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„Parallelen zum BER sind unangemessen“

Verzögerungen beim Badneubau in Potsdam „Parallelen zum BER sind unangemessen“

Das neue Bad am Potsdamer Brauhausberg geht später in Betrieb und wird teurer als geplant. Dennoch hält sich die Aufregung in Grenzen. Bei einem derartigen komplexen Projekt seien Verzögerungen normal, heißt. Die Stadtwerke veröffentlichten derweil schon mal die Listen mit den Eintrittspreisen.

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Blick auf den Neubau des Sport- und Freizeitbades Am Brauhausberg.

Quelle: Claudia Jonov

Innenstadt. Potsdams neue Schwimmhalle ist Chefsache. „Ich mache alles, Hauptsache das Bad wird rechtzeitig fertig. Aber wie es aussieht, ist alles im Plan“, hatte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) Ende 2015 beim Interview mit der Märkischen Allgemeinen gesagt und dabei dreimal auf den Tisch geklopft. Mit dem erhofften Anbaden vorm diesjährigen Weihnachtsfest wird es allerdings nichts, das Bad geht – wie am Donnerstag berichtet – frühestens im Mai 2017 in Betrieb. Und es wird zudem circa zehn Prozent teurer als geplant.

Rund 39 Millionen Euro soll der Neubau nun kosten, wie Bürgermeister Burkhard Exner (SPD) am Mittwochabend dem Hauptausschuss mitteilte. Damit sind mittlerweile die Dimensionen des Niemeyer-Bades erreicht, das im Jahr 2005 vom damaligen Stadtwerke-Chef Peter Paffhausen präsentiert wurde und 38,5 Millionen Euro kosten sollte.

Die Schockwellen, die die Verzögerungen beim Badneubau auslösten, hielten sich am Donnerstag jedoch in Grenzen. Es sei keineswegs ungewöhnlich, dass es bei einem Bauvorhaben derartiger Größe und Komplexität zu Verzögerungen komme, hieß es immer wieder. „Ich halte das nicht für ein Drama. Wenn der Bau im kommenden Frühjahr fertig ist, können wir stolz sein auf dieses Bad. Parallelen zum Flughafen BER sind unangemessen“, sagte beispielsweise Potsdams Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg, der auch im Aufsichtsrat der Stadtwerke sitzt. „Ich kann die Probleme nur zur Kenntnis nehmen, sehe das aber auch als Chance, offen mit ihnen umzugehen“, sagte Horst-Müller Zinsius, der seit 1. August Geschäftsführer der Stadtwerke ist.

Tickets für das Sportbad gibt es ab vier Euro

Um zu untermauern, dass man optimistisch auf die Vollendung des Bades schaue, veröffentlichten die Stadtwerke am Donnerstagabend eine Liste mit den künftigen Öffnungszeiten und Eintrittspreisen. So soll der zweistündige Besuch des Sportbades für Erwachsene vier Euro kosten. Eine Familienkarte ist für acht Euro erhältlich. Im Familienbad kostet das Einzelticket für drei Stunden 12 Euro, für die Familienkarte werden 24 Euro und als Tageskarte 32 Euro fällig. Saunabesucher sollen für die Vier-Stunden-Karte 19 Euro berappen.

Zeitpuffer sind aufgebraucht

Auf MAZ-Anfrage präzisierten die Stadtwerke am Donnerstag noch einmal die Gründe für die Verzögerungen am Bau. Nach einer „sehr kurzen Planungsphase in der Vor- und Entwurfsplanung“ habe es Verzögerungen in mehreren Baulosen gegeben, „die Folgeverzögerungen mit sich brachten“, so Pressesprecher Stefan Klotz. Er nannte als Beispiele die Baugrube und den Rohbau. Für solche Fälle vorgesehene Pufferzonen seien nun aufgebraucht. „Dadurch führen Verzögerungen in Teilbereichen jetzt zu unmittelbaren Verzögerungen des Fertigstellungstermins“, erklärte er weiter. Ähnliches gilt für den Wasserschaden, der entstanden war, als unbekannte Täter über Ostern Wasserhähne im Rohbau der Baustelle aufgedreht hatten.

Das neue Bad

1996 hatten die Stadtverordneten beschlossen, auf der Brache der Brotfabrik an der Neuendorfer Straße in Drewitz ein neues Bad zu bauen. Das Projekt scheiterte.

Im Januar 2005 überraschte Stadtwerkechef Peter Paffhausen mit dem Plan, der brasilianische Stararchitekt Oscar Niemeyer werde ein Bad am Brauhausberg entwerfen. Kosten 38,5 Millionen Euro. Der Plan wurde nach langem Hin und Her im Herbst 2009 verworfen.

2010 beschließen die Stadtverordneten gegen die Stimmen der Linken den Neubau eines Bades im Bornstedter Feld. Das Bad Am Brauhausberg soll 2012 abgerissen werden. Die Bürgerinitiative Pro Brauhausberg bildet sich. Oberbürgermeister Jan Jakobs schlägt im November 2011 eine Bürgerbefragung zum Bad-standort vor. Zwei Drittel stimmen für einen Neubau am Braushausberg.

Im Oktober 2012 startet der Architektenwettbewerb für den Neubau. Die Kosten explodieren von 23 auf 36 Millionen Euro. Am 5. Dezember 2014 fand der symbolische Spatenstich für den Badneubau am Leipziger Dreieck statt.

Von Jens Trommer

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