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Potsdam Neue Werke für den Skulpturenpfad
Lokales Potsdam Neue Werke für den Skulpturenpfad
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13:39 11.10.2018
Die Lichtinstallation „Habulamond“ von Rainer Gottemeier unter der Humboldtbrücke. Quelle: Rainer Gottemeier
Schiffbauergasse/Innenstadt

Der 2013 eröffnete Skulpturenpfad „Walk of Modern Art“ am Havelufer zwischen der Potsdamer Innenstadt und dem Kulturviertel Schiffbauergasse wächst. Am Sonnabend wird unter der Humboldtbrücke die Lichtinstallation „Habulamond“ von Rainer Gottemeier eingeweiht. Das jüngste Projekt des Potsdamer Künstlers war die zum 24-Stunden-Festival „Stadt für eine Nacht“ in der Schiffbauergasse angeschaltete Installation „Lichte Horizonte“ auf dem Tiefen See. Noch im Herbst soll nach Auskunft von Mike Geßner, Mitglied des für den Skulpturenpfad zuständigen Beirats für Kunst im öffentlichen Raum, mit „Berserker I/II“ von Stella Hamberg kurz vor dem Potsdam-Museum die mittlerweile achte Station des Skulpturenpfades vorgestellt werden. Die Berliner Künstlerin hatte im Sommer 2016 eine viel beachtete Doppelausstellung im Kunstraum des Waschhauses und in der Villa Schöningen.

Der Lichtkünstler Rainer Gottemeier unter der Humboldtbrücke. Über ihm die Stahlrahmen der Installation. Quelle: Volker Oelschläger

Das Habula im Titel der neuen Arbeit Gottemeiers trägt in sich den altgermanischen Begriff für Haff oder Bucht. Habula war auch der ursprüngliche Name der Flusslandschaft, die erst später von den Slawen in Havel umbenannt worden sein soll. Auf der Wasseroberfläche unter der Humboldtbrücke tanzt mit einsetzender Abenddämmerung blasses Licht in Linien und Flecken, das mit zunehmender Dunkelheit an Intensität gewinnt und schließlich zu fortgesetzter Stunde in gleißendem Weiß über pechschwarzem Grund tiefe Räume markiert. Eine ganze Batterie biegsamer Fensterrahmen greift dort scheinbar ineinander, verschiebt sich gemächlich auf sanfter Strömung, erzittert, verschwimmt im Hauch einer Bö, um dann aufs Neue klare Kontur zu gewinnen.

Für den „Habulamond“ ließ der Künstler neun Rahmen mit jeweils vier mal 2,5 Meter Größe anfertigen, auf die biegsame Flextube-Leuchtstoffröhren gespannt wurde. Zwei Tage dauerte die Montage der unregelmäßig nebeneinander gehängten, manchmal ineinander greifenden Rahmen im Stahlkassettengerüst der Brückenkonstruktion. Zeitweise hantierten und zogen sechs Handwerker der Spezialfirma Trollwerk Production gleichzeitig an Flaschenzügen und Seilen, berichtet der Künstler, den die kraftraubende Tätigkeit an das Bild vom Wirken der alten Ägypter beim Bau der Cheops-Pyramide erinnerte. Die Installation unter der Brücke ist im Gegensatz zu früheren Projekten Gottemeiers auf dem Tiefen See wie den „Lichten Horizonten“ im Sommer 2018 oder den „Lichtachsen“ zur Eröffnung des Theaterneubaus im Spätsommer 2006 auf Dauer angelegt.

Armando im August 2014 bei der Enthüllung seiner Bronzeskulptur „Der Krieger“ vor dem VW-Designzentrum. Quelle: Bernd Gartenschläger

14 Punkte skizzierte Jutta Götzmann als Vorsitzende des Beirats für Kunst im öffentlichen Raum Anfang 2013 bei der ersten Vorstellung des Kunstpfad-Projektes als mögliche Stellplätze für Skulpturen. Der prominente Eröffnungsplatz auf der Wiese vor dem VW-Designzentrum wurde im August 2014 im Beisein des Künstlers mit der düster-charismatischen Bronzeskulptur „Der Krieger“ von Armando (1929-2018) besetzt. Der Zielpunkt kurz vor dem Potsdam-Museum präsentiert mit den gespenstisch beseelten Bronzeriesen von Stella Hamberg (Jahrgang 1975) die Antwort einer jüngeren Künstlergeneration. Zwei Stationen des Skulpturenpfades schienen besonders schwierig zu händeln: Das Dach der neuen Feuerwache, das dem Potsdamer Künstler Hubertus von der Goltz für eine seiner über dem Abgrund balancierenden Schattenfiguren vorbehalten ist; noch gibt es keinen Aufstellungstermin dafür. Und der Durchgang der Humboldtbrücke.

Eine zu Beginn diskutierte Idee war die Arbeit mit Sprayern. Offenbar hat man das aber nicht weiter verfolgt. Er sei vor eineinhalb Jahren von Mitgliedern des Kunst-Beirats angesprochen worden, sagt Gottemeier. Das Problem schien für ihn die Konstruktion: „Ich kann doch kein Loch in den Brückenpfeiler bohren.“ Statt dessen habe er schließlich die Idee gehabt, die Brückenkonstruktion als Traverse zu nutzen und die Rahmen einzuhängen. Künftig schimmert es allnächtlich silbern unterm Gebälk: „Es scheint, als hätte sich ein tief fliegender Mond unter dem Brückenbauwerk verfangen“, sagt der Künstler. Das Publikum aber sieht hinunter auf die Spiegelung.

Die Lichtinstallation „Habulamond“ unter der Humboldtbrücke wird am Sonnabend um 18.30 Uhr eröffnet.

Der Skulpturenpfad „Walk of Modern Art“

Mit dem Skulpturenpfad „Walk of Modern Art“ am Ufer zwischen Innenstadt und Schiffbauergasse wurde 2013 begonnen. Vorbild ist ein Skulpturenpfad der Salzburger Innenstadt mit Werken namhafter Künstler wie Anselm Kiefer, James Turell und Christian Boltanski.

Das Potsdamer Projekt soll auf eineinhalb Dutzend Stationen anwachsen. Begonnen wurde es mit der Doppelsäule „Ambus Mundos“ von Jörg Plickat an der Alten Fahrt und „Großer Fibonacci“ von Rudolf Valenta in der Schiffbauergasse.

2014 folgte mit dem „Krieger“ von Armando (1929–2018) vor dem VW-Designzentrum das erste Werk eines Künstlers mit Atelier in Potsdam. 2015 fand das 1974 für das Haus des Reisens am Platz der Einheit geschaffene „Flugschiff“ von Peter Rohn und Christian Roehl (1940–2013) einen neuen Platz am Parkhaus in der Schiffbauergasse.

Weitere Zugänge waren „Dynamisches Raumzeichen II“ von Otto Hajek (1927–2005) an der Alten Fahrt und „Spola“ von Herbert Mehler in der Schiffbauergasse. Mit den Arbeiten von Rainer Gottmeier und Stella Hamberg wächst der Skulpturenpfad in diesem Jahr auf acht Stationen.

Von Volker Oelschläger

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