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Oberbürgermeisterwahl Potsdam „Turm und Schiff gehören zusammen“
Lokales Potsdam Oberbürgermeisterwahl Potsdam „Turm und Schiff gehören zusammen“
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00:23 12.09.2018
FH-Professor Ludger Brands (l.) und OB-Kandidat Götz Friederich (CDU) trafen sich im Cafe „Der Duft“ in der Friedrich-Ebert-Straße. Quelle: Foto: Gartenschläger
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Innenstadt

Am 23. September 2018 wird in Potsdamer ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Leser der „Märkischen Allgemeinen“ waren aufgerufen, ihren Wunschgesprächspartner aus der Kandidatenriege in einem Café ihrer Wahl zu befragen. Der bekannte Architekt und FH-Professor Ludger Brands wählte Götz Friederich (CDU) zum Zwiegespräch.

Götz Friederich: Warum haben Sie sich für dieses Café entschieden, Herr Brands? Sein Name – „Der Duft“ – lässt ja an eine Parfümerie denken.

Ludger Brands: Das Café verkörpert das, was mir am Herzen liegt: die Belebung der Innenstadt durch kleine Läden und Gastronomie. Die städtebauliche Entwicklung der Mitte ist mir seit Langem wichtig. Das war auch der Grund, weshalb ich mir dieses Treffen gewünscht habe. Aus der Ecke CDU habe ich noch nicht viel zum Thema Stadtentwicklung – dem Bild von Potsdam – wahrgenommen.

Friederich: Also, das kann ich so nicht stehen lassen. Natürlich gibt es eine Position der CDU: Wiederherstellung der historischen Mitte inklusive Staudenhof-Abriss. Aber man muss auch die Kraft des Faktischen anerkennen, etwa beim Thema Mercure-Abriss – der ist für mich für viele Jahre vom Tisch. Der Stadt gehört das Grundstück nicht, außerdem gibt es dort 60 Arbeitsplätze.

Brands: Das sehe ich ähnlich. Ich habe aber noch ein anderes Anliegen: Die Umgestaltung der Breiten Straße vom Stadtschloss bis zur Zeppelinstraße. Die Straße sollte zu einem geschlossenen Straßenraum werden mit innerstädtischem boulevardartigem Charakter.

 

Friederich: Wie das?  

Brands: Indem eine gerade Straßenflucht entsteht. Momentan ist alles ziemlich fragmentiert, mit zurückgesetzten Bauten und dem etwas verloren stehenden Obelisken. Vor das Studentenwohnheim müsste zum Beispiel ein schmales Gebäude gesetzt werden, je ein Obelisk flankierend an der Straße, in der Mitte der Fahrbahnen ein Grünstreifen mit Bäumen.

Friederich: Bedeutet das eine Verringerung der Fahrspuren?

 

Brands: Nein.  

Friederich: Dann könnte ich mir das gut als Prüfauftrag vorstellen. Eine wichtige Facette der Straße entsteht ja gerade durch den Garnisonkirchturm. Ich bin Mitglied der Fördergesellschaft und freue mich darauf, wenn hier die Glocken zum Gebet rufen. Die Position meines SPD-Mitbewerbers, Mike Schubert, halte ich für fatal. Er hat ja im MAZ-Interview angekündigt, im Falle seiner Wahl nicht als Vertreter der Stadt im Kuratorium der Garnisonkirchenstiftung sitzen zu wollen. Das ist kein gutes Signal – die Stadt hat sich durch einen Stadtverordnetenbeschluss zum Wiederaufbau bekannt.

Brands: Ich bin ebenfalls für die Wiedererrichtung des Turms – langfristig auch für das Kirchenschiff. Dass die Plantage jetzt zum Sportfeld umgebaut wird, finde ich etwas misslungen. Man hätte das mit einer stadtparkähnlichen Anlage kombinieren müssen, vor allem im Hinblick auf die weitere Entwicklung des Areals mit Kirche und Langem Stall als Haus für die Künstler. Das ist zu kurzsichtig geplant. Wie ist Ihre Position zur Errichtung des Garnisonkirchenschiffs?

Friederich: Grundsätzlich positiv, Turm und Schiff gehören zusammen. Das ist aber absolut davon abhängig, was die Stiftung und der Förderverein wollen oder können.  Aufgezeichnet von Ildiko Röd

MAZ-Leser können noch die OB-Kandidaten Janny Armbruster (Grüne), Martina Trauth (Linke) und Dennis Hohloch (AfD) treffen. Interessenten melden sich bitte unter potsdam-stadt@MAZ-online.de. Stichwort: OB-Kandidaten-Date.

Von Ildiko Röd

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