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Le Mans lässt grüßen

Oldtimer auf „Rennkurs“ Le Mans lässt grüßen

Die Zweitauflage der Oldtimer-Rallye „24 Tour du Pont“ Ende August an der Glienicker Brücke wird noch glanzvoller als die Premiere vom vergangenen Jahr. Diesmal sind nicht nur alte und edle Autos auf den Straßen unterwegs, sondern auch Bootsklassiker auf der Havel.

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Rallye-Organisator und Garage-du-Pont Inhaber Kai Desinger mit seinem Le-Mans-erprobten Rennwagen Simca 8 Deho von 1939.

Quelle: Foto: R. Schüler

Berliner Vorstadt . „Kulturgut Auto“ und Weltkulturerbe – das passt zusammen, findet Kai Desinger. Deshalb veranstaltet der Inhaber der Garage du Pont an der Glienicker Brücke auch dieses Jahr wieder seine Oldtimer-Rallye „24 Tours du Pont“ in der Berliner Vorstadt, die nunmehr zweite und eine Hommage an die legendären 24-Stunden-Autorennen von Le Mans. Am 29. und 30. August werden an der Stadtgrenze zwischen Berlin und Potsdam erneut etwa 35 alte und schöne Autos zu bewundern sein, einige mit Rennerfahrung aus Frankreich. 24 Stunden dauert Desingers „Rallye“ nicht, sie ist nur 24 Runden lang an jenem Sonntag, und die Zeit wird nicht gestoppt. Dabei sein, die Schikanen umkurven und ankommen, ist die Devise. Ein eintrittsfreies Volksfest soll es werden ohne Rummel, ohne Kommerz, ohne Zoff. Der aber holt Desinger auch dieses Jahr wieder ein, weil „drei vier Leute, die grundsätzlich was dagegen haben“, mobil machen gegen das Event, das sie allein mit Abgaswolken, röhrenden Motoren und sonntäglicher Ruhestörung verbinden und deshalb gern verhindern würden. Für sie passen Autorennen und Kulturlandschaft eben nicht zusammen.

Die Garage du Pont  an der Glienicker Brücke

Die Garage du Pont an der Glienicker Brücke.

Quelle: Rainer Schüler

In der Kommunikation mit den Anliegern der Fahrstrecke sei im vergangenen Jahr „nicht alles optimal“ gelaufen, gibt Desinger zu. Dieses Jahr will er jedem, den er per Brief erreicht, alle Infos über die Veranstaltung geben, er lädt ein zum Dialog, hatte Mitte Juli eine Bürgerversammlung.

Hochklassigkeit und Seltenheitswert schreibt er dem Rennen zu, das gar kein Rennen ist. „Normalerweise muss man für solche Ereignisse weit reisen und 80 bis 250 Euro Eintritt zahlen pro Person, zuweilen sogar mehr“, sagt er. In Potsdam ist das kostenlos; Sponsoren sollen alles zahlen. Die Sponsorensuche ist noch im Gange, allerdings schon vielversprechend. Und auch die Genehmigungen liegen noch nicht vor. „Da müssen viele Behörden gefragt werden“, sagt Desinger: „Die Stadt, die Polizei, die Feuerwehr.“ Nach Vorgesprächen hat er Veränderungen gegenüber der Premiere von 2014 festgelegt. So werden die „Renn-Gruppen“ von jeweils sechs bis sieben Autos nicht 24 Runden in einem Stück fahren, sondern zwei 12-Runden-Etappen. So bleibt die Strecke nicht so lange für Querfußgänger gesperrt, die womöglich nicht nur Gratis-Zuschauer sein, sondern zwischendurch auch mal nach Hause wollen in den Kiez, durch den der 1,2-Kilometer-Rundkurs des millionenschweren Fuhrparks führt. Es gilt die Straßenverkehrsordnung von Deutschland und Tempo 50 als Obergrenze - ein Rennen kann das keiner nennen.

Ganz seltene Exemplare werden zu sehen sein, die es nur noch eine Handvoll Male gibt als Original, und solche, für die man einen Wert nicht nennen kann, weil sie unverkäuflich sind, einige Alfa Romeos etwa, die Italien zum Staatsdenkmal erklärt hat; man sieht sie sonst nur im Museum. Mindestens vier Denkmal-Alfas darf man bewundern, nur mit den Augen versteht sich, niemals mit der Hand. „Oder würden Sie jemandem erlauben, Ihre Frau zu tätscheln?“ fragt Desinger den MAZ-Reporter. Auch Mercedes, Porsche, Jaguar und Audi schicken betagte Boliden in die Berliner Vorstadt.

Auch diese Rennyacht kommt als „Begleitprogramm“ zur Oldtimer-Rallye

Auch diese Rennyacht kommt als „Begleitprogramm“ zur Oldtimer-Rallye.

