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Potsdam Neujahr unter Potsdamer Palmen
Lokales Potsdam Neujahr unter Potsdamer Palmen
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19:51 01.01.2017
Marco und Manuela Feine aus Schwedt/Oder genossen bei kuscheligen Wohlfühltemperaturen ihr Katerfrühstück in der Biosphäre. Quelle: Christel Köster
Potsdam

Am Neujahrstag habe ich zuerst einmal mein schickes Strandkleid von Dolce & Gabbana ausgepackt, dann habe ich mit drei Flaschen Dom Pérignon unter Palmen auf ein glückliches 2017 angestoßen. Prösterchen!

Wer jetzt glaubt, dass das alles gelogen ist, hat nur teilweise recht. Der Teil mit den Palmen stimmt nämlich. In Potsdams schönstem Dschungel – der Biosphäre – konnte man sich am Sonntag nämlich ab 13 Uhr wunderbar Kraft für die vor uns liegenden 364 Tage anfuttern. Rinderbulettchen, Obstpyramide, Gemüsespieße, Lachs, grüne Smoothies und natürlich sauer eingelegter Hering. Einmal pro Stunde geht über der Blauen Lagune ein tropischer Regenschauer nieder. So lässt sich’s leben. Mit dem Urwald als Hintergrundkulisse fotografierten sich die Frühstücksgäste fleißig gegenseitig. Marco und Manuela Feine waren eigens aus Schwedt an der Oder angereist, um sich einen schönen Potsdam-Tag zum Start ins neue Jahr zu gönnen. Das Katerfrühstück unter Palmen hatten sie im Internet entdeckt. In der Biosphäre waren sie davor noch nie: „Jetzt sind wir total überrascht – positiv.“

Dass die Tropenwelt noch in diesem Jahr zusperren soll, können die Schwedter nicht nachvollziehen. „Das wäre extrem schade, weil es doch etwas ganz Besonderes ist. Aber vielleicht findet sich ja für die Biosphäre auch ein Sponsor so wie für’s Pfingstberg-Belvedere die Familie Otto?“ Das Romantik-Schloss oben auf dem Hügel hatten die beiden nämlich gerade besichtigt und dort das Neujahrskonzert genossen – einfach wunderbar.

Während das stündlich stattfindende Dschungelgewitter samt Blitz und Donner langsam abzog, ging es bei kuscheligen Wohlfühltemperaturen im Smalltalk um die Kernfrage: Woher kommt eigentlich der Name „Katerfrühstück“? Und warum wird dann nicht konsequenterweise Katzenfutter gereicht? Aber keine Angst. Das Frühstück hat gar nichts mit Schnurr-Katern zu tun. Eine Anfrage bei Professor Google enthüllt: Kater ist eine Verballhornung des Wortes Katarrh. Die schmerzhafte Schleimhautentzündung geht mit Symptomen wie Kopfschmerz einher. Also nicht unähnlich den Folgen einer durchzechten Nacht. Vermutlich wurde der Katarrh in der Studentensprache des 19. Jahrhunderts ironisch eingedeutscht – fertig war der Kater.

Nicht nur in der Biosphäre konnte man sich über den Jahreswechsel in die Ferne träumen. Auch anderswo konnte man in Potsdam multikulti ins neue Jahr hineinfeiern. Im Frauenzentrum „Primadonna“ an der Schiffbauergasse hatte die Interkulturelle Gruppe am Silvesterabend ab 20 Uhr zur Party eingeladen. Jeder sollte etwas fürs Büffet mitbringen. Und selbst wer mit leeren Händen kam, wurde freundlich, aber energisch zum Zugreifen eingeladen: „Man darf das nicht ablehnen, sonst ist es unhöflich“, erklärten Jacqueline und Honorine aus Kamerun. In ihrer westafrikanischen Heimat hat es jetzt ungefähr 38 Grad. Am Silvesterabend kocht jede Familie etwas Spezielles wie zum Beispiel Spinat mit Erdnüssen und Rindfleisch oder getrocknetem Fisch. Die Leute gehen raus auf die Straße und überall ist Action. „Alle fünf Meter gibt es Musik aus den Boxen“, erzählte Honorine. Die zweifache Mutter mit den langen geflochtenen Rastazöpfchen kam für ihr Studium der Sprach- und Kommunikationswissenschaft nach Berlin.

Zusammen mit Jacqueline hat sie vor fünf Jahren die Interkulturelle Gruppe gegründet, die sich an jedem letzten Samstag im Monat zum gemeinsamen Singen, Kochen und Tanzen trifft. Honorines süße Tochter Noufi (7) konnte am Silvesterabend besonders stolz sein. Ihr Name bedeutet nämlich übersetzt „Das Neue“. Besser geht’s wohl nicht für eine Neujahrsfeier. Ach ja, einen ganz großen Unterschied gibt es noch zwischen dem kamerunischen und dem europäischen Feiertreiben, erzählte Honorine zum Schluss: „Feuerwerke spielen bei uns keine so große Rolle.“

Dann würden sich die Kameruner wahrscheinlich auf den Terrassen vor Sanssouci extrem wohl fühlen. Gleich am Eingang zum Schlossbereich, der sich gegenüber der Historischen Mühle befindet und an diesem Abend mit Gittern zu einer Art Eingangsschleuse umfunktioniert worden war, wachten drei Sicherheitskräfte über die Einhaltung der Vorschriften: „Kein Knallzeug, keine Flaschen“, warnten sie vor verbotenem Inhalt in den mitgebrachten Rucksäcken und Taschen. Was „Knallzeug“ anrichten kann, weiß auch der Müller. Die Historische Mühle war jedenfalls innen hell erleuchtet. Anscheinend wachte der Hausherr darüber, dass kein Schaden angerichtet wurde.

Unterdessen herrschte auf den Terrassen selbst um 23 Uhr herum noch fast meditative Stille. Ein Absperrgitter schützte das Sommerschloss vor zudringlichen ungebetenen Gästen. Unten in Potsdam-West böllerte es schon ein bisschen. Oben wunderte sich so mancher Spaziergänger, wie wenig los war. „Wir dachten eigentlich, dass es Feuerwerk hier gibt“, sagte ein Ehepaar aus Beelitz mit ein bisschen Enttäuschung in der Stimme: „Nicht mal einen Tee-Stand gibt es hier.“ Dann erzählten sie sehnsüchtig von den Silvesterfeiern auf der Mittelmole von Warnemünde mit Musik und Tanz und viel Pyrotechnik am Himmel. Naja, nächstes Jahr wieder ...

Ein Gutes hatte das Ganze immerhin. Friedrich der Große und seine Windspiele konnten in ihrer Gruft vor dem Schloss ein relativ ruhiges Silvester mit ungestörter Nachtruhe verbringen.

Von Ildiko Röd

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