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Neuer Name, neuer Kopf: Pogida macht weiter

Neue Demos in Potsdam geplant Neuer Name, neuer Kopf: Pogida macht weiter

Die asylkritische Pogida-Bewegung in Potsdam will weitermachen – allerdings unter neuem Namen und mit neuer Leitung. Der umstrittene bisherige Anmelder, Christian Müller, will in die zweite Reihe treten. Bereits kommende Woche könnte es die erste Demo unter neuem Namen und neuer Leitung geben. Doch ganz klar ist das noch nicht.

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Pogida in Potsdam, im Hintergrund der Landtag und die Nikolaikirche.

Quelle: imago

Potsdam. Für kommenden Dienstag wird in Potsdam mit der nächsten Pogida-Demo gerechnet. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Abgeordneten Andrea Johlige (Linke) hervor. Das Innenministerium nennt darin den 17. Mai als möglichen nächsten Termin. Die Abgeordnete fragt ab, welche Anmeldungen für Veranstaltungen der extremen Rechten bzw. mit rassistischem und fremdenfeindlichem Bezug in ganz Brandenburg für das zweite und dritte Quartal bisher vorliegen. Dabei ist eine Pogida-Demo am Pfingstdienstag mit 300 Teilnehmern aufgeführt. Aber auch der 15. April ist genannt – diese Demo war aber wieder abgesagt worden. Stand der Liste des Innenministeriums ist der 8. April, also der Tag nach der jüngsten Potsdamer Pogida-Kundgebung.

Der Polizei liegt noch keine Anmeldung vor

Die Polizei konnte am Montag aber noch keine Demonstrationsanmeldung bestätigen. Die vorerst letzte Kundgebung der islamkritischen Gruppe hatte am 7. April stattgefunden. Pogida-Frontmann Christian Müller (32) hatte an dem Tag seinen Rücktritt erklärt und weitere, bereits geplante Demos wieder abgesagt. Die Gruppe werde unter neuem Namen und mit neuer Leitung weitermachen, hieß es. Als möglicher Nachfolger wurde der Potsdamer Holger Schmidt genannt.

Holger Schmidt (l) und Christian Müller

Holger Schmidt (l.) und Christian Müller.

Quelle: Michaela Grimm

Müller war wegen seiner kriminellen Vergangenheit und seiner Nähe zu zwei als „Störchen“ bekannten Sexualstraftätern in der JVA Brandenburg/Havel massiv in die Kritik geraten und hatte daraufhin das Handtuch als Anmelder geworfen. Auch intern hatte es Streit in der Gruppe gegeben. Müller hatte erklärt, als Pressesprecher weitermachen zu wollen. Als Hauptorganisator wolle er aber nicht mehr agieren.

Das neue Organisationsteam sei noch nicht komplett aufgestellt, dafür gebe es schon einen neuen Namen, sagte Müller am Dienstag der MAZ. Die Gruppe wolle sich künftig „Potsdam wehrt sich“ nennen. Für den 17. Mai sei nach seiner Kenntnis bislang noch keine Demonstration angemeldet worden. Er rechne aber noch im Mai mit der nächsten Veranstaltung.

Großer Gegenprotest bei den vorherigen Kundgebungen

Bei der letzten Pogida-Kundgebung hatten die Gegendemonstranten prominente Unterstützung: Liedermacher Konstantin Wecker hatte vor seinem Auftritt im Nikolaisaal bei der Kundgebund des Bündnisses „Potsdam bekennt Farbe“ gesungen. Demonstration und Gegendemonstrationen waren in den vergangenen Monaten immer von einem großen Polizeiaufgebot begleitet worden. Potsdamer mussten regelmäßig massive Verkehrseinschränkungen in Kauf nehmen. Sollte Pogida unter neuem Namen wieder aktiv werden, wird es wieder massiven Gegenprotest geben. „Egal wie sie sich nennen, sie haben keine Antworten auf die Fragen der Zeit“, so Linke-Kreischef Sascha Krämer. „Potsdam wehrt sich gegen Rassisten“, so Krämer in Anspielung auf den neuen Namen der Gruppe.

Von Marion Kaufmann

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