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Neuer Potsdamer Club startet am Freitag durch

Eröffnung in der Pirschheide Neuer Potsdamer Club startet am Freitag durch

Der Musikclub Pirschheide im früheren Potsdamer Hauptbahnhof wird am Freitag mit einer großen Party eröffnet. Angekündigt sind unter anderem der Potsdamer Elton-John-Interpret Andy Schulte und Andreas Kümmert, der mit seinem Verzicht auf die Teilnahme am Eurovision Song Contest für Schlagzeilen sorgte. Für Schlagzeilen hatten auch bereits die Urinale des Clubs gesorgt.

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Blick von der Bühne in den Saal mit der Empore über dem Haupteingang.

Quelle: Christel Köster

Potsdam/Pirschheide. Nach mehreren Testläufen wird Potsdams neuer Live-Club im Wartesaal des einstigen Hauptbahnhofs an der Pirschheide am Freitag offiziell eröffnet. Angekündigt sind zum „Grand Opening“ die Berliner Band „Eyes on Funk“, der als begnadeter Elton-John-Interpret bekannte Potsdamer Andy Schulte und Stimmwunder Andreas Kümmert, der vor zwei Jahren mit seinem Verzicht auf die Teilnahme am Eurovision Song Contest für Schlagzeilen sorgte.

Die Inhaber Ronald und Shima Engelhardt mit dem  Maskottchen „Pirschi“

Die Inhaber Ronald und Shima Engelhardt mit dem Maskottchen „Pirschi“.

Quelle: Christel Köster

Der Vorverkauf für den Konzertabend laufe gut, sagt Inhaber Ronald Engelhardt (48), der die denkmalgeschützte Bahnhofshalle 2013 von der Bahn erworben und seither gemeinsam mit seiner Frau Shima Engelhardt (46) sukzessive zum Club umgebaut hat. Einen ersten Test mit vollem Haus gab es am 17. Dezember bei einer Vor-Eröffnungsparty mit den Rockbands Starfucker und Blacksmith. Für Aufsehen sorgte vor allem die über den Eingang gezogene Publikumsempore mit eigener Barlounge. Die Bühne wurde vor den Eingang zu dem Tunnel gesetzt, der früher zu den oberen Gleisen Richtung Berlin und Magdeburg führte.

Schalterhalle des Potsdamer Hauptbahnhofs im Jahr 1963

Schalterhalle des Potsdamer Hauptbahnhofs im Jahr 1963.

Quelle: Bundesarchiv, Eva Brüggmann

Der einstige Hauptbahnhof am Rande der Stadt wurde in den 1950er Jahren am Ortstausgang Richtung Werder errichtet und mit dem Mauerbau 1961 zur Zentralstation der damaligen Bezirksstadt. Nach dem Mauerfall verlor er rasch an Bedeutung. Die Schalterhalle wurde seit 1999 nicht mehr genutzt. Heute sind es vor allem kleine Details, die an die frühere Nutzung erinnern: die Meißner Fliesen an den Wänden, die verkleideten Öffnungen der Schalter; eines dieser Fenster, dessen Rahmen sich im Sperrmüll fanden, konnte originalgetreu rekonstruiert werden.

Zu den Funden zählt laut Engelhardt ein Hinweisschild aus Milchglas, das den Weg zu den unteren Gleisen 7 und 8 wies – auf denen die „Eule“ genannte Bahn auf ihrer Fahrt zwischen Michendorf und dem Potsdamer Stadtbahnhof einen Zwischenstopp einlegte. Das Schild unter einer illuminierten Gitarre wurde ergänzt mit weiteren Hinweisen, darunter einem Wegweiser zu den WCs. Einen speziellen Humor beweist das Piktogramm für die Frauentoilette, das eine Person im arabischen Tschador mit Sehschlitzen zeigt. Ronald Engelhardt sagt, er habe sich bei der Gestaltung des Clubs von seinen vielen Aufenthalten in Arabien und Südostasien inspirieren lassen.


Eines der umstrittenen Designer-Pissoire

Eines der umstrittenen Designer-Pissoire.

Quelle: Christel Köster

Für politische Aufregung sorgten bereits die Kussmund-Urinale auf der Herrentoilette, eine Kreation der holländische Künstlerin Meike van Schijndel, deren Einbau in der Pirschheide unter anderem von Potsdams Frauenbeauftragter, dem Frauenzentrum und den Grünen als „frauenverachtend“ kritisiert wurde. Schützenhilfe bekam Engelhardt von der Frauen-Union, die darauf verwies, dass diese Kreation weltweit zu finden sei und diese Debatte als „Pipifax“ zurückwies.

Verraten sei, dass es lediglich drei dieser speziellen Urinale gibt, die zwischen gewöhnlicheren Keramiken in Schwarz platziert sind. Engelhardt begründet die unregelmäßige Gestaltung damit, dass er auf E-Bay nur drei der Schijndel-Becken ersteigern konnte. Ersatzweise gibt es an der Wand Fotografien von anderen dieser Kussmund-Becken. Darüber hängt im wandfüllenden Großformat das Foto von Fans unmittelbar vor einer Bühne. Laut Engelhardt entstand es bei einem Konzert der „Böhsen Onkelz“ in Berlin.

Persönlich bevorzugen Shima und Ronald Engelhardt allerdings Udo Lindenberg, Bruno Mars, Guns ’n’ Roses, Linkin Park, Herbert Grönemeyer und Marius Müller-Westernhagen. Der zweite große Publikumstest für die Pirschheide war am 2. Mai ein Konzert von Johannes Oerding ausschließlich für Radiohörer von Antenne Brandenburg. Nächster Termin ist am 17. Juni ein Konzert der 1976 gegründeten Boy-Group The Teens Core.

Vorab gibt es am 11. Juni einen ersten Ausflug in die Klassik. Dann legen die Musikfestspiele Sanssouci mit ihrem traditionellen Fahrradkonzert erstmals einen Zwischenstopp in der Pirschheide ein. Auf dem Programm stehen mehrere Auftritte von BMX-Weltmeister Viki Goméz zur Musik eines Streichquartetts.

Von Volker Oelschläger

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