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Feuerprobe mit „Kunst im Viertel“

Holländisches Viertel in Potsdam: Neue Aktionsgemeinschaft Feuerprobe mit „Kunst im Viertel“

Der neue Verein von Händlern, Künstlern und Gastronomen will das Holländische Viertel künftig selbst vermarkten und plant jährliche Feste und andere Aktionen. Mit Musik, Film und Streetart startet am Wochenende das erste Event in der Mittel- und Benkertstraße, die dafür autofreie Zone ist.

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Mitglieder des neuen Vereins mit dessen Vorstandsvorsitzender Alice Paul-Lunow (2.v.l.).

Quelle: Claudia Krause

Innenstadt. Feuerprobe für den neuen Verein: Die Aktionsgemeinschaft Holländisches Viertel, die sich im Februar gegründet hat, lädt zum 15. und 16. August die Potsdamer und Gäste der Stadt zur ersten Veranstaltung ein. „Kunst im Viertel“ nennt sich das Vergnügen und vereint Musik, Film, Handwerkskunst, Kinderspaß und einen Streetartwettbewerb in der Mittel- und der Benkertstraße. Dann wird das Areal zur Fußgängerzone.

Bewusst haben sich die 16 Mitglieder und 21 weiteren Akteure dafür das Schlössernacht-Wochenende ausgesucht – auch wenn es eine Herausforderung war, in der Kürze der Zeit mit schmalem Budget, wie Vereinsvorsitzende Alice Paul-Lunow bekannte. „Aber zur Schlössernacht kommen Besucher zum Beispiel immer auch aus der Schweiz hierher in die Galerie, um abends durch Sanssouci zu streifen“, sagt Albert Baake und diesmal werde ihnen schon vorher etwas im Weltkulturerbe am anderen Ende der Stadt geboten, so der Galerist, der zu den Gründungsmitgliedern des Vereins gehört. Am Wochenende kann man entlang von etwa 50 Künstler- und Handwerkerständen flanieren, auf zwei Bühnen in der Mittelstraße Musik genießen – zum Beispiel mit dem Udo-Lindenberg-Double Torsten Exler – oder im Garten Dokumentarfilme über das Holländische Viertel anschauen und im Gespräch mit Filmemacher Klaus Wunder Interessantes aus der jüngsten Geschichte des Viertels erfahren. Eine historische Postkutsche dreht Runden in der Altstadt.

Die Ruhe vor dem Sturm

Die Ruhe vor dem Sturm: Am Wochenende soll’s im Holländischen Viertel rappelvoll werden.

Quelle: Christel Köster

Ein zusätzlicher Höhepunkt soll der Streetartwettbewerb sein, der über den ganzen Tag in der Mittelstraße läuft. Jeder, der sich vorher angemeldet hat, kann mitmachen, „seine Vision von Potsdam mit Kreide auf Platten zu zeichnen“, erklärt Paul-Lunow. Die Werke werden während der Veranstaltung präsentiert und bei der nächsten öffentlichen Schaffe des Vereins zu Gunsten der Drewitzer Arche versteigert, wie die Vereinschefin ankündigte. Am Wochenende wird in zwei Kategorien gestartet: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und dann Erwachsenen. Die beiden Sieger bekommen ein Preisgeld von je 100 Euro.

Außerdem wird die Berliner Malerin Christiane Jessen-Richardsen für Aufmerksamkeit sorgen. Sie zeichnet ein 4x4 Meter großes Bild zum Thema „sans souci“ und schlägt eine Brücke zur Schlössernacht. „Wir lassen uns ein Schloss ins Viertel bauen“, freut sich Paul-Lunow. Aber die Freude sollen viele teilen: „Unter allen, die uns auf Facebook oder Instagram ein Foto von sich und dem Kunstwerk posten, verlosen wir einen Gutschein für ein Partyfloß“, wirbt Paul-Lunow, die eine Event und Marketing Firma im Viertel betreibt.

Es gelte das Potenzial des Viertels, das mit seiner architektonischen Einzigartigkeit als größtes geschlossenes holländisches Bauensemble außerhalb der Niederlande besticht, zu heben. Wie berichtet, nimmt die Initiative von Händlern, Gastronomen und Künstlern die Vermarktung jetzt selbst in die Hand. Es soll künftig jährlich fünf Feste geben – Kunst und Kultur im Viertel, Nikolaus im Hollandhaus, Temps de Fleur, Lesungen, Konzerte, Ausstellungen, Familienaktionstage. Der Verein will gemeinsam für das Viertel werben. Ab 2016 soll es „einen gemeinsamen Gutschein für alle Geschäfte im Quartier geben“ und als Fernziel steht eine „autofreie Zone“ im Programm. Von dieser, so betonte der städtische Wirtschaftsförderer Stefan Frerichs, sei er „ein großer Fan“.

Bis dahin wird es aber noch dauern. Vorher hoffen die Geschäftsleute und Künstler, dass sie nicht weiter mit Knöllchen des Ordnungsamtes attackiert werden, während sie ihre Lieferfahrzeuge ausräumen oder Anwohnerparkberechtigungen erhalten. Paul-Lunow hält Gespräche und Kompromisse mit der Verwaltung für möglich. Die in die Diskussion gekommene Ausweitung der Fußgängerzone bis in die Gutenbergstraße hält sie wegen der nötigen Verkehrsströme für „nicht sinnvoll“. Dafür aber die Ausweitung der Fußgängerzone der Brandenburger Straße bis zum Bassinplatz.

Neues Fest im Viertel

Erleben und Genießen ist das Konzept der neuen „Aktionsgemeinschaft Holländisches Viertel“.

Das erste selbst organisierte Event ist am Wochenende 15./16. August von 11 bis 18 Uhr „Kunst im Viertel“.

Die Mittel- und die Benkertstraße sind für den Fahrzeugverkehr gesperrt.

Dafür präsentieren sich rund 50 Künstler und Handwerker an Ständen entlang der Straßen. Es gibt Handwerkervorführungen wie Schmieden und Keramikbemalen; aber auch Kettensägenschnitzen und Bildhauerei werden zu erleben sein. Hüpfburg, Stelzenlauf und anderes sind für Kinder geplant.

Immer zur vollen Stunde finden im Garten der Mittelstraße 21 Dokumentarfilmvorführungen und Gespräche über das Holländische Viertel mit Klaus Wunder statt.

Auf zwei Bühnen wechseln sich das Udo-Lindenberg-Double Torsten Exler und Saxophonist Georg Lehmann ab.

Der Streetartwettbewerb „Potsdam 3.0“, wo jeder seine Potsdam-Visionen mit Kreide auf Platten malen kann, läuft über den ganzen Tag. Anmeldungen am Tag vor Ort oder vorher unter www.hollaendisches-viertel.com oder via Facebook und Instagram.

Von Claudia Krause

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