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Potsdam Nikolaipfarrer: Keine Absage an Stiftung
Lokales Potsdam Nikolaipfarrer: Keine Absage an Stiftung
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00:32 29.06.2015
Pfarrer Matthias Mieke in der Nikolaikirche. Quelle: Beate Wätzel
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Potsdam

Die Gemeinde der großen Stadtkirche St. Nikolai schließt eine weitere Zusammenarbeit mit der umstrittenen Stiftung Preußisches Kulturerbe (SPKE) nicht aus. Wie berichtet, hat die evangelische Landeskirche ihren Mitgliedsgemeinden geraten, künftig auf Spenden der SPKE zu verzichten, die im Zusammenhang mit Äußerungen ihres Vorstandes Max Klaar im Zwielicht ist.

Nikolai-Pfarrer Matthias Mieke erklärte am Freitag auf MAZ-Anfrage: „Als Kirchengemeinde können wir dem Rat der Landeskirche folgen. Wir trennen weiterhin, wie auch bisher, zwischen einzelnen Personen und der Stiftung. Die Ziele der SPKE, wie sie in der Präambel der Satzung und im Stiftungszweck verschriftlicht wurden, sind begrüßenswert.“ Die Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinde und SPKE habe „sehr geholfen, Kriegsschäden zu beseitigen“, so der Pfarrer: „Zu keinem Zeitpunkt und in keiner Weise ging es darum, Kriegsschuld zu vertiefen.“

Die Nikolaikirche hat von der SPKE mit bislang 1,81 Millionen Euro mehr als jeder andere der insgesamt 38 Empfänger bekommen, an die bisher zusammen rund 5,3 Millionen Euro verteilt wurden. Gefördert wurden in der Landeshauptstadt außerdem die evangelischen Kirchen in Bornim (750 000 Euro) und Groß Glienicke (40 000 Euro) sowie die katholischen Kirchen St. Antonius in Babelsberg (90 000 Euro) und St. Peter & Paul am Bassinplatz (134 050 Euro).

Die Verwendung von Spenden der SPKE ist umstritten, weil Max Klaar offen nationalkonservative Positionen vertritt. So stellt er die deutsche Alleinverantwortung für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Frage. Der Landtag debattiert, ob 25 000 Euro an die Stiftung zurück gezahlt werden sollen, die von der SPKE für Figuren an der Fassade des Landtagsschlosses überwiesen wurden.

Der für St. Antonius und St. Peter & Paul zuständige Propst Klaus-Günter Müller verwies auf die MAZ-Anfrage nach einer weiteren Zusammenarbeit auf einen unlängst gefasten Beschluss des Erzbistums Berlin: „Die Entscheidung der Bistumsleitung lautet, dass in Zukunft keine Annahme von Geldern von der Stiftung Preußisches Kulturerbe kirchenaufsichtlich genehmigt werden. An diese Entscheidung habe ich mich natürlich zu halten.“ Bei den Spenden, die „wir, andere Kirchengemeinden und Fördervereine erhielten“, habe es sich jedoch „nicht um Privatgeld von Herrn Max Klaar“ gehandelt, sondern um Gelder der Stiftung Preußisches Kulturerbe.

„Ohne diese Mittel“, so der Propst, „wären viele Kunstwerke und Kirchen weiter verfallen“. Mit der Restaurierung der Außenfiguren der St. Antoniuskirche, für die von der SPKE 90 000 Euro überwiesen wurden, sei begonnen worden. Die Arbeiten werden laut Müller etwa ein Jahr dauern.

Geld für Uniformen

Zu den aktuellen Empfängern einer Spende der Stiftung Preußisches Kulturerbe (SPKE) gehört die Traditionsgarde der Langen Kerls. Laut ihrem Vorsitzenden Roman Tummerer werden die 10 000 Euro für die Erneuerung von Uniformen gebraucht.

Eine Rücküberweisung sei nicht geplant. Die SPKE sei eine Stiftung öffentlichen Rechts. Der Potsdamer Riesengarde seien keine Sachverhalte bekannt, die die Rechtsfähigkeit der Stiftung in irgendeiner Weise einschränkten, so Tummerer. Insofern sei es denkbar, dass die Potsdamer Riesengarde auch künftig Anträge auf Spenden an die SPKE richtet. Die Annahme der Spenden verpflichtet die Potsdamer Riesengarde nicht zu Zugeständnissen an die SPKE.

Die Langen Kerls feierten erst vor wenigen Wochen ihr 25-jähriges Bestehen. Unter den Gratulanten war Ehrengrenadier und Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) sandte ein Grußwort.

Eine weitere größere Spende der SPKE über 125 000 Euro ging für die Neptungruppe nach Potsdam. Der aus SPKE-Mitteln finanzierte Triton Nr. 9 wurde im Mai 2014 feierlich im Beisein des Oberbürgermeisters aufgestellt.

Angesichts der Landtagsdiskussion über eine Rücküberweisung von SPKE-Mitteln warnte Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg vor einer ähnlichen Debatte in Sachen Neptungruppe: „Wir würden uns lächerlich machen, wenn wir fordern würden, dass der Triton wieder entfernt wird.“

Die Gemeinde von St. Nikolai verwendet 130 000 Euro der in diesem Jahr von der Stiftung überwiesenen Gesamtsumme von 690 000 Euro für die neue große Orgel, die laut Pfarrer Mieke Mitte 2017 erklingen soll. Mit 560 000 Euro werde der größere Teil für die Rekonstruktion des Reliefs mit Motiven aus der Bergpredigt am Tympanon genannten Dreieck über dem Haupteingang der Kirche verwendet.

Zur Kritik an Max Klaar „werden wir uns nicht äußern und auch einzelne Äußerungen nicht bewerten“, sagt Mieke: „Wir sind außerordentlich dankbar für die großzügige Förderung, die die SPKE unserer Nikolaikirche hat zukommen lassen, um damit ein hervorragendes Denkmal preußischer Baukunst zu retten und das kirchliche Leben unserer lebendigen Innenstadtgemeinde zu fördern.“

Von Volker Oelschläger

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