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Oliver Günther für zweite Amtszeit gewählt

Universität Potsdam Oliver Günther für zweite Amtszeit gewählt

Dass Oliver Günther für eine zweite Amtszeit als Präsident der Universität Potsdam bestätigt würde, war keine Frage mehr. Günther war der einzige Kandidat, der sich dem Akademischen Senat stellte. Von den elf Mitgliedern enthielt sich lediglich ein Senatsmitglied, alle anderen stimmten für Günther. Der will die Hochschule ausbauen und ein Exzellenzcluster einwerben.

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Einstimmig: Der Senatsvorsitzende Uwe Hellmann (l.) gratuliert Oliver Günther (Mitte) zur Wiederwahl als Präsident der Universität Potsdam.

Quelle: Karla Fritze

Potsdam. Der Präsident der Universität Potsdam, Oliver Günther, ist am Mittwoch für eine zweite Amtszeit gewählt worden. Zehn der elf Mitglieder des Akademischen Senats votierten für den 55-jährigen Wirtschaftsinformatiker. Ein Mitglied enthielt sich. Günther war der einzige Kandidat, den die Findungskommission unter zehn Kandidaten ausgewählt hatte. Günther bedankte sich für die Zustimmung. Die neue Amtsperiode beginnt offiziell am 1. Januar 2018. Sie dauert sechs Jahre. Günther will die Universität Potsdam als „geistig-kulturelles Zentrum und als Konjunkturmotor des Landes“ weiter ausbauen. „Die Nachfrage nach unseren Studienplätzen ist ungebrochen hoch.“

Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) gratulierte unmittelbar nach der Wahl. „Mit ihrer Dynamik und Innovationsstärke“ ziehe die Universität Potsdam junge Leute aus aller Welt an. „An dieser positiven Entwicklung hat Oliver Günther mit seinem Engagement, seiner Beharrlichkeit und seinen wichtigen Weichenstellungen einen maßgeblichen Anteil“, so Münch.

Vor der Wahl hatte sich der Präsident sich den Fragen von Wissenschaftlern, Mitarbeitern, Studierenden und interessierten Studierenden gestellt. Günther betonte, dass Brandenburgs größte Hochschule schon vor seinem Amtsantritt 2012 sehr gut aufgestellt gewesen sei. Als Verdinest rechnet er sich an, dass er die Landesregierung immer wieder auf das „Problem der mangelnden Ausfinanzierung“ ihrer rund 20000 Studienplätze aufmerksam gemacht habe – mit Erfolg. Dank der Aufstockung des Etats für alle Hochschulen bekommt die Universität Potsdam derzeit pro Jahr bis zu zehn Millionen Euro mehr. Günther geht davon aus, dass sich der Aufwuchs verstetigen wird.

Ein Fortschritt sei es auch, dass durch die Festlegung von acht Profilbereichen und einem Exzellenzbereich während seiner Amtszeit, die interne Verteilung von Forschungsmittel transparenter sei. Bewährt habe sich auch das sogenannte „tenure-track“-System der Universität. Wissenschaftler können befristete Junior-Professuren erhalten und später eine Lebenszeitprofessur bekommen. In diesem Zusammenhang versprach Günther, sich an dem neuen Tenure-Track-Programm des Bundes zu beteiligen und 12 Junior-Professuren für Potsdam zu beantragen. Wachsen werde die Hochschule nicht nur durch den Ausbau der neuen Digital Engineering Fakultät, sondern auch durch den geplanten Gesundheitscampus, den die Universität Zusammen mit der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg und der Medizinischen Hochschule Theodor Fontane, Neuruppin, anstrebt. Ausgebaut werden soll auch der Campus Golm. Mit dem Rückenwind einer neuen Forschungsstärke will Günther schließlich beim Exzellenzinitiative des Bundes punkten. Der Antrag „Bewegte Oberfläche“ für ein Exzellenzcluster, einen Forschungsverbund mit außeruniversitären Einrichtungen, verbindet geologische, biologische und klimatische Themen.

In einer Fragerunde mit Hochschulmitgliedern zeigte sich Günther offen für den Ausbau studentischen Wohnraums und für mehr Frauen in der Wissenschaft, wenn er sich auch nicht direkt auf eine Quote festlegen wollte. Günther befürwortet auch den Einsatz für eine ökologisch orientiere Hochschule. Bei der Lehrerbildung setzt er eher auf Qualität statt auf Masse. Der Mittelzuwachs müsse dazu führen, dass die jetzigen Lehramtsstudenten einen guten Abschluss erreichten.

Kritik an der Wahl kam vom Allgemeinen Studierendenausschuss der Universität Potsdam. Das Verfahren der Findungskommission, das schließlich zum Vorschlag eines einzigen Kandidaten geführt habe, sei „intransparent“ und repräsentiere die Vertreterinnen und Vertreter der Universitäten „nur minimal“. Lukas Zechner, Referent für Hochschulpolitik, fordert in einer Mitteilung „die Abschaffung der Findungskommissionen in ihrer jetzigen Zusammensetzung“. Sie hebele die Selbstverwaltung der Universität faktisch aus und bevorzuge Kandidaten im Sinne der Landesregierung.

Von Rüdiger Braun

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