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Öffentlicher Nahverkehr soll besser werden

Erstes Potsdamer Verkehrsforum am Samstag Öffentlicher Nahverkehr soll besser werden

Raum für Frust, aber vor allem für Verbesserungsvorschläge für alle Potsdamer und Umländer gibt es am Sonnabend auf dem ersten Potsdamer Verkehrsforum im Humboldt-Gymnasium. Es geht zunächst um erste Ideen.

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Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Das erste Potsdamer Verkehrsforum, das am Sonnabend ab 15 Uhr im Humboldt-Gymnasium stattfindet, wartet mit einem interessanten Gast auf: Vor Ort ist dann nämlich auch das „Motz-Monster“ – eine Art Kummerkasten in Figurengestalt, wo die Teilnehmer auf Zettelchen ihren Frust beziehungsweise Klagen über Verkehrsmissstände loswerden können.

Das „Motz-Monster“ soll aber nicht im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen. Unter dem Motto „Unterwegs in und nach Potsdam – heute, morgen und übermorgen. Was brauchen wir, um mobil zu sein und wie prägt das unsere Stadt?“ geht es um den öffentlichen Nahverkehr und seine Nutzerfreundlichkeit. Eingeladen zur Diskussion an verschiedenen Themen-Tischen sind alle Interessierten aus Potsdam und dem Umland. Die gesammelten Anregungen und Vorschläge könnten mit in die Fortschreibung des Nahverkehrsplan einfließens. Dessen Ausarbeitung beginnt Ende des Jahres und wird rund ein Jahr beanspruchen – in der zweiten Jahreshälfte 2018 soll er dann in der Stadtverordnetenversammlung diskutiert werden.

Nach einem Auftaktvortrag können sich die Teilnehmer am Sonnabend auf folgende Themen-Tische aufteilen: Der erste Tisch beschäftigt sich mit aktuellen Themen wie Sauberkeit, Freundlichkeit, Umsteigebeziehungen; an Tisch zwei geht es um Entwicklungen der nächsten Jahre. Beispiel: „Wo machen Beschleunigungen im öffentlichen Personennahverkehr Sinn?“ Der dritte Tisch setzt sich mit Visionärem wie dem autonomen Fahren auseinander.

Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) erläuterte gestern bei der Vorstellung des Verkehrsforums die Zielstellung: „Nur wenn die verschiedenen Verkehrsmittel des Umweltverbundes intelligent miteinander vernetzt sind, flexibel miteinander kombiniert werden können und auch in einer bestimmten Qualität zur Verfügung stehen, haben wir ein Angebot, das die Menschen zum Umsteigen bewegt.“ Allerdings: „Das Fell des Bären muss verteilt werden“, wies Rubelt einschränkend auf die begrenzten Ressourcen hin: Sowohl Finanzen als auch Straßenraum seien begrenzt. „Jetzt ist der Moment, wo man vorgeben kann, in welche Richtung wir laufen“, appellierte Norman Niehoff, Bereichsleiter Verkehrsentwicklung, an die Bürger, bei der Veranstaltung mitzumachen. Mit dabei beim Verkehrsforum: Vertreter des Verkehrsbetriebs Potsdam, des Deutschen Bahnkundenverbands (DBV), der Fachhochschule, des Verkehrsclubs Potsdam und des ADAC. Jörg Becker, Verkehrsleiter beim ADAC Berlin-Brandenburg, wies gestern auf eine bislang relativ wenig genutzte Transportvariante hin: den ADAC-Mitfahrclub, wo sich Pendler zusammentun können.

Peter Wölfert, Sprecher des Verkehrstischs, präsentierte ebenfalls bereits konkrete Vorschläge: Die Buslinie 638 von Spandau nach Potsdam solle nicht – wie geplant – ab dem Fahrplanwechsel im Dezember am neuen Tram-Umsteige-Halt am Campus Jungfernsee enden. Stattdessen soll der 638er als schneller X-Bus bis zum Platz der Einheit fahren. Außerdem fordert der Verkehrstisch-Sprecher, dass jeder RE1 an allen Potsdamer Bahnhöfen hält. Wölferts Kritik, dass die Stadt sich zu wenig dafür einsetze, wies Rubelt gestern zurück.

Von Ildiko Röd

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