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Nummer gegen Kummer

Kinder- und Jugendtelefon der Diakonie Nummer gegen Kummer

Die Psychologin Alexandra Sturm ist Leiterin des Kinder- und Jugendtelefons des Diakonischen Werks – Liebeskummer, Verhütung, Sex, Coming out, Essstörungen, Schulstress, Mobbing, Suizidgedanken, Missbrauchs- oder Gewalterfahrungen. Kaum ein Thema, das die jungen Anrufer auslassen. Die Nummern gegen Kummer:  0800/111 0 333 oder 116 111

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Alexandra Sturm ist die neue Leiterin des Kinder- und Jugendtelefons in Potsdam.

Quelle: Christel Köster

Innenstadt. Liebeskummer, Verhütung, Sex, Coming out, Essstörungen, Schulstress, Mobbing, Suizidgedanken, Missbrauchs- oder Gewalterfahrungen. Kaum ein Thema, das Alexandra Sturm fremd ist. Die Psychologin ist die neue Leiterin des Kinder- und Jugendtelefons des Diakonischen Werks Potsdam. Zuvor hat sie selbst eineinhalb Jahre als ehrenamtliche Beraterin Anrufe von Rat- und Hilfe suchenden Heranwachsenden entgegen genommen. Sie sollen sich belastende Erfahrungen von der Seele reden und neue Handlungsmöglichkeiten finden können, sagt Alexandra Sturm. Denn, nicht immer kann oder will man mit Eltern oder Freunden heikle Situationen besprechen – oder einfach mal fragen, ob es Kondome in verschiedenen Größen gibt. Im Schutz der Anonymität klingeln Kinder und Jugendliche etwa 30-mal pro dreistündiger Schicht an.

Nummer gegen Kummer

Das Kinder- und Jugendtelefon ist montags bis sonnabends von 14 bis 29 Uhr unter 0800/111 0 333 oder 116 111 geschaltet.

Die nächste – kostenfreie – Ausbildung zum ehrenamtlichen Berater für das Kinder- und Jugendtelefon startet am 30. Januar und dauert bis Anfang Juli. Der Kurs beinhalt zwölf Unterrichtstermine sowie vier Hospitationen am Telefon.

Gefragt sind Frauen und Männer mit Verständnis für jugendliche Verhaltensweisen, mit Interesse an und Toleranz gegenüber anderen Meinungen, Kulturen und Religionen.

Mitmachen dürfen auch Jugendliche ab 16 Jahren.

Wer Interesse hat, kann sich bei Claudia Gratz, Ehrenamtsbeauftragter des Diakonischen Werks, unter 0331/200 89 01 oder per E-Mail unter c.gratz@dwpotsdam.de melden. rn

 

2014 gingen 8732 Anrufe ein, aus denen sich 2224 Beratungen entwickelten, sagt Alexandra Sturm. 1300-mal wurde angeklingelt und gleich wieder aufgelegt. Wer sich zunächst nicht traut, ruft später noch mal an. Zwischen sieben und 25 Jahre sind die Nutzer der „Nummer gegen Kummer“ alt – wobei die unter Elfjährigen den geringsten Anteil ausmachen. In der Pubertät, zwischen zwölf und 17, ist der Bedarf am größten. Psychosoziale Probleme und Gesundheit standen ganz oben auf der Liste (725 Anrufe), gefolgt von Partnerschaft und Liebe (504) und Freundeskreis (386). Zahlen für 2015 werden erst im Frühjahr veröffentlicht. Etwa 500 E-Mails erreichen das Team pro Jahr zudem. Das 1999 in Potsdam gegründete Kinder- und Jugendtelefon ist die „kleine Schwester“ der Telefonseelsorge. Bundesweit existieren mehr als 100 Beratungsstellen für Heranwachsende. Ein offenes Ohr für die kleinen und großen Sorgen haben mindestens 3900 ehrenamtliche Helfer. Allein in Potsdam sind es 60. Das klingt zwar viel, dennoch werden ständig weitere Berater gesucht. Sich einfach ans Telefon zu setzen und ein bisschen zu seelsorgen – das funktioniert nicht. Ein halbes Jahr (verteilt auf zwölf Schulungs- und vier Hospitanztermine) dauert die kostenlose Ausbildung für diese verantwortungsvolle Aufgabe. Berater müssen psychisch belastbar sein. Wenn ein Jugendlicher Missbrauchserfahrungen offenbart, dürfe man nicht in Panik verfallen. „Anrufer brauchen keinen, der mit ihnen weint, sondern zuhört oder nach Ansprechpartnern für ein spezielles Problem sucht“, sagt Alexandra Sturm. Auch auf Provokationen muss man reagieren können. Wiederholten Anrufen voller sexueller Anspielungen seitens älterer Herren begegne man am besten mit – Auflegen.

Irgendwo in einem schönen Altbau in der Potsdamer Innenstadt hat das Kinder- und Jugendtelefon seinen Sitz. Anonymität ist auf beiden Seiten der Hörer wichtig. Die Anrufer sollen wissen, dass ihnen absolute Vertraulichkeit sicher ist. Und auch die Berater sollen nicht ausfindig gemacht werden. Übrigens gilt die Beratertätigkeit als „stilles Ehrenamt“. Mit seiner Tätigkeit sollte man also nicht auf Partys herumpranzen.

Montags bis sonnabends von 14 bis 20 Uhr erreichen Heranwachsende das Kinder- und Jugendtelefon unter 0800/111 0 333 oder 116 111. Wer sein Herz keinem Erwachsenen, sondern einem Gleichaltrigen ausschütten möchte – kein Problem. Sonnabends sitzen Jugendliche ab 16 Jahren an der Strippe. Bei allen Problemen, die auf Alexandra Sturm bei ihren Beratungsgesprächen einprasselten, „hat mich die Arbeit jung gehalten. Ich gehe frisch an Themen heran“. Die Mutter zweier kleiner Kinder (fünf und zwei Jahre) fühle sich „zurückversetzt in die eigene Jugend, zur ersten Liebe zum Beispiel“. Ihr Fazit: Immer im Leben könne es Krisen geben, man komme aus ihnen aber wieder heraus. „Auch, wenn es im Moment so wirkt – es bleibt nicht dunkel und grau“, sagt Alexandra Sturm.

Von Ricarda Nowak

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