Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
OB will Bürger über FH-Abriss informieren

Stadtplanung in Potsdam OB will Bürger über FH-Abriss informieren

Trotz des laufenden Bürgerbegehrens gegen den Abriss von Fachhochschule (FH), Staudenhof und Hotel Mercure will Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) am 1. Juli die Bürger über Pläne informieren, die den Abriss des FH-Gebäudes erfordern. Damit geht die Stadtverwaltung bei diesem Thema in die Offensive. Mercure und Staudenhof bleiben aber ausgespart.

Potsdam, Innenstadt 52.3946289 13.0640882
Google Map of 52.3946289,13.0640882
Potsdam, Innenstadt Mehr Infos
Nächster Artikel
Einbruch in Universität

Die Fachhochschule Potsdam und das Eingangsportal zum Stadtschloss.

Quelle: dpa

Innenstadt. Eine Bürgerversammlung zur Entwicklung der Potsdamer Mitte im Bereich der Fachhochschule (FH) veranstaltet die Stadt am Freitag, dem 1. Juli, um 17 Uhr im großen Hörsaal der FH am Alten Markt.

Staudenhof und Mercure liegen außerhalb des Plangebiets

„Die Potsdamer sind eingeladen, sich auf der Bürgerversammlung über die künftige Entwicklung des Areals unter dem Motto ’Bauen für die Zukunft, Wohnen, Leben, Kultur und Arbeiten’ zu informieren“, sagt Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Gemeinsam mit Andreas Goetzmann, Fachbereichsleiter Stadtplanung und Stadterneuerung, will Jakobs die von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Pläne präsentieren. Das Wohnhaus Staudenhof und das Hotel Mercure befinden sich außerhalb dieses Plangebiets und sind von den Entwicklungsplänen daher nicht betroffen.

Weiterer Antrag gegen Mercure-Abriss

Die Linke startet eine weitere Initiative gegen den Abriss des Hotels Mercure. Zur nächsten Stadtverordnetensitzung ist ein Antrag angekündigt, nach dem der Abriss nicht weiter verfolgt werden soll. Begründet wird das mit der Absage der Eigentümer an den vom Rathaus gewünschten Erwerb zum Zwecke des Abrisses. Die Linken verweisen auf im März formulierte Voraussetzungen für eine Änderung der Sanierungsziele, darunter das Verkaufsinteresse der Eigentümer und ein Finanzierungskonzept, das bis Juli vorliegen sollte.

Für den Oberbürgermeister steht der FH-Abriss bereits fest

Die Stadtverordneten hatten in ihrer Sitzung am 1. Juni die Pläne für die Neugestaltung der Potsdamer Mitte zwischen Alter Markt und Platz der Einheit durch eine Konkretisierung des Leitbautenkonzepts beschlossen. Damit sind die Art der Neubebauung, Verfahrensrichtlinien sowie konkrete Vorgaben zur Nutzung der Grundstücke festgeschrieben.

Neubau von 40 Häusern in Potsdams Innenstadt

Geplant ist auf dem 25 000 Quadratmeter großen Areal der Neubau von bis zu 40 Häusern entlang der Friedrich-Ebert-Straße, Alter Markt, Platz der Einheit/Am Kanal und der früheren Kaiserstraße sowie in den Innenhöfen.

„Auf diesem wichtigen innerstädtischen Bereich zwischen Langer Brücke und Brandenburger Straße geht es um die Entwicklung neuer urbaner Innenstadtquartiere. Dazu gehören Wohnungen, kleine Läden, Restaurants, Cafés, Ateliers und Raum für Kunst und Kultur. Das Konzept möchten wir den Potsdamern bei der Veranstaltung vorstellen“, so Jakobs.

Fragen im Vorfeld der Bürgerversammlung können per E-Mail an PotsdamerMitte@rathaus.potsdam.de geschickt werden.

Friedrich-Ebert-Straße bereits zurückgebaut

Zur Historie: Bereits 2009 wurde im Sanierungsgebiet „Potsdamer Mitte“ die Friedrich-Ebert-Straße in diesem Bereich neugeordnet und zurückgebaut. Die dadurch zurück gewonnenen Flächen sollen in Quartiers-Struktur orientiert am historischen Stadtgrundriss bebaut werden. Geplant ist die Errichtung von zwei attraktiven Innenstadtquartieren mit bis zu 40 Gebäuden, davon gemäß Leitbautenkonzept drei mit Nachbildung der historischen Fassade früherer Häuser. Das sind die Gebäude Schloßstraße/Ecke Friedrich-Ebert-Straße (ehemals Plögerscher Gasthof), Am Alten Markt/Ecke Schloßstraße sowie Schwertfegerstraße/Ecke Kaiserstraße.

Wohnungen mit sozialverträglichen Mieten

Dabei soll auch die Schwertfegerstraße wieder als direkte Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen Neuer Markt und Alter Markt/Nikolaikirche entstehen. Die künftige Nutzung der Häuser ist in sogenannten Gebäudepässen festgeschrieben. Dazu zählen vor allem Wohnungen, mindestens ein Drittel davon mietpreis- und belegungsgebunden, Büros, Ateliers und Läden im Erdgeschoss sowie Raum für Studentenwohnen, altersgerechtes Wohnen beziehungsweise Boardinghaus oder Hotel.

Qualität der Bebauung soll über Investoren entscheiden

Verkauft werden sollen die Einzelgrundstücke laut OB Jakobs in Form einer Konzeptvergabe. „Der gebotene Kaufpreis ist also nicht das allein ausschlaggebende Kriterium bei der Verkaufsentscheidung, sondern die Qualität der abgegebenen Bebauungs- und Nutzungskonzepte.“

Durch dieses aufwendige Verfahren mit einer Jury aus 15 Personen, darunter Vertreter aller Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung sowie des Gestaltungsrats, soll erreicht werden, dass in diesem innerstädtischen Bereich tatsächlich preiswerter Wohnraum entsteht sowie Raum für Studenten, Ateliers wie auch barrierefreies und altersgerechtes Wohnen.

300 bis 400 neue Wohnungen für Potsdam

Potsdam verzeichnet jedes Jahr zwischen 2000 und 4000 zusätzliche Einwohner. Allein in den beiden neuen Quartieren können nach ersten Modellrechnungen je nach künftiger Wohnungsgröße zwischen 300 bis 440 neue Wohnungen entstehen, davon 140 mietpreis- und belegungsgebunden.

Auf Teilflächen des Areals steht heute das Gebäude der Fachhochschule, das bereits im Zuge des Umbaus des Bildungsforums in einem Teil rückgebaut wurde. Mit dem Auszug der verbliebenen Fachhochschulbereiche im kommenden Jahr in den Campus Pappelallee steht das unsanierte Funktionsgebäude leer und soll abgerissen werden, um Platz für Neues zu schaffen.

Abriss der FH ist hoch umstritten

Allerdings ist der Abriss des FH-Gebäudes hoch umstritten. Dagegen läuft derzeit ein Bürgerbegehren, das bereits weit mehr als die erforderlichen Unterschriften von mehr als 13 000 eingesammelt hat.

Weitere Informationen der Verwaltungssicht auch unter www.potsdamermitte.de.

Von MAZonline

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg