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Potsdam Ortsbeirat votiert gegen Liebknecht
Lokales Potsdam Ortsbeirat votiert gegen Liebknecht
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18:24 16.03.2018
Straßenschilder in Golm. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam-Golm

Im Gegensatz zu den Grünen und der Universität Potsdam, die für die Umbenennung der Karl-Liebknecht-Straße den Namen einer Naturwissenschaftlerin empfehlen, ist der Ortsbeirat für einen „geografisch-historischen Bezug“. Denkbar sei etwa „Am Campus“, so Sylvia Frenzel (Bürgerbündnis), die den Änderungsantrag eingebracht hat. „Wir haben uns die Sache nicht leicht gemacht“, sagte sie.

Das am Donnerstag einstimmig gefasste Votum überrascht. Denn bisher war der Ortsbeirat gegen eine Umbenennung. Anwesend waren Saskia Ludwig (CDU) und Ulrich Buller (SPD), Marcus Krause (SPD) und Wolf-Dieter Philipp (Linke) fehlten.

Anlass für die gewünschte Umbenennung waren nach den bisherigen Angaben der Grünen und der Universität zunächst praktikable Überlegungen. Seit der Eingemeindung Golms im Jahre 2003 gibt es zwei Karl-Liebknecht-Straßen in Potsdam: in Golm und in Babelsberg. Adressendoppelungen führten bei Ortsfremden immer wieder zu Verwechslungen. Selbst Rettungswagen gerieten manchmal in die Irre, hieß es im Kulturausschuss.

Mit der Mathematikerin Emmy Noether (1882-1935) wurde schon 2005 eine erste Neubenennung vorgeschlagen und verworfen.

Der aktuelle Antrag der Grünen mit der Physikerin Marie Curie (1867-1934) oder der Mathematikerin Sofia Kowalewskaja (1850-1891) wurde im Januar 2017 eingebracht. Der Ortsbeirat lehnte im Februar 2017 ab, weil „die Konsequenzen der Umbenennung“ den rund 250 Anwohnern „nicht zuzumuten“ seien.

In dem bei Straßennamen federführenden Kulturausschuss plädierten Verwaltung und Linke dafür, das Votum des Ortsbeirats zu respektieren. Auf Antrag der Grünen wurde die entscheidende Abstimmung jedoch vertagt, weil noch ein Votum der Universität erwartet wurde. Deren Senat gab die Empfehlung ab, nur den die Universität betreffenden Teil der Straße umzubenennen. Neuer Namensvorschlag: die Chemikerin Clara Immerwahr (1870-1915).

Das rief die Verwaltung auf den Plan. Die geplante teilweise Umbenennung würde zu Verwirrung führen, hieß es in einem Schreiben. Eigentliches Problem sei der unübersichtliche Universitätscampus. Tatsächlich seien die Motive der Umbenennung „wohl rein politisch motiviert“.

Karl Liebknecht (1871-1919) war linker Sozialdemokrat und kurz vor seiner Ermordung Mitbegründer der KPD. Bis zur Wende 1989 trug auch die Pädagogische Hochschule als Vorgängereinrichtung der Universität Potsdam seinen Namen.

In ihrem Änderungsantrag stellte Ortsbeirätin Frenzel fest, dass es „ordnungsrechtlich“ keinen „dringenden Handlungsbedarf“ gebe, weil sich die Karl-Liebknecht-Straßen in Babelsberg und Golm durch die Postleitzahlen eindeutig abgrenzten.

Die Kommunalpolitikerin empfahl mit Verweis auf angrenzende Straßen wie Reiherbergstraße, Zum Mühlenberg oder In der Feldmark eine Umbenennung mit Ortsbezug. Die Wissenschaftlerinnen könnten im Straßen- und Wegenetz des erweiterten Uni-Campus „Anwendung finden“.

Nächste Woche ist die Karl-Liebknecht-Straße wieder Thema im Kulturausschuss.

Von Volker Oelschläger

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