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Neues Wohngebiet in Krampnitz: Ohne Tram droht Chaos

Verkehrsdebatte im Potsdamer Norden Neues Wohngebiet in Krampnitz: Ohne Tram droht Chaos

Im Potsdamer Norden soll ein neues Wohnquartier für rund 6500 Menschen entstehen. Der befürchtete Verkehrskollaps wird laut einer aktuellen Studie ausbleiben – allerdings nur, wenn die Straßenbahn bis Krampnitz verlängert wird. Ohne Tram wird der Verkehr nicht zu bewältigen sein.

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Die Straßenbahn soll’s richten. Hier eine Simulation der Tramtrassenverlängerung, die vorerst aber nur bis zum Campus Jungfernsee geht.

Quelle: Ing.-Büro Dipl.-Ing. H. Vössing GmbH

Krampnitz . Der befürchtete Verkehrskollaps rund um das neue Wohnquartier Krampnitz im Potsdamer Norden wird laut einer Studie des Berliner Instituts LK Argus ausbleiben – obwohl nach aktuellen Planungen nicht mehr von 3800 Bewohnern, sondern sogar von 6500 Neu-Krampnitzern ausgegangen wird. Ohne eine Tramverlängerung bis Krampnitz wird das aber nicht zu stemmen sein, wie Pro-Potsdam-Geschäftsführer Bert Nicke einräumt: „Ohne Straßenbahn wäre der zusätzliche Verkehr nicht zu bewältigen.“

Krampnitz war lange dem Verfall preisgegeben

Krampnitz war lange dem Verfall preisgegeben.

Quelle: Julian Stähle

Ein Brand beschädigte das Torgebäude mit dem markanten Uhrturm

Ein Brand beschädigte das Torgebäude mit dem markanten Uhrturm.

Quelle: Julian Stähle

Laut der Studie droht der ohnehin schon neuralgische Verkehrsknotenpunkt an der Kreuzung Voltaireweg/Jägerallee an der Alexandrowka zur großen Achillesferse der Strecke zwischen der Innenstadt und Krampnitz zu werden. Hier soll eine Ampelanlage nach der Koordinierung mit den Nachbarkreuzungen den Verkehr steuern.

Schon jetzt sind auf der Nedlitzer Straße täglich 19 000 Fahrzeuge unterwegs. Als man in den ersten Planungen für Krampnitz nur von 3800 Bewohnern ausging, hatte man mit zehn Prozent mehr Verkehrsaufkommen auf der B 2 gerechnet. Jetzt wird es noch mehr. Zuletzt hatte Neu Fahrlands Ortsvorsteherin Carmen Klockow Alarm geschlagen und den drohenden Verkehrsinfarkt prophezeit.

Entwicklungsträger-Geschäftsführer Bert Nicke, OB Jann Jakobs (SPD) und ViP-Geschäftsführer Oliver Glaser (vl) an einem Krampnitz-Modell

Entwicklungsträger-Geschäftsführer Bert Nicke, OB Jann Jakobs (SPD) und ViP-Geschäftsführer Oliver Glaser (v.l.) an einem Krampnitz-Modell.

Quelle: Josefine Sack

Das Gutachten entstand im Auftrag des Entwicklungsträgers Potsdam – einer Tochter der kommunalen Immobilienholding Pro Potsdam. Die Untersuchung der LK Argus GmbH aus Berlin, die sich mit Verkehrsplanungen in Ballungsgebieten beschäftigt, hat mit wissenschaftlichen Berechnungsmodellen die Belastungsfähigkeit von Brennpunkten entlang der B 2 unter die Lupe genommen. Dazu zählen unter anderem die Knotenpunkte beziehungsweise Kreuzungen an der Potsdamer Chaussee/Ritterfelddamm, Am Wiesenrand/Gellertstraße, Tschudistraße/Amundsenstraße und Jägerallee/Voltaireweg.

Fazit des Gutachtens: „Die Leistungsfähigkeitsbetrachtungen zeigen für die untersuchten Knotenpunkte in den Hauptströmen ausreichende Leistungsfähigkeiten.“

Erste Häuser stehen 2020

Im Juni 2013 beschloss die Stadt, das Ex-Kasernengelände Krampnitz zu einem Wohnquartier zu entwickeln und die kommunale Pro Potsdam GmbH damit zu beauftragen.

Ende März 2017 wurde ein langer Rechtsstreit zwischen der TG Potsdam und dem Land um Kramp­nitz beigelegt. Das Wohnungsunternehmen Deutsche Wohnen übernahm die Anteile der TG Potsdam. Sie wird einen Teil von Krampnitz entwickeln. 2020 könnten die ersten Häuser bezugsfertig sein.

Die große Entlastung soll die Tramtrasse vom Campus Jungfernsee nach Krampnitz bringen. Durch den Bevölkerungsanstieg sind die Realisierungschancen für eine erneute Streckenverlängerung in den Norden gestiegen. Beim Verkehrsbetrieb Potsdam (ViP) ist man dran. „Die Planungen werden weiter vorangetrieben, um die Tramtrasse nach Krampnitz zu sichern“, bestätigt ViP-Chef Martin Grießner auf Nachfrage.

Krampnitz soll in den nächsten zehn Jahren zum Wohngebiet entwickelt werden. Angesichts der Wohnungsnot setzt die Stadt mittlerweile statt der Bebauung mit Angerdörfern auf Geschosswohnungsbau. Damit würde die Zahl der Neu-Krampnitzer um rund 2800 Einwohner steigen. „Das bedeutet allerdings nur einen weiteren Anstieg um maximal tausend Fahrten pro Tag“, erläutert Entwicklungsträger-Chef Nicke.

Zum einen hätten nicht alle Krampnitzer ein Auto. Zum anderen will man auf eine gute Infrastruktur im Wohnquartier setzen, die es nicht mehr zwingend notwendig macht, den neuen Kiez in den Hauptverkehrszeiten zu verlassen. Im Eingangsbereich von Kramp­nitz an der B 2 sind Läden und Restaurants geplant. Durch die gestiegene Bevölkerungszahl können nun die Grundanforderungen für eine Grundschule – ab 500 Schüler – und eine weiterführende Schule – ab 860 Schüler – erfüllt werden, so Nicke: „Dadurch wird morgens der Bringeverkehr vermieden.“

Am westlichen Eingang von Krampnitz – nur 500 Meter vom Ortseingang Fahrland – soll eine Park & Ride-Fläche entstehen, um den Umstieg auf die Öffentlichen zu erleichtern.

 

Von Ildiko Röd

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