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Neues Casino auf dem FH Campus

Studentisches Leben Neues Casino auf dem FH Campus

Vor einem dreiviertel Jahr glaubten auch die Kulturarbeits-Studenten Nicole Anders, Yvo Bermann, Yvonne Dera und Sarah Johannsen noch nicht so recht, dass ihre Kommilitonen tatsächlich eigenhändig einen Ersatz für das alte Casino-Gebäude auf dem FH Campus schaffen könnten. Trotzdem nahmen sie das Projekt in die Hand. Am Donnerstag feierte der Bau Einweihung.

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Das neue Casino ist selbst gebaut.

Quelle: MAZ

Potsdam. Sogar Omas gute Stube haben sie nicht vergessen. Neben Sofas leuchten alte Wohnzimmerlampen, an der Wand gegenüber flimmert groß der Plasmabildschirm und zeigt in einem Videozusammenschnitt, was in den vergangenen dreieinhalb Wochen auf dem Campus der Fachhochschule geschah: Rund um einen unansehnlichen Container werden Gräben ausgehoben, plötzlich wachsen Holzverstrebungen um den Metallkern heran und am Ende steht ein fertiges Sommerhaus da. Was noch vor gut einem halben Jahr undenkbar schien, wurde am Donnerstag Wirklichkeit: Das von FH-Studenten selbst gebaute Casino „Casinotopia“ feierte seine Einweihung.

Die gemütliche Oma-Ecke ist nur ein Bereich des 45 Quadratmeter großen, äußerst originellen Domizils zum Kaffeetrinken, Relaxen, Klönen, Darts-Spielen und Partys feiern, das sich auch noch in den Außenbereich erstreckt. Innen und außen tanzt jetzt von morgens 10 Uhr an bis manchmal weit nach Mitternacht der Bär. Den Kern bildet die von der Casino-AG betriebene Bar, die in dem mit Holz verkleideten Metallcontainer Platz gefunden hat. Hier werden also die FHP-Studenten und Mitarbeiter die kommenden Monate zusammenkommen, bis das alte Original-Casino saniert worden ist.

Lang war die Liste der am Bau-Beteiligten und zu Ehrenden, die die Projektgruppe „Viva el Campus“, bestehend aus den Kulturarbeits-Studenten Nicole Anders, Yvo Bermann, Yvonne Dera und Sarah Johannsen bei der Feierstunde zu verlesen hatten. Da spielte der als leitende Bauaufsicht fungierende Bauingenieurstudent Stefan Flath ebenso eine Rolle wie der spendable FH-Asta oder der Baubeauftragte der Fachhochschule, Christoph Boden, der mit den Baubehörden verhandeln musste, oder die Kanzlerin Gerlinde Reich, die das Projekt zu genehmigen und größtenteils zu finanzieren hatte. Gar nicht so überzeugt war sie am Anfang von dem 45000 Euro teuren Projekt, wie sie zugab. Doch die Begeisterung der Projektgruppe riss sie mit und nun zur Einweihung meinte Reich schließlich: „Das ist ein toller Erfolg und eine total tolle Bereicherung für den Campus.“ Dem schloss sich Baubeauftragter Boden an: „Die Projektgruppe hat es so perfekt gemanagt“, sagte er. „Alle Hürden wurden genommen, weil eine Idee da war.“

Die Idee bestand nicht nur darin, den Studenten ein Ausweichquartier zu schaffen, während das alte Casino aus Stein saniert wird. Das neue, in die Campusmitte gerückte Gebäude soll auch das Campusleben insgesamt beflügeln. Dafür bedankte sich Steve Gödickmeier von der Casino AG. Schon das vorhergehende Casino habe inoffiziell zu den 20 besten Clubs der Region gezählt. Auch das Ausweichquertier werde begeistern: „Das hier ist ein Ort, wo man einfach Mensch sein kann.“

Das findet auch der Interface-Design-Student Moritz Gruhl, der sich in einem fußballtorartigen Sitzgeflecht im freien flätzt. „Ich hätte nie geglaubt, dass das Innen mal so gut wird“, sagt er. Und die an die Außenwand angelehnte Sitztreppe im Freien sei ziemlich „geil“. Sein Kommilitone Donatus Wolf findet es einfach „irre“, dass alles „aus studentischer Hand“ ist.

Tatsächlich haben um die 30 Studierende aller Fachbereiche wochenlang gewerkelt bis das Sommerhaus seinen jetzt vollendeten Eindruck mit Glastüren, Tischen in allen Farben und Formen und originellen Fotoausstellungen an den Wänden erhielt und mit Musikboxen und Lichtanlagen auch noch voll partytauglich ist.

„Total happy“ ist deshalb auch Yvonne Dara vom Projektteam über den guten Ausgang des von ihr mit angestoßenen Abenteuers. Man habe die Eröffnung zwar nicht ganz bis zum Semesterbeginn geschafft, weil unter anderem die Statik zweimal berechnet werden musste und das Bauamt an einer Stelle Einwände hatte. Aber nun sei man ja bei bestem Wetter glücklich gestartet. Und das Gebäude erfülle den von der Projektgruppe angestrebten Zweck, den Campus mit Leben zu füllen und auch die Nachbarschaft einzubeziehen. „Die Mitarbeiter von Pro Potsdam oder von der Kassenärztlichen Vereinigung essen in der Mensa, anschließend trinken sie hier ihren Kaffee.“ So um die 30 Leute seien in den vergangenen Tagen immer da gewesen. Die meisten Studierenden und FH-Angestellten glauben, dass „Casinotopia“ viel länger bestehen wird, als nur die vorgesehene Interimszeit von zwei Jahren bis zur Wiedereröffnung des Original-Casinos.

Von Rüdiger Braun

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