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Neuer Eigentümer der Ex-Geschäftsstelle in der Hebbelstraße: Marius Schwarz, Finanzvorstand Studio Babelsberg

Treberhilfe-Haus in Potsdam für 685 000 Euro versteigert / In Caputh wird Helma Zuschlag versagt Neuer Eigentümer der Ex-Geschäftsstelle in der Hebbelstraße: Marius Schwarz, Finanzvorstand Studio Babelsberg

Zum Schluss wurde es noch einmal richtig spannend bei der Zwangsversteigerung der ehemaligen Geschäftsstelle des insolventen Sozialunternehmens Treberhilfe Brandenburg gestern Nachmittag: In Tausenderschritten kletterten die Gebote nach oben, bis bei 685 000 Euro der Hammer fiel.

POTSDAM. Den Zuschlag für das denkmalgeschützte Haus in der Hebbelstraße 53 erhielt Marius Schwarz, Finanzvorstand von Studio Babelsberg. Er war einer von lediglich zwei Bietern, die sich für das Gebäude im Holländischen Viertel interessierten. Mit Schwarz gab Michael Linckersdorff, der in Berlin ein Geschäft für Uhren- und Schmucksammler betreibt, im Amtsgericht seine Gebote ab; bei 681 000 Euro aber war für ihn Schluss.

Marius Schwarz, der ebenfalls in Berlin wohnt, will selbst nicht in die Hebbelstraße 53 einziehen, wie er nach der Versteigerung sagte. „Es ist einfach ein schönes Haus“, begründete er sein Interesse. Von innen habe er sein neues Eigentum allerdings noch gar nicht gesehen, sagte er. „Die Fassade ist mir aber gleich aufgefallen“, so der 55-Jährige. Die Mieter, die derzeit die beiden Wohnungen in den oberen Etagen bewohnen, können bleiben, das sagte er schon mal zu. Die beiden Gewerbeeinheiten will er vermieten. An wen, darüber hat er sich noch keine Gedanken gemacht. „Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass ich den Zuschlag bekomme“, so Marius Schwarz. Jetzt fahre er erst mal nach Italien, danach wolle er einen Blick in das Haus werfen.

Der angesetzte Verkehrswert für das 212 Quadratmeter große Grundstück mit Wohn- und Geschäftshaus lag mit 735 000 Euro über dem Ersteigerungswert. Als Hauptgläubigerin stimmte die Hypovereinsbank dem Zuschlag dennoch zu. Harald Ehlert, Ex-Geschäftsführer der Treberhilfe, hält die 685 000 Euro für einen anständigen Preis. Das sagte er gestern auf MAZ-Anfrage. Die Treberhilfe Brandenburg – ein Tochterunternehmen der Berliner Treberhilfe – wollte ihre Geschäftsstelle in der Hebbelstraße ursprünglich zur Bildungsstätte ausbauen, um Mitarbeiter für die Obdachlosenarbeit zu qualifizieren. „Ich finde den Standort noch immer optimal für Bildungsangebote“, so Ehlert.

In Caputh hingegen glaubt der Ex-Treberhilfe-Chef nicht mehr daran, dass das 10 453 Quadratmeter große Grundstück in der Schwielowseestraße 62 sozial genutzt werden wird. Die Treberhilfe wollte auf dem Areal ursprünglich eine Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie aufbauen. Am 23. April war das Seegrundstück samt unsanierter Villa für 860 000 Euro an die Helma Wohnungsbau GmbH zwangsversteigert worden (MAZ berichtete). Die Hypovereinsbank – auch hier Hauptgläubigerin – hatte sich jedoch zwei Wochen Bedenkzeit erbeten, ob sie dem Gebot zustimmt.

Gestern nun gab das Amtsgericht bekannt: Der Zuschlag für Helma wurde versagt. „Das Gebot erschien uns auch nach reiflicher Überlegung einfach zu niedrig“, sagte Ralf Priebe von der Hypovereinsbank. Der Verkehrswert laut Gutachten lag bei 1,1 Millionen Euro. Ob die Bank nun versuchen wird, das Grundstück am Markt zu verkaufen oder ob es einen weiteren Zwangsversteigerungstermin geben wird, dazu konnte Ralf Priebe gestern noch nichts sagen. „Das müssen wir jetzt in Absprache mit dem Insolvenzverwalter entscheiden“, so Priebe.

Die Helma Wohnungsbau GmbH jedenfalls hat weiter Interesse an dem Grundstück. „Das ist ein sehr schönes Areal und der Bestand an Grundstücken in dieser Lage ist schließlich endlich“, sagte ein Vertreter der Firma. Da für das Grundstück bereits ein Bauvorbescheid für sieben Einfamilienhäuser vorliege, biete sich diese Nutzung an. „Wir werden auf jeden Fall verfolgen, wie es mit dem Objekt weitergeht“, so der Helma-Sprecher. (Von Meike Jänike)

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