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Jann Jakobs hält an Kirchenschiff fest

Potsdamer Garnisonkirche Jann Jakobs hält an Kirchenschiff fest

Für das Kirchenschiff der Potsdamer Garnisonkirche gibt es noch keine Baugenehmigung. Doch für Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) ist es klar, dass die Reste der alten Kirche wieder in einem neuen Kirchenschiff verbaut werden. Das ließ er auf dem Sommerfest der Garnisonkirchen-Befürworter verkünden.

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Spolienfest in Potsdam.
 

Quelle: Privat

Innenstadt.  Unter dem Motto „Spur der Steine“ haben etwa 250 Menschen in der Nagelkreuzkapelle und auf dem Baufeld der Garnisonkirche an der Breiten Straße am Freitagabend ein Sommerfest gefeiert. Auf dem Baufeld wurden dabei die im Mai am Brauhausberg wiedergefundenen Fragmente – in der Fachsprache: Spolien – der Garnisonkirche vom Cottbuser Lichtkünstler Jörg Hanitzsch beleuchtet. Mit Leuchtobjekten wurde der Grundriss des Turms der Garnisonkirche sichtbar gemacht. Zum Fest hatten die Fördergesellschaft Wiederaufbau Garnisonkirche (FWG) und die Bürgerinitiative „Mitteschön“ geladen.

Unter den Gästen: Alt-Ministerpräsident Manfred Stolpe und Superintendent Joachim Zehner. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hatte seine Teilnahme an dem Fest kurzfristig abgesagt, aus familiären Gründen – dem Vernehmen nach eine Geburtstagsfeier. Jakobs sitzt als Vertreter der Stadt im Kuratorium der Garnisonkirchenstiftung. Immerhin ließ der Rathaus-Chef eine Grußbotschaft verlesen, in der er sich implizit auch für einen Wiederaufbau des Schiffs der Garnisonkirche aussprach: „Wenn die Spolien einst verbaut sein werden, erst im Turm und später im Kirchenschiff, werden die Zeugnisse der Vergangenheit Eingang gefunden haben in ein Bauwerk der Gegenwart.“

Kritik vom Linken-Kreischef

„Das ist eine Vorfestlegung auf das Kirchenschiff und damit kein offener Bürgerdialog mehr“, reagierte Linken-Kreischef Sascha Krämer gestern kritisch auf Jakobs’ Äußerungen. Zum Start des „Bürgerbeteiligungsverfahrens Plantage – Rechenzentrum – Garnisonkirche“ Ende April hatte sich der Oberbürgermeister dafür ausgesprochen, einen „ergebnisoffenen Dialog miteinander zu führen“.

Noch keine Baugenehmigung für das Kirchenschiff

Für das Kirchenschiff gibt es – anders als für den Turm – noch keine Baugenehmigung. Dort, wo früher das Schiff stand, befindet sich heute das ehemalige Rechenzentrum. Letzte Woche wurde der Vertrag für die befristete Nutzung als Kunst- und Kreativhaus unterzeichnet. Dies stelle keinen Hindernisgrund für einen Wiederaufbau des Schiffs dar, betonte Jakobs in der Grußbotschaft: „Gemäß der vertraglichen Regelung werden die Interessen der Stiftung Garnisonkirche dabei gewahrt. Sollte die Errichtung des Kirchenschiffs anstehen, so ist dies ohne Probleme auch in Zukunft möglich.“

Fest ohne Kunsthaus-Künstler

„Mitteschön“-Mitbegründerin Barbara Kuster, die selber Künstlerin ist, freut sich über die neue Nachbarschaft zwischen Nagelkreuzkapelle und Kunsthaus. Bedauerlich sei nur, dass keiner der Künstler den Weg zum Spolienfest gefunden habe, sagte sie am Freitag: „So hätte man sich gleich besser kennenlernen können.“ Auch nach dem Bau des Kirchenschiffs müsse die Kunstszene in der Innenstadt gehalten werden, so Kuster: „Der wiedererrichtete Lange Stall würde sich dafür anbieten.“

Von Ildiko Röd

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