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Potsdam Christliche Kliniken in Potsdam schmieden Allianz
Lokales Potsdam Christliche Kliniken in Potsdam schmieden Allianz
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00:21 07.01.2019
Im Oberlinhaus in Babelsberg steht die finale Entscheidung noch aus. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Das katholische St. Josefs-Krankenhaus der Alexianer, die Oberlinklinik und das Evangelische Zentrum für Altersmedizin (EZA) bereiten eine enge Kooperation vor. Wie genau diese aussehen soll, wollen die drei christlichen Häuser in der kommenden Woche öffentlich machen. Wie die Märkische Allgemeine Zeitung bereits jetzt erfuhr, soll es sich bei der „Christliche Kliniken Potsdam gGmbH“ (CKP) um eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe handeln.

Oberlin und die Alexianer, zu denen das EZA seit August 2018 gehört, sollen an der gemeinnützigen Gesellschaft jeweils zu 50 Prozent beteiligt sein. Die CKP, die im dritten Quartal an den Start gehen soll, erhält demzufolge auch eine Doppelspitze: Geschäftsführer sollen dem Vernehmen nach Oliver Pommerenke und Andreas Koch werden. Pommerenke ist Regionalgeschäftsführer der Alexianer St. Josef GmbH sowie Geschäftsführer der EZA GmbH, Andreas Koch ist Geschäftsführer der Oberlinklinik gGmbH und Kaufmännischer Vorstand des Vereins Oberlinhaus.

Die Mitglieder des Oberlin-Vereins müssen noch zustimmen

Die Aufsichtsgremien der Alexianer haben der Kooperation bereits ihren Segen gegeben. Im Hause Oberlin steht die finale Entscheidung derweil noch aus. Nach MAZ-Informationen hat zwar der Aufsichtsrat des Oberlin-Vereins den Plänen schon zugestimmt, die Mitgliederversammlung wird über die Pläne aber erst auf ihrer jährlichen Zusammenkunft Mitte Juni abstimmen. Offenbar gehen sowohl Alexianer als auch Oberliner von einer Formalie aus, es seien keinerlei Vorbehalte zu erwarten, heißt es.

>> Lesen Sie hier unseren Kommentar zur Klinik-Kooperation und ihren Risiken

Das Oberlinhaus ist mit mehr als 1800 Beschäftigten Potsdams drittgrößter Arbeitgeber. Der 1871 gegründete Trägerverein des christlichen Hauses zählt etwas mehr als 200 Mitglieder, darunter rund 20 aktive Mitarbeiter. Der Verein nimmt seit Mitte 2018 keine Oberlin-Beschäftigten mehr auf. Begründung: Unternehmensinteressen könnten sonst mit Individualinteressen in Konflikt geraten.

Es ist nicht die erste Klinik-Kooperation, die das Oberlinhaus anbahnt

Mehr Kosten, weniger Einnahmen, ein harter Wettbewerb und sich stetig ändernde Rahmenbedingungen – vor diesem Hintergrund ist der Schulterschluss mit den Alexianern nicht die erste Kooperation, die das Oberlinhaus für seine renommierte Klinik anstrebt. So ging eine von langer Hand angebahnte Kooperation mit dem städtischen Ernst-von-Bergmann-Klinikum Ende 2017 im Eklat unterPotsdams damaliger Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hatte in einer internen Runde geäußert, er strebe mit dem städtischen Klinikum den Erwerb von 51 Prozent an der Oberlinklinik an. Der Oberlin-Vorstand sprach vom Versuch einer „feindlichen Übernahme“. Eine weiterführende Kooperation mit dem Bergmann-Klinikum ist seither vom Tisch.

Seit wann das Oberlinhaus mit den Alexianern im Gespräch ist, darüber hüllt man sich in Schweigen. „Überlegungen zu einer engeren Zusammenarbeit wurden schon vor längerer Zeit angestellt“, teilt Oberlin-Sprecherin Andrea Benke auf MAZ-Anfrage mit. „Da wir bereits seit mehreren Jahren erfolgreich zusammenarbeiten, ist diese geplante Kooperation eine Fortführung der bereits etablierten Zusammenarbeiten.“ Bislang kooperiere man über ärztliche Konzile, über den gemeinsamen Apothekeneinkauf, den gemeinsamen Einkauf von medizinischem Sachbedarf und in der Medizintechnik.

Eine Mitarbeiterversammlung ist für Montag anberaumt

Die Mitarbeiter der Oberlinklinik sollen am Montag über die Kooperation informiert werden. An ihrem Alltag, heißt es, werde sich nichts ändern, auch sollen keine Stellen gestrichen werden – Ziel sei es, mit der geplanten Kooperation weiter zu wachsen. „Die Oberlinklinik handelt aus einer Position der wirtschaftlichen Stärke“, betont Andrea Benke. Der Konzernabschluss liege allerdings noch nicht vor. Offenbar rechnet man im Oberlinhaus sowohl für die Klinik als auch für das gesamte Unternehmen mit einem Ergebnis über Plan.

Die drei Häuser und ihre Kompetenzen

Das Oberlinhaus ist mit mehr als 1800 Beschäftigten Potsdams drittgrößter Arbeitgeber. Das diakonische Unternehmen hat 13 Tochtergesellschaften, darunter das Berufsbildungswerk, die Oberlinwerk­stätten, die Oberlinschule und die auf Orthopädie spezialisierte Oberlin­klinik – sie ist die zweitgrößte orthopädische Fachklinik in Brandenburg und Berlin.

Die Alexianer sind in Deutschland einer der größten katholischen Träger von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen. Unter dem Unternehmensdach der Alexianer St. Josef Potsdam GmbH sind neben dem St. Josefs-Krankenhaus die St. Josef-Sozialstation Am Stern, das St. Franziskus-Seniorenpflegeheim im Bornstedter Feld und das Seniorenzentrum St. Elisabeth in Michendorf (Potsdam-Mittelmark) vereint. Im Jahr 2018 wurde das Versorgungsnetz durch den Zusammenschluss mit dem Evangelischen Zentrum für Altersmedizin weiter ausgebaut.

Das Evangelische Zentrum für Altersmedizin (EZA) in der Jägervorstadt umfasst ein geriatrisches Fachkrankenhaus mit Tagesklinik am Winzerberg, ein Seniorenzentrum, eine Kurzzeitpflege, die Beratungsstelle „Rund ums Alter“ sowie ein Lehrangebot für alle in der Geriatrie tätigen Berufsgruppen. Mit 120 Betten im Krankenhaus und in der Tagesklinik sowie 111 Plätzen im Bürgerstift am Heiligen See zählt es zu den größten Kompetenzzentren für Altersmedizin im Land. nf

Von Nadine Fabian

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