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Oh, wie schön ist es im Q-Hof

Inszenierung eines Kinderklassikers Oh, wie schön ist es im Q-Hof

Janosch-Premiere mit dem Poetenpack setzt beim Publikum eine Flut von Glückshormonen frei. Nicht unwesentlich dazu beigetragen haben die originellen Kostüme von Caroline Sanches.

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Gitarrist Arne Assmann beeindruckte auch als Kuh.

Quelle: BG

BRANDENBURGER VORSTADT. Obwohl die Kindertraumfabrik von Horst Eckert, besser bekannt als Janosch, ihren Betrieb 2010 einstellte und nach Teneriffa verzogen ist, sind ihre Geschichten unverwüstlich.

Im sonnigen Q-Hof bewies das Poetenpack mit seiner Inszenierung von Marianne Terplans Bühnenversion des Kinderbuchs "Oh, wie schön ist Panama", dass Janosch für Kinder bis hoch ins Greisenalter unverzichtbar ist. Selbst Ungeborene füllten die Zuschauertribüne in Begleitung ihrer Mütter unter den Laubblätterdächern in der Lennéstraße. Drei Generationen waren von Anfang an in Spitzenlaune versetzt, weil das Bühnenbild von Eric Gradman die wichtigsten Bildbausteine eines echten Janosch enthielt. Wohl auch deshalb lächelte, schon bevor Julia Penners Inszenierung begann, jeder jeden wie benebelt an.

Bereits mit dem ersten Auftritt der beiden Haupthelden, dem kleinen Bären (Codrin Serbanescu) und dem kleinen Tiger (Patrick Depari) war die Volltrance erreicht. Schnell wurde klar, dass besonders Kinder im Vorschulalter am liebsten mit in das Spiel eingegriffen hätten und alle Mühe hatten sich aus dem Bühnengeschehen herauszuhalten. So wurde Janoschs Parabel vom Wert des eigenen Heims und den Anfechtungen der Sehnsucht zu einem kollektiven Selbsterfahrungstrip mit hohem Spaßfaktor.

Nicht unwesentlich dazu beigetragen haben die originellen Kostüme von Caroline Sanches, mit denen die Akteure die Zuschauer immer wieder neu überraschten. Robert Kruppke bestach als Maus, Fuchs und Hase, und der Gitarrist Arne Assmann gab Gans, Kuh und Igel Gestalt. Assmanns Kuh war unübertroffen seelisch ausgewogen und bis an die Grenze zur Stupidität emotionslos. Auch Kruppke bemühte sich, aus seinen Figuren das Letzte herauszuholen und legte als Hase Sprünge hin, die eines Kängurus würdig gewesen wären.

Unerreichter Liebling aller aber war der kleine Tiger mit seiner herzzerreißend gespielten Tollpatschigkeit und einem Unschuldsgesicht, in das man sich nur verlieben konnte. Schwerer hatte es sein Kumpel der kleine Bär, der aber auch die gertenschlanke Figur und sein ebenmäßiges Angesicht überspielen musste. Dass ihm das über weite Strecken gelang, bewies der begeisterte Zwischenruf eines Knirpses, der schon nach wenigen Szenen befand: "Ich kenne diesen Film".

Überhaupt waren es gerade die Winzlinge, die mit ihren spontanen Kommentaren belegten, dass wahres Theatervergnügen keine Zurückhaltung verträgt und das Spiel der Akteure sogar befeuert. So improvisierte das Bühnenpersonal des Öfteren gedankenschnell und hatte damit einen entscheidenden Anteil am Glückshormonregen, mit dem dieser Theaterbesuch im Q-Hof endete.

Von Lothar Krone

Information

Weitere Termine auf www.poetenpack.net

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