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Neues Quartier im Norden

Bauen im Bornstedter Feld Neues Quartier im Norden

Dass der Buga-Park nicht auf Dauer so groß bleiben würde wie zum Festjahr 2001, war von Anfang an klar. Jetzt wird es ernst: Die Freizeitflächen an der Georg-Hermann-Allee müssen vom Rand des Parkes ins Innere verlegt werden, um Platz zu machen für eine Hälfte des neuen Quartiers „Rote Kaserne West“; die andere Hälfte entsteht auf Brachflächen der gegenüberliegenden Straßenseite.

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Bornstedter Feld . Nicht kleckern, sondern klotzen! Für rund 300 Millionen Euro entsteht an der Georg-Hermann-Allee ein neues Stadtquartier; in die 800 Wohnungen sollen 1600 Menschen einziehen. Im Gegensatz zur bislang dominierenden Einfamilien- und Reihenhausbebauung des Bornstedter Feldes wird hier Geschosswohnungsbau betrieben. Nach Auskunft von Pro Potsdam-Geschäftsführer Bert Nicke ist das Interesse der Immobilienwirtschaft daran inzwischen wieder groß. Und weil das Projekt selbst auch groß ist, wird das Bauland an verschiedene Investoren vergeben: „Die stehen schon an“, sagte Nicke am Freitag. Einige Bewerber seien bereits im Bornstedter Feld aktiv und hätten dort gute Erfahrungen gemacht. Auch die Pro Potsdam selbst würde gern dort bauen; sie ist schon an mehreren Stellen des früheren Militärgeländes aktiv.

Schicke, U-förmige Stadtvillen, deren Höfe von der Straße weg weisen, sollen entstehen. Die Freie Planungsgruppe Berlin hatte Ende 2012 einen städtebaulichen Wettbewerb gegen zwölf Konkurrenten mit Entwürfen von Viergeschossern gewonnen, die auffällig stark gegliedert sind. Die Stadt macht nämlich im Bebauungsplan 80.3 „Rote Kaserne West“ überaus strenge Vorgaben für das Projekt in der „erweiterten Pufferzone des Weltkulturerbes“. Verlangt wird, das höchstens 70 Prozent der Fassaden auf der äußersten Baukante stehen dürfen; der Rest muss davon zurückweichen. Keine Etage darf genauso groß sein wie die darunter; glänzende oder gar spiegelnde Fassaden sind verboten und nicht alle Farben erlaubt – das Gegenteil vom Uniformität soll hier erreicht werden. Trotzdem gibt es nach Auskunft von Stadtplaner Dieter Lehmann noch Gestaltungsspielraum für die künftigen Bauherren, so dass die Entwürfe der Potsdamer Architekten Markus Löffler und Christopher Kühn nicht 1:1 umgesetzt werden.

Neben die Auto- und Busparkplätze ins Innere des Parks verlagert werden die Grill-Plätze und die Party-Gärten; der Montelino-Zirkus rückt an die Biosphäre heran. Für die Beach-Volleyball-Plätze kann noch keine Ersatzfläche benannt werden kann, aber die Pro Potsdam garantiert, dass sie andernorts im Park und zahlreicher neu entstehen.

Der Montelino-Mitmachzirkus heute.

Der Montelino-Mitmachzirkus heute.

Quelle: Rainer Schüler
Der neue Bauwagen, der jetzt das Grüne Klassenzimmer bildet. In seiner Nähe soll ein Schaugarten entstehen, der von den Schulkindern gepflegt wird.

Der neue Bauwagen, der jetzt das Grüne Klassenzimmer bildet. In seiner Nähe soll ein Schaugarten entstehen, der von den Schulkindern gepflegt wird.

Quelle: Rainer Schüler

Die aus der Buga-Zeit rührenden Gärtchen des Grünen Klassenzimmers werden als Schaugarten in die Nähe des neuen Bauwagens verlagert, der in der Nähe des Nordost-Eingangs des Parkes am Knick der Georg-Hermann-Allee steht und das wetterfeste Klassenzimmer bildet, das bis vor kurzem nur open air existierte. Verlegt und als Schallschutz genutzt wird der Betriebshof des Buga-Parks, dessen jetziges Gebäude nie für diese lange Lebensdauer gedacht war.

Pro-Potsdam-Chef Horst Müller-Zinsius hat Hoffnungen gedämpft, dass in dem Quartier preiswerter Wohnraum, der in Potsdam knapp ist, entsteht. Das sei „ohne Subventionierung” künftig kaum mehr möglich. „Es wird hier eher in Richtung zehn Euro pro Quadratmeter gehen”, sagt er. Grund dafür seien die permanent steigenden Baukosten. „Das ist die Realität, der wir nicht entkommen können”, so Müller-Zinsius.

Der Bebauungsplan wird Ende August/Anfang September für vier Wochen öffentlich ausgelegt zu Stellungnahmen. Der Satzungsbeschluss der Stadtverordneten soll Anfang 2016 fallen; dann ist der Plan gültig. Die Polo Beteiligungsgesellschaft mbH besorgt den Vertrieb; der Baustart wird für Ende kommenden Jahres avisiert.

Neues Stadtquartier

An dem Wettbewerb zur Vorbereitung des Bebauungsplanes für das Quartier Rote Kaserne West haben zwölf Büros aus Deutschland, Spanien und den Niederlanden teilgenommen. Der Siegerentwurf stammt von der Gemeinschaft hochC Landschaftsarchitektur, Freie Planungsgruppe Berlin, M. Löffler und C.Kühn. Sie bezeichnen das grüne Villenviertel des Dresdener Gründerzeitvorortes Blasewitz als Vorbild ihres Entwurfes.

Den Vertrieb besorgt die Polo Projektentwicklungs- und Vertriebsgesellschaft des Unternehmensverbundes ProPotsdam. Sie arbeitet auch für den Entwicklungsträger Bornstedter Feld und der Sanierungsträger Potsdam.

Die zentralen Geschäftsfelder umfassen den Verkauf von bebauten und unbebauten Grundstücken für Wohnen und Gewerbe, den Verkauf von Eigentumswohnungen, die Vergabe von Erbbaurechten und die Entwicklung von Standorten und Quartieren innerhalb des Potsdamer Stadtgebiets.

Von Rainer Schüler

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