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Neuer Schwung fürs Holländische Viertel

Potsdamer Händler ergreifen Initiative Neuer Schwung fürs Holländische Viertel

Das Holländische Viertel ist nicht nur Weltkulturerbe und Ort der niederländischen Kulturpflege. Als modernes Handels- und Verweilquartier soll es künftig deutlicher sein Potenzial ausspielen. Die Händler haben jetzt eine Aktionsgemeinschaft gegründet.

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Innenstadt. Die Händler im Holländischen Viertel nehmen jetzt die Vermarktung des Quartiers selbst in die Hand. Mit den seit Jahren unsicher gewordenen Traditionsfesten des Vereins zur Pflege niederländischer Kultur in Potsdam wie Sinterklaas und Tulpenfest wackeln nicht nur feste Pfeiler für die Planungen der Geschäftsinhaber, sondern sinkt ein stückweit auch wieder die Außenwirkung des besonderen. Deshalb haben ansässige Unternehmer die Aktionsgemeinschaft „Holländisches Viertel“ gebildet, deren Vereinsgründung bevorsteht, und ein erstes Event im August geplant.

„Das Viertel ist mehr als Weltkulturerbe und niederländische Kultur, was vom Verein um Herrn Göbel sehr gut abgedeckt wurde“, sagte AG-Sprecherin Alice Paul-Lunow (34) gestern der MAZ. Die Feste seien „gut und wichtig und wir bedauern sehr, dass sie nun eine unsichere Bank geworden sind“, so die Marketingkauffrau, die seit 2004 im Holländischen Viertel wohnt und dort eine Event und Marketing GmbH führt. Um den Sinterklaas-Weihnachtsmarkt 2014 zu retten, hatten die Händler finanziell den Trägerverein unterstützt. Das ausgefallene Tulpenfest im Frühjahr habe eine schmerzliche Lücke gerissen und die Händler offenbar noch zusätzlich aufgerüttelt, selbst aktiv zu werden. „Sie wollen nicht nur Geld beisteuern, sondern sich inhaltlich miteinbringen“, so Paul-Lunow. 16 Mitglieder hat die AG, weitere Interessenten sind willkommen, wirbt die 34-Jährige, die aus Vehlefanz (Oberhavel) stammt und in mehreren Brandenburger Städten Stadtmarketing betrieben, Unternehmerstammtische und lokale Feste organisiert hat. Die Potsdamer ließen sich auch nicht durch die gescheiterten AG-Gründungsversuche in den vergangenen Jahren entmutigen. „Dieses Viertel hat Potenziel und das wollen wir zeigen. Besonders den Potsdamern selbst“, so die Mutter von zwei Kindern.

Mit wenigen Mitteln soll bereits am 15./16. August, dem Schlössernacht-Wochenende, unter dem Motto „Kunst im Viertel“ ein kleiner Handwerker- und Kunstmarkt stattfinden. In der Mittelstraße können sich Künstler und Handwerker präsentieren. Zum Beispiel Gürtelmacher, Kettensägekünstler, Schmied und Fadenspinner. Erstmals zeigt 3D-StreetArt Motive von Potsdamer Sehenswürdigkeiten als Straßenmalkunst. In der Galerie Baake tritt ein Udo-Lindenberg-Double auf. Eine historische Kutsche lädt zu Rundfahrten in der Altstadt ein. Für Kinderaktionen ist die Benkertstraße frei.

„Kunst im Viertel“ sollte sich etablieren, wünscht sich Paul-Lunow. Aber es gehe nicht nur um Feste. Die AG hat gerade eine Internetseite geschaltet, die ausgebaut wird. Es gibt Logo, Stempel und bald einheitliche Einkaufstüten im Viertel. Die Händler denken über familienfreundliches Einkaufen nach, wollen Weihnachtsbeleuchtung und Dekorationen abstimmen, Aspekte, die die Besonderheiten des Standortes markieren, noch besser herausstellen.

Größtes Problem: Das vom Land verhängte Sonntagsöffnungsverbot. „Ich verstehe den Mitarbeiterschutz, aber ich als Unternehmer möchte die Freiheit haben, mich am Sonntag in meinen Laden stellen und öffnen zu können“, so Alice Paul-Lunow. Die Zusammenarbeit mit IHK, städtischer Wirtschaftsförderung und AG Innenstadt sei aber „gut organisiert“.

AG Holländisches Viertel

Die Aktionsgemeinschaft „Holländisches Viertel“ wurde Ende März gebildet. Die Gründung als Verein läuft.

Die AG richtet sich ausschließlich an die rund 80 im Viertel ansässigen Läden, Restaurants und Galerien.

16 Mitglieder gehören der AG an; weitere Interessenten sind willkommen.

Die Zusammentreffen finden an jedem letzten Mittwoch im Monat, immer um 18.30 Uhr, im Maison Charlotte, Mittelstraße 20, statt.

Akteure aus der Region, besonders Musiker, können sich noch für die eintrittsfreie Veranstaltung „Kunst im Viertel“ am 15./16. August von 11 bis 18 Uhr, anmelden. Kontakt: 0331/28 79 23 13.

Von Claudia Krause

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