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Trotz 33 Grad kein hitzefrei

Unterricht an Potsdamer Schulen Trotz 33 Grad kein hitzefrei

Der Planet brennt – Zeit für hitzefrei, oder? Aber nicht alle Potsdamer Schüler dürfen sich freuen. Hitzefrei, verkürzter Unterricht, kompletter Stundenplan in Kellerräumen oder unter Bäumen – die Schulen gehen unterschiedlich mit der Hitze um.

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Badespaß statt Unterricht.

Quelle: dpa

Potsdam. Sommer, Sonne, hitzefrei! Oder etwa nicht? An Potsdams Schulen wird ganz unterschiedlich mit den Sahara-Temperaturen umgegangen. An der Sportschule „Friedrich Ludwig Jahn“ am Luftschiffhafen gibt’s weder hitzefrei noch verkürzten Unterricht. „Unsere Schüler würden bei hitzefrei entweder direkt zum Training gehen, das fällt bei Leistungssportlern nie aus, oder ins Internat. Wir sind eine Ganztagsschule und betreuen die Mädchen und Jungen weiter“, sagt Schulleiter Rüdiger Ziemer. Wird es zu heiß, weichen die Lehrer mit dem Unterricht in kühlere Kellerräume oder unter Bäume aus. Im Einstein-Gymnasium in der Hegelallee findet seit Mittwoch verkürzter Unterricht statt. Eine Schulstunde dauert dort statt 45 nur noch 30 Minuten. Vorteil: Die Fächer werden unterrichtet, es fällt nichts aus.

Am Filmgymnasium Babelsberg dürfen die Schüler nicht hoffen, wegen der Hitze frei zu bekommen. „Die Eltern bezahlen Schulgeld, haben Anspruch darauf, dass der Unterricht stattfindet. Sowieso sind unsere Räume klimatisiert“, sagte eine Sekretärin. „Sind doch eh bald Ferien, da könnten die Lehrer uns ruhig frei geben“, barmt Henrietta (14). Was sie mit ihren Freundinnen statt Schule machen würde? Ins Strandbad gehen! Zwar ist auch das Schiller-Gymnasium in Drewitz eine Privatschule, doch morgen stellt der stellvertretende Schulleiter Raiko Ritzka einen früheren Unterrichtsschluss in Aussicht: 12.40 Uhr. „Am Donnerstag waren die Räume noch nicht so aufgeheizt.“ Für Freitag werden jedoch 33 Grad Celsius prophezeit. „Da verlassen wir uns auf den Wetterbericht. Grundsätzlich geben wir aber ganz selten hitzefrei“, so Ritzka.

An der Lenné-Gesamtschule in Zentrum-Ost lernen die Schüler seit Mittwoch verkürzt. „Wir messen die Temperaturen im Schatten und in den Räumen“, sagt Ines Welder, stellvertretende Schulleiterin. Ziel sei es, so wenig wie möglich Unterricht ausfallen zu lassen. Im Helmholtz-Gymnasium ist am Freitag um 12.20 Uhr Feierabend für die Schüler bis zu zehnten Klasse. Am Evangelischen Gymnasium Hermannswerder findet „Regelunterricht“ bis 13.20 Uhr statt, danach werden die Schüler betreut. Die Jugendlichen aus der Sekundarstufe II (ab elfte Klasse) müssen dagegen das gesamte Pensum leisten – wie Auszubildende, die ebenfalls kein hitzefrei bekommen.

Hitzefrei, verkürzter Unterricht oder Schule – warum diese Unterschiede? „Die Entscheidung über hitzefrei trifft jede Schule eigenverantwortlich“, teilte Martina Marx aus der Pressestelle des Bildungsministeriums mit. Den Rahmen geben die Verwaltungsvorschriften zum Schulbetrieb vor. Die Schulleitung kann Unterrichtszeiten verkürzen, Unterricht umorganisieren oder hitzefrei geben. „Konkrete Entscheidungen können sinnvoll nur Vorort getroffen werden.“ Das sei zudem davon abhängig, „ob Schülerverkehr auch außerhalb der normalen Fahrtzeiten angeboten wird“. Eine Betreuung bis zum Ende der regulären Unterrichtszeit werde „selbstverständlich gewährleistet, denn hitzefrei bedeutet noch lange nicht, dass die Schüler auch tatsächlich nach Hause können“. In der Primarstufe dürfen sie nur vorzeitig nach Hause, wenn sie abgeholt werden oder die Zustimmung der Eltern vorliegt.

Falls die Temperaturen irgendwann mal wieder in den Keller sausen sollten: Bei unter 16 Grad Celsius findet kein Unterricht statt, bei unter 18 Grad werden keine Prüfungen geschrieben.

Hitzefrei und kältefrei

Das ist die Hitzefrei-Regel: Werden um 10 Uhr 25 Grad Celsius Außentemperatur im Schatten oder um 11 Uhr beispielsweise in Unterrichtsräumen 25 Grad Celsius gemessen, soll nicht länger als bis 12 Uhr unterrichtet werden, sofern es sich nicht abgekühlt hat. Für Schüler der Sekundarstufe II, des zweiten Bildungsweges und der Fachschulen wird der Unterricht „in der Regel dem Stundenplan entsprechend fortgesetzt“. Klausuren und schriftliche Prüfungen sollen so gelegt werden, „ dass eine Beeinträchtigung durch extreme Hitze vermieden wird“, heißt es in den Schul-Verwaltungsvorschriften des Bildungsministeriums.

Es kann auch „kältefrei“ geben – wenn in Unterrichtsräumen die Raumluft­temperatur unter 16 Grad Celsius, in Sporthallen unter 14 Grad Celsius gesunken und „eine Erwärmung kurzfristig nicht zu erwarten ist“. Klausuren und schriftliche Prüfungen werden nicht geschrieben, wenn die Raumtemperaturen nicht mindestens 18 Grad Celsius betragen.

 

Von Ricarda Nowak

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