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Neuer Zugang zum Uferweg Groß Glienicke

Uferweg Groß Glienicke Neuer Zugang zum Uferweg Groß Glienicke

Seit mehr als zehn Jahren wird um eine durchgängige Nutzbarkeit des Weges um den Groß Glienicker See gekämpft. Jetzt hat die Stadt im Streit mit Grundstückseigentümern juristischen Rückenwind bekommen und einen neuen Zugang zum Uferweg freigegeben, der den Nutzungsdruck vergrößern dürfte.

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Der Weg vom Uferweg am See führt über eine Gabelung hinauf zur Dorfstraße und zur Kirche von Groß Glienicke.

Quelle: Foto: Rainer Schüler

Groß Glienicke. Mit einem neuen Zugang ist am Freitag der Uferweg am Groß Glienicker See deutlich aufgewertet worden. Baudezernent Bernd Rubelt grub eine neue Esche am Wegesrand ein und gab mit diesem symbolischen den 50 Meter langen Weg von der Glienicker Dorfstraße zum See für eine öffentliche Nutzung frei, die an diesem Gewässer nicht selbstverständlich ist. Denn noch immer haben zwei Grundstückseigentümer, die Land bis an die Uferkante gekauft haben, den Weg an zwei Stellen gesperrt.

Der neu geschaffene Zugang, der mit einer Gabelung sanft auf den Uferweg führt, ist nur zu einem Teil städtisches Eigentum. Eine hölzerne Quer-Linie in der ockerfarbenen „wassergebundenen Decke“ des Weges deutet an, dass der obere Teil immer noch Eigentum des Villenbesitzers ist, der neben dem Weg baut, aber der Stadt das Wegerecht zugebilligt hat. Das wurde schon im Bebauungsplanverfahren als Bedingung für eine Baugenehmigung festgelegt.

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Seit mehr als zehn Jahren wird um die durchgängige Nutzbarkeit des ehemaligen Postenweges der DDR-Staatsgrenze als Rad- und Wanderweg gekämpft. Die Frpnt der Wegesperrer wird kleiner, doch zwei Sperren gibt es noch. Und an mehreren Abschnitten sieht der offene Weg gewollt verwahrlost aus.

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Die Stadt habe in der Vergangenheit immer wieder ihr anhaltendes Interesse bekundet, Baumaßnahmen im Bereich von Uferwegen immer dann umzusetzen, wenn die Rahmenbedingungen dies möglich machen, sagte Rubelt am Freitag. Das Wegerecht war im Spätsommer geklärt worden, so dass die Arbeiten am 22. November beginnen und am 18. Dezember weitgehend beendet werden konnten. Von da an musste der Wegekies sich setzen und der Wegesrand bepflanzt werden mit sieben Eschen; die Sträucher folgen noch. Auch eine Lampe wird noch gesetzt, damit die Abzweigung im Dunkeln sichtbar bleibt.

Die Neupflanzung endet jedoch genau da, wo der private Wegeteil beginnt. Im Abschnitt städtischen Eigentums gibt es eine dreijährige Pflegegarantie. Für danach geht Architekt Theseus Bappert davon aus, dass die inzwischen selten gewordenen Eschen sich gegen die Übermacht der Biken und Ahorne durchgesetzt haben. Das Groß Glienicker Ortsbeiratsmitglied Andreas Menzel bezweifelt das: „Was für ein Unsinn, Bäume mitten im Wald zu pflanzen“, sagte er dem Dezernenten. Die Wegebau-und Pflanzmaßnahme ist durch die kommunale Firma ausgeführt worden und hat 28500 Euro gekostet.

Das Innenministerium des Landes hat kürzlich einen Eigentümer, der den Weg für sich reklamiert, aber nicht aktiv gesperrt hat, verpflichtet, der Stadt und damit der Öffentlichkeit ein Nutzungsrecht einzuräumen. Die Eigentümer können dem binnen vier Wochen nach Zustellung des Bescheids widersprechen. Falls sie das nicht tun, ist der Bescheid gültig – das wäre Anfang Februar der Fall. Falls sie das Recht aber in Anspruch nehmen, ist der Bescheid erst rechtsgültig, wenn er gerichtlich bestätigt ist.

Die Stadt könnte Anträge auf vorzeitige Besitzeinweisung stellen, unabhängig davon, wie ein Gericht letztendlich entscheidet; sie müsste die Inbesitznahme eventuell rückgängig machen. Menzel und ein weiteres Ortsbeiratsmitglied wollen dazu eine Dringlichkeitssitzung einberufen sehen. Menzel wirft der Stadt vor, Anträge auf vorzeitige Besitzeinweisung zurückgezogen zu haben, um Rechtsstreitigkeiten aus dem Wege zu gehen und statt dessen Ergebnisse durch Verhandlungen zu erzielen, nachdem das Landesministerium eine richtungweisende Entscheidung getroffen hat. Die Beiratsmehrehit sieht aber keine Dringlichkeit in Menzels Anliegen. Von den bislang zwei Sperrern ist nicht bekannt, ob sie einlenken oder hart bleiben wollen. Sie haben schon vor längerem auf gebaute Sperren quer über den früheren Postenweg der DDR-Staatsgrenze verzichtet, aber dafür Brombeer- und Schilfhecken gepflanzt, die ähnlich unüberwindlich sind. So ist rund 300 Meter nach der neu gestalteten öffentlichen Badestelle Schluss mit der Begeh. und Befahrbarkeit des Uferwegs, zudem es nunmehr sechs Zugänge von der Dorfstraße aus gibt.

Von Rainer Schüler

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