damals schlugen sie die Mathematikerin Emmy Noether (1882-1935) für die Neubenennung vor.

Grundsätzliche Kritik an der beabsichtigten Namensänderung in Golm kam von dem Stadthistoriker und Straßennamensexperten Klaus Arlt. Die Straße in dem Ortsteil habe im Gegensatz zur Straße in Babelsberg einen unmittelbaren Bezug zur Person Liebknechts, sagt er.

Arlt verweist darauf, dass Golm im Gegensatz zu Babelsberg, früher Nowawes, im sogenannten Kaiserwahlkreis 7 mit Potsdam, Osthavelland und Spandau lag, in dem Liebknecht 1912 erstmals für die SPD ein Reichtagsmandat erkämpfte. Nowawes hingegen lag im Wahlkreis 10 mit Teltow, Beeskow und Charlottenburg. Zu den mit Golm verknüpften Episoden gehört laut Arlt eine Veranstaltung im Jahr 1910, die eigentlich in einer Gastwirtschaft stattfinden sollte, wegen Widerstand vom Wirt aber auf ein Grundstück an der heutigen Ecke Reiherberg-/Karl-Liebknecht-Straße verlegt wurde.

Vorschläge zur Güte kamen von der SPD und den Anderen. Letztere schlugen vor, die Golmer Straße in Karl-Liebknecht-Chaussee umzubenennen. Die SPD hat der Uni empfohlen, nur die Straßen auf dem Uni-Campus umzubenennen. Armbruster ist gegen die teilweise Umbenennung. Beim „inneruniversitären Bereich“ handle es sich „nicht um gewidmete Straßen“, sagte sie am Dienstag. Und die Straße selbst könne man „nicht teilen, wenn keine Kreuzung da ist“. Sie vermutet, die bisher ablehnende Haltung des Ortsbeirates sei mit dem Aufwand begründet, den eine Umbenennung für die rund 100 Anwohner hätte. Auch der neue Namensvorschlag muss zuerst den Ortsbeirat passieren.

Von Volker Oelschläger

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