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Neues Ziel für Genießer in Potsdams City

Mieter für ehemalige Tourist-Info gesucht Neues Ziel für Genießer in Potsdams City

Die Entscheidung ist noch nicht gefallen, wer nach dem Auszug der Tourist-Info in das Geschäft in bester Lage am Brandenburger Tor ziehen wird. Derzeit deutet alles auf darauf hin, dass es ein weiterer Anlaufpunkt für Genießer wird. Was aus dem ehemaligen „Gastmahl des Meeres“ gegenüber wird, ist indes unklar.

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Der Eckladen am Brandenburger Tor soll im Frühjahr wieder vermietet sein. Derzeit ist dort KPM-Porzellan ausgestellt.

Quelle: Christel Köster

Innenstadt. Die Potsdamer dürfen sich auf ein neues Leckerchen in der Innenstadt freuen. Im Frühjahr soll in den ehemaligen Räumen der Tourist-Info am Brandenburger Tor ein gastronomischer Betrieb eröffnen. Das verriet die Immobilienmaklerin Stephanie von Teuffel der MAZ. Das Interesse an dem Eckladen an einem der schönsten und belebtesten Plätze der Landeshauptstadt sei sehr groß – vor allem bei Gastronomen. „Ich bekomme jeden Tag mehrere Anfragen“, sagt Stephanie von Teuffel. Ob’s eine Kneipe, eine Bar oder ein Bistro wird, verriet sie indes nicht. „Wer am Ende einziehen darf, entscheidet der Eigentümer.“

Potsdamer Vorzeige-Immobilie gehört dem KPM-Chef

Die gepflegte Immobilie mit der Anschrift Brandenburger Straße 3 gehört Jörg Woltmann, seines Zeichens Bankier und Alleingesellschafter der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM). Der 68-Jährige ist bekennender Potsdam-Fan. Kein Wunder also, dass er, nachdem er im Februar 2006 die KPM übernommen und das Traditionsunternehmen vor der Insolvenz gerettet hatte, am Entree zur Brandenburger Straße eine der ersten Verkaufsgalerien eröffnete.

Diese Welt des stilvollen Genießens rund um die gedeckte Tafel hat sich nun auf das frei gewordene Geschäft der Tourist-Info ausgedehnt. „Wir nutzen die Räume für die nächsten zwei Monate für einen KPM-Sonderverkauf“, sagt Jörg Woltmann. „Das ist doch schöner, als das Geschäft leer stehen zu lassen, bis der neue Mieter kommt.“ Wer das sein wird, habe er noch nicht bestimmt.

Mit einem Restaurant im Denkmal-Haus wird’s nichts

Fest steht indes, dass sich kein Restaurant mit Vollküche in dem Eckhaus mit Bestlage niederlassen wird – oder kann. Dazu seien laut Maklerin die baulichen Voraussetzungen in dem 1975 erbauten, denkmalgeschützten Haus nicht gegeben. Unter anderem seien die Abzüge nicht für einen großen Küchenbetrieb geeignet.

Rein rechtlich ist es in Potsdam laut Stadtsprecher Jan Brunzlow übrigens ohne großes Aufheben möglich, eine Restaurant, ein Café oder eine Kneipe zu eröffnen: Die bürokratischen Hürden seien gesunken, seit Brandenburg im Jahr 2008 – als erstes Bundesland überhaupt – ein eigenes Landesgaststättengesetz erlassen hat.

Gaststätten in Potsdam

783 registrierte Gaststättengewerbe gab es im Jahr 2015 in der Landeshauptstadt Potsdam.

Neu angemeldet haben sich im Jahr 2015 in Potsdam 80 Gaststätten. Im Jahr 2014 waren es 139, im Jahr 2013 wurden 103 Gaststättengewerbe angemeldet.

Besonders gefragt – und entsprechend gut versorgt mit Restaurants, Kneipen und Cafés – sind die Innenstadt und das Zentrum von Babelsberg.

Aufgegeben wurden im Jahr 2015 insgesamt 96 Gaststättengewerbe. Im Jahr 2014 haben sich 119 abgemeldet, im Jahr 2013 waren es 91. In diesen drei Jahren waren keine von Amts wegen geschlossenen Gaststätten zu verzeichnen.

Seither entfällt die bisherige Gaststättenerlaubnis oder Konzession. Es ist lediglich vier Wochen vor der Eröffnung der Gaststättenbetrieb beim Gewerbeamt anzuzeigen. Will der Wirt Alkohol ausschenken, ist zudem seine Zuverlässigkeit zu prüfen. Dazu hat er sein Führungszeugnis, einen Auszug aus dem Gewerbezentralregister und eine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung vorzulegen. Dass die Rechtsvorschriften in Sachen Bau, Lebensmittelhygiene, Jugendschutz, Arbeitsund Immissionsschutz eingehalten werden, liegt nach wie vor in der Verantwortung des Gastwirts.

Hält sich ein Wirt an die Spielregeln, hat die Stadt keinerlei Handhabe die Eröffnung eines Gasthauses zu unterbinden. Die Kneipendichte in der beliebten Potsdamer City kann also weiter steigen. „,Das Boot ist voll’ – diese Parole gibt es nicht“, so Brunzlow.

Wie es gegenüber der Tourist-Info mit dem „Gastmahl des Meeres“ weiter geht, ist offen

Wie es gegenüber der Tourist-Info mit dem „Gastmahl des Meeres“ weiter geht, ist offen.

Quelle: Christel Köster

Offen bleibt indes, wie es mit dem „Gastmahl des Meeres“ vis à vis der ehemaligen Tourist-Info weiter geht. Das Fischrestaurant hatte nach mehr als vier Jahrzehnten im Oktober 2014 seine Pforten geschlossen. Seither liegen die Räume brach. Der Eigentümer der Immobilie war für eine Auskunft nicht zu erreichen.

Von Nadine Fabian

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