Quelle: privat

Direkt gegenüber der Villa Schöningen am Ufer des Jungfernsee bieten die Wiesen entlang der Schwanenallee an beiden Tagen als „Parc de l’Automobiles Historique“ großzügige Ausstellungsmöglichkeiten für automobile Traditionsmarken, Gastronomie und die ADAC-Kinderwelt, während auf dem Jungfernsee dieses Jahr auch klassische und zeitgenössische Motorboote und Segelyachten „flanieren“ können und zu kleinen Bootsausfahrten auf die Havel laden. An der historischen Kaiserlichen Matrosenstation Kongnaes liegt der mittlerweile wieder hergestellte Klassikerhafen als Bootsherberge des Wochenendes. Ein historisches Taxi-Boot pendelt zwischen dem Parkhaus in der Schiffbauergasse und der Glienicker Brücke und hält die „Rennstrecke“ frei für die Teilnehmer der „Tour du Pont.“

Die Rennen von Le Mans

Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans ist ein Langstreckenrennen für Sportwagen, das in der Nähe der französischen Stadt Le Mans veranstaltet wird.

Die sogenannten 24 Heures du Mans für Automobile werden seit 1923 ausgetragen, damals noch über eine Distanz von 17,3 Kilometern; seit 1932 sind es nur noch 13,5 Kilometer auf dem Circuit des 24 Heures südlich der Stadt, dessen Abschnitte sonst auch Landstraßen genutzt werden. Motorradfahrer absolvieren ihr 24-Stunden-Rennen auf der wesentlich kürzeren permanenten Rennstrecke Circuit Bugatti.

Schon im Jahre 1906 trugen 32 Autos hier das erste Grand-Prix-Rennen der Welt aus.

1955 kam es bei den 24h du Mans zur größten Katastrophe des Motorsports, als durch den tödlichen Unfall eines Teilnehmers weitere 83 Menschen ums Leben kamen.

Die 24 Stunden von Le Mans wurden als Langstreckenrennen geplant, bei dem die Automobilhersteller die Zuverlässigkeit und den Entwicklungsstand ihrer Fahrzeuge unter Beweis stellen konnten. In den ersten Jahren war es nur den Fahrern selbst erlaubt, Reparaturen mit Bordwerkzeug durchzuführen. Heute dürfen die Wagen in den Boxen von Mechanikern repariert werden. Bleibt der Wagen auf der Rennstrecke liegen, darf der Fahrer keine fremde Hilfe in Anspruch nehmen.

Ziel des Rennens ist es, möglichst viele Runden innerhalb von 24 Stunden zurückzulegen und nach 24 Stunden die Ziellinie zu überqueren.

Da im Laufe der Jahre die Fahrzeuge immer schneller wurden, musste die Strecke mehrmals durch Schikanen verlangsamt werden. Auf ihrer fünf Kilometer langen Geraden, der Ligne Droite des Hunaudières, wurden früher Geschwindigkeiten von über 400 Stundenkilometer erreicht. 1990 baute man zwei Schikanen ein. Seitdem liegt die Spitzengeschwindigkeit bei etwa 340 kmh.

Das erste Rennen wurde vom 26. auf den 27. Mai 1923 ausgetragen. Bis in die 1980er Jahre fand das Rennen in Teams à zwei Mann statt, heute wechseln sich drei Fahrer ab.

Legendär war der 1925 eingeführte Le-Mans-Start, bei dem die Fahrer über die Fahrbahn zu ihren vor der Boxengasse aufgestellten Fahrzeugen sprinten mussten und stehend starteten.

Die längste jems zurückgelegte Distanz beträgt 5410,713 Kilometer in einem Audi R15 TDI Plus.

Der erfolgreichste Hersteller ist Porsche mit 17 Siegen, gefolgt von Audi mit 13 Siegen.

Die abgesperrte „Rennstrecke“ fordert als Dreieckskurs mit scharfen Kurven und verschiedenen Schikanen die Geschicklichkeit der Piloten. Der Kurs führt von der musealen Garage du Pont über die Menzelstraße in die Schwanenallee am Jungfernsee und zurück zur Garage Du Pont, wo sich der Start- und Zielbogen und die so genannte Pitlane befinden. Nach einem Warm-up werden am Sonntag hier in unterschiedlichen Klassen jeweils 24 Runden mit vorgeschriebenen Fahrerwechseln gefahren. Bis zu 36 Teams treten an mit einem Fahrzeug und zwei Fahrern. Sie lenken klassische Sportwagen der Baujahre bis 1975, die eine Straßenzulassung in Deutschland oder der EU besitzen. Angetreten wird in drei Altersklassen: bis 1941, 1945 bis 1960 und 1961 bis 1975.

Die technische Abnahme erfolgt am Samstag, dem 29. August, im „Parc Fermé“ der Villa Schöningen, der für Besucher aber offen ist. Der „Parc Fermé“ ist an beiden Tagen rund um die Uhr bewacht. Im „Parc de l’Automobile Historique“ stellen sich die Autoklassiker einer Expertenjury im Wettbewerb „Concours du Pont“. Je ausgefallener und seltener die Fahrzeuge sind, desto interessanter sind sie. Die Jury urteilt per Kriterienkatalog nach Eleganz, Design, Originalität, Zustand, Historie und Charakter, nicht nach offiziellen FIVA-Kriterien. Es wird ein Erinnerungspreis für den Sieger in jeder Klasse (Best of Class) und den Gesamtsieger (Best of Show) vergeben. Die Preisverleihung findet am 29. August im „Parc de l’Automobile Historique“ statt.

Oldtimer auf der Glienicker Brücke bei einer früheren Veranstaltung

Oldtimer auf der Glienicker Brücke bei einer früheren Veranstaltung.

Quelle: Joachim Liebe

Von Rainer Schüler

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