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Offene Fragen zum Grundstück der FH

Neue Lage in Potsdams Stadtmitte Offene Fragen zum Grundstück der FH

Nach dem Vorstoß der vier großen Potsdamer Wohnungsgenossenschaften zur gemeinsamen Gestaltung eines kompletten Karrees auf dem Grundstück der alten Fachhochschule gibt es politischen Handlungsbedarf. Laut Stadtplanungschef Andreas Goetzmann müsste der im Juni verabschiedete Beschluss zur Neubebauung der Stadtmitte dafür geändert werden.

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Plakatwerbung für die Neugestaltung der Potsdamer Stadtmitte an de Wand des Bildungsforums.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Innenstadt. Für die Errichtung eines kompletten Innenstadt-Karrees durch die vier großen Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaften müsste der im Mai verabschiedete Stadtverordnetenbeschluss zur Neubebauung der Potsdamer Mitte neu gefasst werden. „Sicher“ sei, dass eine Änderung der mit dem Beschluss „fixierten Bedingungen zu Inhalten und Verfahren nicht ohne erneute Erörterung und Beschlussfassung der Stadtverordnetenversammlung zustande käme“, schreibt Stadtplanungschef Andreas Goetzmann in der Antwort auf eine kleine Anfrage der Fraktion Die Andere zu den „Bauwünschen einiger Wohnungsbaugenossenschaften auf dem FH-Grundstück“.

Mit dem Beschluss vom 1. Juni wurde das Verfahren für die Neubebauung der Blöcke III und IV zwischen dem Platz der Einheit und dem Alten Markt mit insgesamt 17 Baufeldern festgelegt, für die mit dem Abriss der alten Fachhochschule (FH) Ende des nächsten Jahres Baufreiheit hergestellt werden soll. Bestandteil des Beschlusses ist eine Reihe „allgemeiner Verfahrensgrundsätze“.

Dem Interesse der Genossenschaften an der gemeinsamen Entwicklung eines kompletten Karrees steht nicht zuletzt der Punkt 6 dieser Verfahrensgrundsätze entgegen, in dem es heißt: „Die Grundstücksvergabe erfolgt in Losen. Die Vergabe von mehreren benachbarten Losen an einen Bieter ist ausgeschlossen.“ Mit dieser Regelung soll eine kleinteilige und abwechslungsreiche Bebauung durch eine gewisse Anzahl von Bauherren und Bauherrengemeinschaften gesichert werden. Der zum Alten Markt weisende Block III ist in neun Baufelder aufgeteilt, der Block IV mit dem Bildungsforum in der Häuserzeile zum Platz der Einheit in acht.

Den Vertretern des GWG Bauvereins Babelsberg eG, der pbg Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft eG, der PWG Potsdamer Wohnungsgenossenschaft 1956 und der Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Potsdam eG ist das Problem bewusst: Die beabsichtigte kleinteilige Vergabe mache „eine gemeinsame Gestaltung beinahe unmöglich“, hieß es in der Ende Juli herausgegebenen Pressemitteilung.

Selbstbewusst fügte Wolfram Gay, Vorstandssprecher der PWG 1956 eG seinerzeit hinzu: „Als Genossenschaftsverbund sind wir in der Lage, an diesem Standort einen geschlossenen Komplex in seiner Vielfältigkeit zu gestalten, nicht nur einzelne Häuser.“ Gerade die Idee der kleinteiligen Bebauung mit einer differenzierten Architektur sei für die verschiedenen Genossenschaften reizvoll.

Auch die Pro Potsdam will einen Block bebauen

Die Politik hat mit dem Beschluss zur „Konkretisierung des Leitbautenkonzepts für die Blöcke III und IV“ im Juni den Fahrplan für die Neugestaltung des Karrees festgelegt, das mit dem Abriss der alten Fachhochschule frei wird.

Kernidee ist eine kleinteilige Bebauung, die unter anderem über die Vergabe einzelner Baufelder an unterschiedliche Bauherren gesichert wird. Mit den Wohnungsgenossenschaften gab es eine erste Potsdamer Initiative gegen die Regelung.

Mittlerweile hat auch die städtische Bauholding Pro Potsdam Interesse an der Gestaltung eines kompletten Karrees bekundet. Allerdings ist sie bereits Eigentümerin des Wohnblocks am Staudenhof, der nach 2022 für den Neubaublock V abgerissen werden soll.

Die von den Genossenschaften gewünschte Öffnung des Verfahrens könnte nach Einschätzung der Anderen allerdings auch andere Interessenten auf den Plan rufen. Die Fraktion fragt: „Wie soll sichergestellt werden, dass die bisher geplante kleinteilige Entwicklung und Bebauung erhalten wird bzw. dass der Zuschlag nicht an große Immobilienverwertungskonzerne erteilt werden muss?“

Goetzmann antwortet ausweichend: „Auch diese Frage bedürfte einer detaillierten Erörterung“, bestätigt aber, dass man sich zur Klärung „nicht zuletzt“ mit den „konkurrierenden Interessen am Immobilienmarkt auseinandersetzen“ müsse.

Von Volker Oelschläger

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