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Neues Schuljahr, altes Problem

Einschulung in Potsdam Neues Schuljahr, altes Problem

Am Sonnabend gab es für 1960 Mädchen und Jungen aus Potsdam und Umgebung die Zuckertüten, am Montag beginnt für sie wie für alle anderen Schüler der Ernst des Schullebens. Weil die seit Jahren bekannte Platznot an Potsdams Schulen weiterhin anhält, werden wieder Hunderte Grundschüler in Containern lernen.

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Einschulung an der Waldstadt-Grundschule.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. In Potsdam beginnen am Montag 1960 Jungen und Mädchen ihre Schullaufbahn. Sie konnten zwischen 21 städtischen und zehn freien Grundschulen sowie zwei städtischen Oberschulen mit Primarstufe und einer freien Waldorfschule von der 1. bis zur 13. Klasse wählen.

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Potsdam, 2. September 2017 – Heute Zuckertüten, bald Zensuren: Für 1960 Jungen und Mädchen aus Potsdam beginnt der Ernst des Schullebens. MAZ-Fotograf Bernd Gartenschläger war bei den Einschulungen in der Weidenhof-Grundschule und in der Waldstadt-Grundschule dabei.

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Beklagten im Juni noch die Eltern von 34 Kindern, dass für sie weder Erst- noch Zweitwunsch realisiert werden konnte, so sind laut Stadtsprecher Markus Klier inzwischen alle Differenzen ausgeräumt und auch diese Schulanfänger mit einem Platz versorgt. „Bei den städtischen Grundschulen sind – gemessen am Verhältnis von Nachfrage zu Kapazität – alle Grundschulen in Babelsberg sowie die Eisenhart-Grundschule, die Grundschule am Bornstedter Feld und die Montessori-Oberschule mit Primarstufe besonders gefragt“, sagt Klier.

John und Zoe bei der Einschulungsfeier in der Weidenhof-Grundschule

John und Zoe bei der Einschulungsfeier in der Weidenhof-Grundschule.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Wegen Platzmangel Lernen im Container

Weil die seit Jahren bekannte Platznot an Potsdams Schulen auch in diesem Jahre anhält, werden weiterhin Hunderte Grundschüler in Containern lernen: Die neuste Anlage steht neben der Grundschule am Humboldtring. Dem dreistöckigen Gebäude ist auf den ersten Blick nicht anzusehen, dass es aus 153 Modulen zusammengeschraubt wurde. Kostenpunkt für die zweizügige temporäre Grundschule mit Hort für 364 Schüler: 5,2 Millionen Euro. Im Oktober soll alles fertig sein – später als erwartet, denn das Grundstück musste auf Kampfmittel abgesucht und der Verlauf diverser Leitungen verändert werden.

Rund 110 Drittklässler lernen an der Grundschule Bornim in Containern, auf der Grundschule An der Esplanade 80 Zweitklässler. Auch an der Zeppelingrundschule werden noch bis Herbst drei Klassen in Provisorien lernen müssen, ebenso in der Gesamtschule am Schilfhof. Dort sind 75 Schüler betroffen.

Insgesamt verfügt Potsdam über 12 150 Plätze an Grundschulen. Vor fünf Jahren lag die Kapazität bei 10 560 Plätzen. Fürs Jahr 2022/23 plant die Stadt mit 13 000 Plätzen. Die größten Grundschulen sind die Karl-Foerster-Schule mit 595 Schülern, die Grundschule im Bornstedter Feld mit 525 und die Grundschule am Pappelhain mit 500 Kindern.

236 Anträge auf Rückstellung

Für dieses Schuljahr sind laut Stadt insgesamt 236 Anträge auf Rückstellung eingegangen. Gegenüber dem vorigen Schuljahr mit 250 Anträgen sind das zwar weniger, im Vergleich zu den Jahren 2015/16 mit 208 Anträgen und 2014/15 mit 222 Anträgen aber mehr. „Ein Trend nach oben oder nach unten ist nicht erkennbar“, so Klier. „Die Entscheidung über eine Rückstellung wird anhand der schulärztlichen Untersuchung in Abstimmung mit den Eltern und der Schule getroffen.“ Den Anträgen auf Rückstellung stehen einige wenige vorzeitige Einschulungen gegenüber. So werden in diesem Jahr 22 Kinder früher als üblich eingeschult. Im vergangenen Jahr waren es 19.

6,7 Prozent der Erstklässler kommen aus dem Umland

Von den 1960 Kindern, die am Samstag in Potsdam die Zuckertüte überreicht bekamen, wohnen nicht alle in der Landeshauptstadt. Rund 6,7 Prozent der Grundschüler kommen aus dem Umland. Der Trend zum Pendeln ist an allen Potsdamer Schulformen ungebrochen: Dabei haben Caputh, Ferch und Bergholz-Rehbrücke die Nase vorn, aber auch aus dem Havelland und aus Berlin kommen Schüler nach Potsdam – und treiben neben der Geburtenrate die Zahlen nach oben. Ein Gastschülerabkommen, wie es das Land Brandenburg mit Berlin hat, sei laut Klier für Potsdam und seine Nachbarkreise nicht nötig, denn mit der Reform des Brandenburgischen Schulgesetzes ist es Potsdam als Schulträger möglich, die Investitionen in Schulgebäude auch auf die Umlandkommunen umzulegen.

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Von Nadine Fabian

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