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Potsdam Oliver Günther wirft seinen Hut in den Ring
Lokales Potsdam Oliver Günther wirft seinen Hut in den Ring
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18:26 26.03.2017
Potsdams Uni-Präsident Oliver Günther will im Amt bleiben. Quelle: Karla Fritze
Potsdam

Schon am 14. Juni könnte der Akademische Senat der Universität Potsdam eine neue Präsidentin oder einen neuen Präsidenten für die größte Hochschule Brandenburgs wählen. Eine Findungskommission sucht derzeit unter zehn Bewerbern bis zu drei Kandidaten aus. Am kommenden Freitag tritt die Kommission erneut zusammen. Zu ihr gehören Wissenschaftstaatssekretärin Ulrike Gutheil, der Potsdamer Strafrechtler Uwe Hellmann sowie Godehard Ruppert, Präsident der Universität Bamberg, Sandra Richter, Literaturwissenschaftlerin an der Universität Stuttgart, und Michael von Bronk, Vorstand der Lausitz Energie Bergbau AG als die drei Vertreter des Landeshochschulrats. Haben sich die fünf Mitglieder bis dahin schon geeinigt, können sie die Kandidaten für das Präsidentenamt bekanntgeben. Das Auswahlverfahren wird von der Findungskommission streng diskret behandelt. Die zehn Bewerber sind nicht einmal dem Akademischen Senat der Universität bekannt.

Uwe Hellmann, Vorsitzender des Akademischen Senats der Universität Potsdam und von diesem in die Findungskommission entsandt, hofft, dass der frühe Termin eingehalten wird. „Es wäre schon gut, wenn es noch vor der Sommerpause des Akademischen Senats eine Wahl gäbe.“ Zwar tage der Senat noch einmal am 12. Juli, aber eine Wahl habe viele Unwägbarkeiten, deshalb sei ein möglichst früher Termin vorzuziehen. Außerdem beginne Ende Juli für viele Hochschulmitglieder schon die Urlaubszeit. Den nächsten Termin nach der Sommerpause am 27. September hält Hellmann für zu spät. Die offizielle Amtszeit des derzeitigen Präsidenten Oliver Günther endet am 31. Dezember 2017.

Trotz aller Diskretion hat der amtierende Präsident bereits Interesse an einer zweiten Amtsperiode bekundet. Auch gegenüber der MAZ räumte der Wirtschaftsinformatiker ein, seinen Hut erneut ins Rennen geworfen zu haben. „Ich bin gerne bereit, die erfolgreiche Arbeit als Präsident der Universität Potsdam gemeinsam mit den amtierenden Präsidiumsmitgliedern fortzuführen“, sagt Günther. „Diese Bereitschaft habe ich auch der Findungskommission mitgeteilt.“

In die Amtsperiode Günthers fällt die Gründung von vier neuen Graduiertenkollegs. Außerdem schnitt die Universität beim letzten Gründerranking hervorragend ab. „Ich trage gerne meinen Teil dazu bei, dieses positive Momentum zu nutzen, um die Universität Potsdam nachhaltig im Segment der forschungsstarken deutschen Volluniversitäten zu verankern“, fasst Günther seine Ambitionen zusammen.

Auf den neuen Präsidenten warten gewaltige Aufgaben. Am 10. April dieses Jahres wird zum Beispiel das ehemalige Hasso-Plattner-Institut (HPI) zur neuen Fakultät „Digital Engineering“ ausgeweitet. Dass eine staatliche Hochschule über eine komplett privat finanzierte Fakultät verfügt, ist bundesweit ein Präzedenzfall. „Diese Art der Finanzierung ist rechtlich außerordentlich schwierig“, sagt Hellmann. Die Integration der Fakultät „Digital Engineering“ und ihrer zum Teil noch zu schaffenden Gremien in die Verwaltungsstruktur der Universität wird die Hochschulleitung dürfte deshalb auch noch weit in das Jahr 2018 hineinreichen.

Anspruchsvolle Aufgaben sind darüber hinaus der Ausbau des Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg (ZJS), an dem auch die Universität beteiligt ist, sowie der Aufbau eines Gesundheitscampus an der Universität. Dieser Verbund verschiedener Forschungseinrichtungen soll die medizinische Versorgung in Brandenburg sicherstellen. Die Universität ist an dem landesweiten Projekt zum Beispiel mit ihrer Forschungsinitiative Gesundheitswissenschaften beteiligt.

Für Hellmann ist der Ausgang der Wahl trotz des guten Standes des Amtsinhabers völlig offen. Wie überraschend Präsidentenwahlen verlaufen können, zeigten vor elf Jahren Vorgänge an der damaligen Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus. Der bereits zum Präsidenten gewählte Physiker Jürgen Kurths war im Juli 2006 dann doch nicht angetreten, weil er die finanzielle Ausstattung der Hochschule durch das Land als zu gering erachtet hatte.

Von Rüdiger Braun

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